Übergriffe anonym melden: Neue Plattform geht online

Die Stadt St.Gallen tritt dem nationalen Meldetool «wirschauenhin.ch» bei. Die gemeinsame Plattform macht sexistische und queerfeindliche Vorfälle sichtbar.

Der belebte Bahnhofplatz in St. Gallen.
Der belebte Bahnhofplatz in St. Gallen. - Nau.ch / Simone Imhof

Wie die St.Gallen berichtet, lancierten am 25. Juni Zürich, Bern und Luzern ein gemeinsames Meldetool gegen Sexismus und Queerfeindlichkeit. Dieses basiert auf den bisherigen Meldetools «Zürich/Bern/Luzern schaut hin», auf denen seit einigen Jahren sexistische und queerfeindliche Vorfälle anonym gemeldet werden können.

Auch die Städte Biel und Kloten haben sich der Plattform angeschlossen und die Stadt St.Gallen wird sich ebenfalls noch anschliessen. Die involvierten Gemeinden tragen damit zur Umsetzung der Istanbul-Konvention gegen geschlechtsspezifische Gewalt bei.

Ziel des Meldetools ist weder eine repräsentative Statistik über Vorfälle noch die direkte Beratung Betroffener. Wie schon «Zürich/Bern/Luzern schaut hin» wollen die beteiligten Städte Übergriffe sichtbar machen und die Bevölkerung für Sexismus und Queerfeindlichkeit sensibilisieren. Einerseits um zu zeigen, dass übergriffiges Verhalten nicht tolerierbar ist, andererseits, um die Bevölkerung zum Handeln aufzurufen.

Zusammenschluss für mehr Wirkung

Sexismus und Queerfeindlichkeit machen aber nicht an Gemeindegrenzen Halt. Deshalb schliessen die Gemeinden Zürich, Bern und Luzern ihre städtischen Meldetools «Zürich/Bern/Luzern schaut hin» auf der gemeinsamen Plattform zusammen.

Diese steht auch weiteren Gemeinden und Kantonen offen. Ab dem 25. Juni sind neben den Städten Zürich, Bern und Luzern auch Biel und Kloten beteiligt. Dies unter anderem im Rahmen der Umsetzung der Istanbul-Konvention, mit deren Ratifizierung sich die Schweiz verpflichtet hat, geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen. Die Stadt St. Gallen wird sich ebenfalls noch anschliessen.

Mit dem Zusammenschluss der Meldetools können die beteiligten Gemeinden Synergien nutzen, anstatt je eine eigene Plattform zu erstellen. Betroffene oder Beobachter können sexistische und queerfeindliche Vorfälle über eine städtespezifische URL anonym melden.

Anlaufstellen bieten Unterstützung

Sie finden auf dem Portal auch Hinweise zu Organisationen und Anlaufstellen, wo eine individuelle Beratung oder bei Bedarf auch eine Anzeige möglich sind. Ausserdem können die Städte die Meldungen von Vorfällen aus ihrem Stadtgebiet auswerten.

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