Sanijel Kucani absolviert 200 Spiele für den SC Brühl
Sanijel Kucani hat für den SC Brühl sein 200. Spiel absolviert. Der Vize-Captain trägt seit über sieben Jahren das Trikot des St. Galler Promotion-League-Klubs.

Wie der SC Brühl berichtet, kann man «zweihundert Spiele» in zwei Sekunden aufschreiben, doch wenn man sie ausrechnet, dauert es länger. Zweihundert Spiele sind etwa siebzehntausend Minuten auf dem Platz, wenn man grosszügig rechnet, und deutlich mehr, wenn man das Aufwärmen mitzählt.
Es sind rund sechshundert Trainings, ungefähr hundert Auswärtsfahrten und eine schwer zu beziffernde Menge an Zeit in Cars, auf Autobahnen, in Kabinen, die immer ein bisschen zu klein sind und immer gleich riechen.
Es sind Samstage, an denen andere Leute Ausflüge machen. Es sind Sommer, die im Juli enden, weil die Vorbereitung beginnt. Sanijel Kucani hat das über sieben Jahre lang gemacht. Beim SC Brühl.
Vierzehn Tore stehen daneben, und wer Kucani spielen sieht, weiss, dass die Zahl nicht das Wesentliche erfasst. Er ist nicht der Spieler, den man am Montag in der Torschützenliste sucht. Er ist der, den man vermisst, wenn er nicht dabei ist — und das ist im Fussball die deutlich seltenere Kategorie.
Kucani steht für Kontinuität
Sieben Jahre in einem Verein sind heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Promotion League ist eine Liga der Bewegung. Spieler kommen im Winter, gehen im Sommer, machen den nächsten Schritt oder auch den übernächsten. In dieser Saison hat sich bereits gezeigt, wie schnell das gehen kann: Bleron Mulliqi war im Januar gekommen und im August wieder weg, mit einem Tor in Luzern als bleibendem Andenken. So ist das, und es ist auch gut so.
Aber es braucht die anderen auch. Die, die bleiben. Die, die den Neuen zeigen, wo die Trainingsleibchen liegen und wie das hier läuft. Die, die nach einer Niederlage in Basel als Erste in der Kabine sagen, was gesagt werden muss. Vize-Captain steht auf dem Papier. In der Praxis ist es mehr.
Nach dem 0:0 in Bavois hat Kucani gesagt, er habe in diesen Jahren alles erlebt, viele schöne Momente, und er geniesse es weiterhin — mit dieser Mannschaft und diesem Verein. Man kann so etwas sagen, weil es sich gut macht. Bei jemandem, der siebeneinhalb Jahre geblieben ist, darf man davon ausgehen, dass es stimmt.
Am Samstag, 12. September 2026, wurde er vor dem Anpfiff geehrt, es gab Applaus von einer Tribüne, die zum ersten Mal seit Wochen wieder besetzt war. Ein passender Rahmen, muss man sagen.








