Kanton St. Gallen: Gymnasien starten mit neuem Fach ins Schuljahr
Im Kanton St. Gallen starten 716 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten nach neuem Recht – an den Kantonsschulen St. Gallen, Sargans und Wil beginnt die Reform.

Mit dem Schuljahr 2026/27 treten die ersten St.Galler Gymnasiastinnen und Gymnasiasten nach den Vorgaben des Projekts «Gymnasium der Zukunft» in ihre Ausbildung ein. Der Kanton St.Gallen erneuert damit seine gymnasiale Bildung so grundlegend wie letztmals in den 1990er-Jahren.
Das «Gymnasium der Zukunft» startet zu Schuljahresbeginn an den Kantonsschulen am Burggraben St.Gallen, Sargans und Wil. Hinter der Reform steht das Projekt «Gymnasium der Zukunft», mit dem der Kanton St.Gallen die nationale Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität (WEGM) umsetzt – weiter fortgeschritten als die meisten anderen Kantone. Das Projekt gliedert sich in drei Teilbereiche: neue Lehr- und Lernformen, die Rahmenbedingungen des gymnasialen Unterrichts (insb.
Stundentafel und Lehrplan) sowie die Schnittstellen zur Oberstufe und zu den Hochschulen.
Bewussten Umgang mit eigenen Denkprozessen fördern
Im Schulalltag zeigt sich das in mehreren Neuerungen: Interdisziplinär gestaltete Halbtages-Sequenzen verbinden künftig Fächer, die bisher getrennt unterrichtet wurden. Mit «Grundlagen für reflektiertes Denken» erhalten die Gymnasien zudem ein neues Fach, das den bewussten Umgang mit Wissen und den eigenen Denkprozessen fördert. Ein neu geordneter Katalog an Schwerpunktfächern eröffnet den Schülerinnen und Schülern mehr Wahlmöglichkeiten nach ihren Interessen.
Am fächerorientierten Charakter des Gymnasiums – zentral für die Anschlussfähigkeit an die Hochschulen – ändert sich damit nichts. Die Schülerinnen und Schüler sollen so noch gezielter auf Studium, Beruf und die Herausforderungen der Gesellschaft vorbereitet sein.
Ein Kunstwerk zum Auftakt
Zum Auftakt des ersten Jahrgangs gestalten die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen mit dem Künstler «Fredinko» gemeinsam an drei St.Galler Mittelschulen ein Kunstwerk. Im Zentrum des Kunstprojekts stehen Kreativität, Zusammenarbeit und die Frage: Wie wollen die Jugendlichen ihre Zukunft gestalten? Die Werke, die daraus entstehen, sollen für Aufbruch, Vielfalt und gemeinsames Lernen stehen – und sichtbar machen, dass mit diesem Jahrgang tatsächlich etwas Neues beginnt.
Rund 5'000 Schülerinnen und Schüler und 700 Lehrpersonen
Im Schuljahr 2026/27 starten gesamthaft 1’065 neue Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, 716 davon nach neuem Recht. Gesamthaft zählen die sechs St.Galler Mittelschulen rund 5'000 Schülerinnen und Schüler. Rund 700 Lehrpersonen unterrichten an den Mittelschulen.
Der Kanton St.Gallen führt sechs Mittelschulen: Kantonsschule am Burggraben St.Gallen (KSBG), Kantonsschule am Brühl St.Gallen (KSB), Kantonsschule Heerbrugg (KSH), Kantonsschule Sargans (KSS), Kantonsschule Wattwil (KSW), Kantonsschule Wil (KSWil). Geführt werden vier Ausbildungen: Gymnasium, Fachmittelschule, Wirtschaftsmittelschule und Informatikmittelschule.






