Das Klima ändert sich global – und in St.Gallen. Die Kampagne «Klima Verrückt Stadt» bringt das Thema mitten in unsere Stadt.
St. Gallen Bodensee
Sicht auf die Stadt St. Gallen. - Kesystone

Vom 21. Juni bis 10. Juli 2021 informieren Pinguine am Multertor, beim Kornhausplatz, im Leonhardspärkli und auf dem Grüningerplatz zu den Themen Stadtklima, Mobilität, Natur und Gebäude. Die Aktion ist Teil der Kampagne «Klima Verrückt Stadt» mit der St.Gallen, Bregenz, Feldkirch, Konstanz, Lindau, Radolfzell, Singen und Winterthur diesen Sommer auf die Folgen des Klimawandels in der Bodenseeregion aufmerksam machen.

Die Folgen des Klimawandels sind schon heute spürbar: Längere Sommer, mehr Hitzetage und Hitzewellen, Tropennächte und häufiger Starkregen. Die Städte spielen eine zentrale Rolle in der Klimapolitik. Die Kampagne «Klima Verrückt Stadt» bringt dieses Zukunftsthema mitten in unsere Stadt. Pinguine spielen die Hauptrolle.

Die vom Klimawandel bedrohten Antarktis-Bewohner laden an den vier Themeninseln Stadtklima, Gebäude, Mobilität und Natur zum Verweilen ein, stellen Fragen und fordern zum Diskutieren und Handeln auf. Denn jede und jeder kann im Alltag einen Beitrag für ein gutes Stadtklima leisten. Hintergründe und weiterführende Infos bietet die Kampagnenwebseite www.klimaverrueckt.org.

Auf den Spuren der Pinguine

Zur Eröffnung der Kampagne berichtet Toni Bürgin, Direktor des Naturmuseums, am Dienstag, 22. Juni 2021, um 19 Uhr an einem Online-Vortrag über das Klima verrückte Leben der Pinguine. Und er zeigt, was der Klimawandel für unsere Stadtwildtiere bedeutet. Am 30. Juni 2021 um 12 Uhr bietet ein Spaziergang mit Peter Schläpfer von Stadtgrün und Karin Hungerbühler von Umwelt und Energie Einblicke in das St.Galler Stadtklima und die Stadtnatur.

Kochen, Baumspaziergang und Leben auf kleinem Raum Stadtbäume bieten Schatten und kühlen. Und sie sind Lebensraum für viele Tiere und auch kulinarisch interessant. Ein Baumspaziergang mit Marianna Buser am 29. Juni und die Führung «Bäume in der Stadt» am 6. Juli mit Adrian Stolz von Stadtgrün zeigen die Vielfalt dieser natürlichen Klimaanlagen.

Vor unserer Haustüre spriessen viele bekannte und unbekannte Wildkräuter, die essbar, aromatisch und gesund sind. Am 28. Juni erfahren Interessierte am Kurs mit Martina Rocco, wie diese kreativ in der Küche verwendet werden können. Die biologische Vielfalt ist unter Druck.

Informationen und Tipps zur Biodiversität im Kleingarten vermittelt der Anlass vom 24. Juni mit Valentin Zürcher von der Stadtgärtnerei. Fürs zukünftige Wohnen und Arbeiten sind innovative Konzepte gefragt. Am Infoanlass vom 1. Juli zeigen Christine Egli vom Lattich und Alesch Wenger vom Verein Kleinwohnformen wie Leben und Schaffen auf wenig Raum funktioniert. Die Details zu diesen und vielen weiteren Veranstaltungen sind auf www.stadtsg.ch/klimaverrueckt zu finden.

Gesundes Stadtklima

Am 27. September 2020 beschloss die St.Galler Bevölkerung mit 79,1 Prozent Ja-Stimmen den Artikel Klimaschutz und Klimawandel in der Gemeindeordnung zu verankern. Dieser verlangt, dass die Stadt St.Gallen den CO2-Ausstoss bis ins Jahr 2050 auf null Tonnen reduziert und fossile Energien vollständig durch erneuerbare ersetzt.

Konkret bedeutet das zum Beispiel: Ausbau der Photovoltaik, Wärmenetze und nachhaltige Mobilität. Neben dem Klimaschutz wird die Anpassung an den Klimawandel immer wichtiger – vom nachhaltigen Bauen über die Erhaltung und Schaffung innerstädtischer Grünflächen bis zu präventiven Massnahmen in der Stadtplanung.

Die Stadt St.Gallen geht die Anpassung an den Klimawandel mit dem Umweltkonzept an und der Fachbericht «Stadtklima St.Gallen» stellt die Hitzeminderung ins Zentrum. Freiräume mit Grünflächen, Schattenplätze, gut durchlüftete Quartiere und frei zugängliche, kühlende Wasserflächen erhöhen die städtische Lebensqualität und wirken der Hitzebelastung entgegen.

Acht Städte, ein Anliegen

Seit gut zehn Jahren zeigen die acht Städte rund um den Bodensee: Gemeinsam geht mehr – und gut leben geht auch mit Weniger. So wurden bereits die Kampagne «Wir leben 2000 Watt», diverse Fachsymposien oder eine Aktion zu Stadtbäumen durchgeführt und so viele Menschen über einen energiesparenden und klimabewussten Lebensstil informiert.

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