Ein Neubau soll die Schulanlage Boppartshof mit Räumen für die Tagesbetreuung ergänzen. Das Projekt von «foglia» aus Zürich wurde einstimmig zum Sieger gekürt.
Visualisierung Projekt
Die Visualisierung des Wettbewerbprojekts «foglia», - Stadt St. Gallen

Heute ist die Tagesbetreuung Boppartshof auf drei verschiedene Standorte aufgeteilt. Das ist betrieblich aufwendig und personalintensiv. Die bestehende Infrastruktur hat die Kapazitätsgrenze erreicht.

Mit einem Neubau wird eine langfristig bedarfsgerechte und betrieblich sinnvolle Lösung im Schuleinzugsgebiet Boppartshof gewährleistet. Der Neubau bietet Platz für rund 200 Kinder. Damit wird der mittel- und langfristige Bedarf nach Tagesbetreuung abgedeckt.

Projektwettbewerb gestartet

Anfang 2021 wurde ein offener, anonymer Projektwettbewerb ausgeschrieben. Die anspruchsvolle Wettbewerbsaufgabe stiess auf grosses Interesse. Insgesamt 75 Teams aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland haben Beiträge eingereicht.

Zwischen September und November 2021 hat das Preisgericht die Wettbewerbsarbeiten beurteilt und die beiden vielversprechendsten Projektvorschläge mit entsprechenden Aufträgen überarbeiten lassen.

Ende März 2022 konnte «foglia» unter Federführung der Allemann Bauer Eigenmann Architekten AG aus Zürich einstimmig zum Siegerprojekt gekürt werden.

Das Projekt von «foglia» überzeugt

Das Siegerprojekt überzeugte die Jury mit einem innovativen Gebäudetypus, welcher sehr gekonnt und haushälterisch auf die Topografie, die aussenräumlichen Gegebenheiten und die betrieblichen Anforderungen reagiert.

Das viergeschossige Gebäude ist über einen Sockelbau an die Hangkante und an die Erschliessungsstrasse zur bestehenden Turnhalle angebunden. Durch die Verteilung der Nutzflächen auf vier Vollgeschosse kommt der Vorschlag mit sehr wenig Grundfläche aus und kann dennoch den betrieblichen Ansprüchen mit viel Geschick gerecht werden.

Die Aussenanlagen ergänzen den Spielplatz mit weiteren Angeboten für das Quartierleben. Gestalterisch unterscheidet sich der Projektvorschlag bewusst von der bestehenden Schulanlage, sucht mit seiner organischen Formgebung und Farbigkeit die Nähe zum unmittelbaren Spiel- und Grünraum.

Das Gebäude wird so zum Ort zwischen Schulbetrieb und zu Hause ganz im Sinne zeitgenössischer Betreuung.

Beiträge werden ausgestellt

Sämtliche Wettbewerbsbeiträge werden mit einer Ausstellung in St. Gallen gewürdigt. Die Ausstellung steht Besuchern ab Donnerstag, 16. Juni 2022, 17 Uhr offen. Sie ist geöffnet bis Samstag, 25. Juni 2022, werktags von 17 bis 19 Uhr sowie samstags von 14 Uhr bis 16 Uhr. Der Bericht des Preisgerichts ist hier zu finden.

Im Rahmen der im Jahr 2018 durchgeführten Machbarkeitsstudie wurden vier Standorte auf ihre Eignung für einen Neubau geprüft. Als geeignetster Standort erwies sich ein Perimeter im Osten des Schulareals Boppartshof zwischen Spielwiese und Spielplatz.

Mit Beschluss vom 27. Oktober 2020 stimmte das Stadtparlament der Wettbewerbsdurchführung an diesem Standort zu. Rund acht Monate später reichte am 2. Juli 2021 ein Komitee eine Petition ein und forderte, dass ein alternativer Standort für den Neubau der Tagesbetreuung gesucht werden soll.

Begründet wurde das Anliegen mit der Beanspruchung der für das Quartier wichtigen Rasenspielfläche durch den Neubau. Der Stadtrat hat sich im Rahmen der Wettbewerbsresultate nochmals intensiv mit dem Standort des Neubaus befasst.

Standort wurde festgelegt

Dabei hat sich bestätigt, dass der geplante Standort die gestellten Anforderungen am besten erfüllt. Die Verkleinerung der Spielwiese ist beim gewählten Standort zwar als Nachteil zu gewichten.

Aber auch die Alternativstandorte weisen alle ihre spezifischen Nachteile auf. Die Rasenfläche misst noch immer 63 auf 50,5 Meter und steht dem Quartier auch weiterhin als Raum für Bewegung und Sport zur Verfügung.

Rund ein Drittel derjenigen Fläche, um welche die Spielwiese beschnitten werden muss, wird zudem auch künftig als Grünfläche bestehen bleiben und Spielwiese und Spielplatz verbinden.

Partizipation und weiteres Vorgehen

Der Stadtrat versteht den vom Petitionskomitee geäusserten Wunsch nach Einbezug der Quartierbevölkerung. Er räumt ein, dass dieser besser und früher hätte stattfinden müssen. Der Stadtrat beabsichtigt, die Quartierbewohner zusammen mit der Schule, der Betreuung und weiteren Betroffenen in die konkrete Ausgestaltung des Aussenraums rund um den Neubau mit einzubeziehen.

Dasselbe gilt auch für den frei werdenden Platz am Standort des Provisoriums, welcher nach dem Rückbau des Holzpavillons künftig der Schule und dem Quartier als zusätzlicher Spiel- und Aufenthaltsort dienen soll.

Das Siegerprojekt bildet die Grundlage für die Erarbeitung eines Vorprojekts mit Kostenschätzung. Der Projektkredit wird schliesslich dem Stadtparlament zur Genehmigung unterbreitet. Der Neubau soll im Jahr 2026 am gewählten Standort eröffnet werden.