St. Gallen: Medizinausbildung gesichert – bald 100 Studienplätze

Die Kantone St. Gallen und Zürich führen die Medizinausbildung in St. Gallen ab 2030 als «UZH Medical Campus Ostschweiz» weiter – mit 100 statt 40 Plätzen.

St. Gallen
Das historische Zentrum der Stadt St. Gallen (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

Seit dem Jahr 2020 absolvieren Medizinstudierende den Joint Medical Master der Universitäten St. Gallen und Zürich am Standort St. Gallen. Die Zusammenarbeit der beiden Universitäten ist bis Ende Juli 2030 befristet. Damit das Masterstudium in Humanmedizin auch darüber hinaus in St. Gallen angeboten werden kann, haben die Kantone St. Gallen und Zürich nun eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Die Universität Zürich soll den «UZH Medical Campus Ostschweiz» am Standort St. Gallen führen. Die beiden Kantone bekennen sich damit zum langfristigen Erhalt des Studienangebots und schaffen die Grundlage für dessen Weiterführung durch die Universität Zürich.

Die Sicherung des Medical Masters ist ein wichtiger Schritt für die Ostschweiz. Mit der Weiterführung und dem geplanten Ausbau des Studienangebots von 40 auf 100 Plätze können künftig mehr Medizinerinnen und Mediziner in der Region ausgebildet werden. Erfahrungsgemäss erhöht eine Ausbildung vor Ort die Wahrscheinlichkeit, dass Fachkräfte später auch in der Region tätig bleiben.

Das stärkt die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung nachhaltig.

Vertiefte Zusammenarbeit stärkt den Medizinstandort Schweiz

Die Zusammenarbeit zwischen der Universität Zürich und den Ostschweizer Gesundheitseinrichtungen soll vertieft werden. HOCH Health Ostschweiz, die Psychiatrie St. Gallen, das Ostschweizer Kinderspital und die freipraktizierenden Ärztinnen und Ärzte bleiben zentrale Partner in der Ausbildung der künftigen Ärztinnen und Ärzte. Unter anderem ist vorgesehen, dass ein bis zwei nicht-klinische strukturelle Professuren sowie bis zu drei Professuren ad personam für wissenschaftlich qualifizierte Personen am UZH Medical Campus Ostschweiz errichtet werden.

Die Zusammenarbeit eröffnet neue Möglichkeiten für Forschung, Lehre und Innovation und stärkt den Medizinstandort Nordostschweiz insgesamt. Der Kanton Zürich leistet mit dem Projekt «Med500+» bereits einen substanziellen Beitrag für eine zeitgemässe und praxisnahe Medizinausbildung. Bis im Jahr 2030 soll das Medizinstudium an der Universität Zürich reformiert und die Zahl der Studienplätze deutlich ausgebaut werden.

Ihr umfangreiches Wissen aus diesem Projekt kann die Universität Zürich am UZH Medical Campus Ostschweiz direkt einfliessen lassen. Gleichzeitig profitiert die Universität Zürich in Forschung und Lehre von der vertieften Zusammenarbeit mit den St. Galler Gesundheitsinstitutionen.

Absichtserklärung als Vorstufe zum Kooperationsvertrag

Die Absichtserklärung bildet die Grundlage für die nächsten Schritte. Der Kanton St. Gallen wird mit dem neuen Gesundheitsgesetz, das sich derzeit in der parlamentarischen Beratung befindet, die gesetzlichen Voraussetzungen für die Weiterführung des Medical Masters schaffen. Der Kanton Zürich unterstützt die Universität Zürich beim Aufbau des UZH Medical Campus Ostschweiz.

Bis zum Frühjahr 2027 soll ein verbindlicher Kooperationsvertrag ausgearbeitet werden.

Mehr zum Thema:

Kommentare

Weiterlesen

SRF
56 Interaktionen
Neuer Trend
vermisste personen
26 Interaktionen
Flut-Drama in Nepal

MEHR AUS ST. GALLEN

St. Gallen
St. Gallen
St. Gallen
St. Gallen