Kanton St. Gallen: Nachtzüge und Nachtbusse deutlich stärker genutzt

Im Kanton St. Gallen und den Nachbarkantonen nutzen deutlich mehr Menschen das Nachtnetz: 50 Prozent mehr Fahrgäste in den Zügen, 75 Prozent mehr in den Bussen.

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Kanton St. Gallen: Nachtzüge und Nachtbusse deutlich stärker genutzt (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

Der Ausbau des Nachtnetzes in den Regionen Wil, Toggenburg, Bischofszell, St. Gallen-Bodensee, Rheintal sowie in Appenzell Ausserrhoden hat sich bewährt. Im ersten Betriebsjahr des neuen Konzepts stieg die Nachfrage sowohl bei den Nachtzügen als auch bei den Nachtbussen deutlich. Das zeigt das gemeinsame Monitoring der Kantone St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Thurgau.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024 wurde das Nachtnetz umfassend ausgebaut. Seither verkehren die Nacht-S-Bahnen zwischen Winterthur und St. Gallen im Halbstundentakt. Zudem umfasst das Angebot nun Verbindungen bis Heerbrugg und Lichtensteig.

Das Nachtbusnetz wurde auf die neuen Bahnverbindungen abgestimmt, räumlich erweitert und systematisiert. Das Monitoring bestätigt, dass der Angebotsausbau einem klaren Bedürfnis entspricht. Die Zahl der Fahrgäste auf den Nachtzügen stieg gegenüber dem Vorjahr um beinahe 50 Prozent – von 1'500 auf rund 2'200 Fahrgäste je Betriebsnacht.

Erfreulich entwickelt sich auch die neue Verbindung zwischen St. Gallen und Lichtensteig. Noch stärker fiel das Wachstum bei den Nachtbussen aus: Die Nachfrage nahm um rund 75 Prozent zu – von 1'300 auf rund 2'300 Fahrgäste je Betriebsnacht. Besonders in den Regionen Wil und Toggenburg, im Raum Herisau, Gossau, Bischofszell sowie in der Stadt St. Gallen stieg die Nachfrage besonders stark.

Auch aus betrieblicher Sicht fällt die Bilanz positiv aus. Die Rückmeldungen der Transportunternehmen zeigen, dass Fahrpläne, Anschlüsse und Fahrzeugumläufe weitgehend zuverlässig funktionieren.

Nachtangebote sind aufgrund von Nachtzuschlägen für das Personal und Sicherheitsmassnahmen verhältnismässig teuer. Entsprechend fällt ihre Wirtschaftlichkeit tiefer aus als bei Angeboten am Tag. Im Jahr 2025 wurde über alle Nachtzüge ein Kostendeckungsgrad von 56% erreicht.

Die Nachtbuslinien weisen gesamthaft einen Kostendeckungsgrad von rund 25% auf. Neue öV-Angebote benötigen in der Regel mehrere Jahre, bis sie ihr Nachfragepotenzial vollständig ausschöpfen. Die drei Kantone werden die Entwicklung deshalb weiterhin beobachten.

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