Ein Mann aus Steinach wird wegen Sexualdelikten angeklagt. Er suchte im Internet minderjährige Mädchen, um mit diesen seine sexuellen Fantasien auszuleben.
Steinach
Gemeindehaus Steinach in St. Gallen. Der Ehemalige Arbeitsplatz vom 54-jährigen Straftäter. - Nau.ch / Miriam Danielsson

Das Wichtigste in Kürze

  • Der ehemalige Gemeindeschreiber von Steinach SG wird angeklagt.
  • Er muss sich gegenüber dem Vorwurf mehrerer Sexualdelikte verantworten.

Die St. Galler Staatsanwaltschaft hat den ehemaligen Gemeindeschreiber von Steinach wegen Sexualdelikten angeklagt. Dem 54-jährige Schweizer wird vorgeworfen im Internet Kontakt zu Mädchen gesucht zu haben, um mit diesen seine sexuellen Fantasien auszuleben. Seit Frühjahr 2017 während knapp zwei Jahren.

Die Staatsanwaltschaft hat die aufwendige Strafuntersuchung gegen den Mann abgeschlossen. Er wird angeklagt wegen mehrfacher Pornografie und mehrfacher versuchter Pornografie. Weiter wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind, versuchtem Menschenhandel und versuchter Anstiftung zu Menschenhandel.

Freiheitsstrafe für den Ex-Gemeindeschreiber von Steinach

Die Staatsanwaltschaft beantragt laut Mitteilung vom Donnerstag beim Kreisgericht St. Gallen für den Beschuldigten eine Freiheitsstrafe von vier Jahren, unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Sowie eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 100 Franken. Weiter fordern sie ein lebenslanges Verbot betreffend Tätigkeiten, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfassen.

Beatrice Giger, Sprecherin der St. Galler Staatsanwaltschaft, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass es sich bei dem Beschuldigten um den ehemaligen Gemeindeschreiber von Steinach handelt.

Steinach
Ein Auto der Polizei St. Gallen. Die St. Galler Kantonpolizei nahm den ehemaligen Gemeindeschreiber von Steinachfest. (Symbolbild) - Keystone

Der Fall hatte schweizweit für Schlagzeilen gesorgt. Die St. Galler Kantonspolizei hatte den damaligen Gemeindeschreiber am 13. November 2019 an seinem Arbeitsplatz im Gemeindehaus von Steinach festgenommen.

Hinweise der österreichischen Staatsanwaltschaft

Zur Verhaftung kam es, weil die Staatsanwaltschaft Hinweise von einer österreichischen Staatsanwaltschaft erhalten hat. Daraufhin hatte sie ein eigenständiges Strafverfahren eröffnet, wie es in der Mitteilung vom Donnerstag weiter heisst.

Der Mann befand sich für 52 Tage in Untersuchungshaft. Dann hiess das Zwangsmassnahmengericht das Haftentlassungsgesuch des Beschuldigten entgegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft gut. Er wurde unter Anordnung von Ersatzmassnahmen in die Freiheit entlassen.

Steinach
Auf en ehemalige Gemeindeschreiber von Steinach treffe der Vorwurf der mehrfachen Pornografie - dpa-infocom GmbH

«Bei der Suche nach Mädchen im Internet konversierte er mit rund 20 Personen», erklärte Giger. Weshalb den Mann der Vorwurf der mehrfachen Pornografie, der mehrfachen harten Pornografie und der mehrfachen versuchten harten Pornografie treffe.

Weitere Strafbestände

Darüber hinaus wird ihm zur Last gelegt, wiederholt unter 16-jährige Chat-Partnerinnen verleitet zu haben, an sich selbst sexuelle Handlungen vorzunehmen. Deshalb trifft ihn zusätzlich der Vorwurf der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind.

Sogenannte «Hands-on-Delikte» werden dem Beschuldigten laut Giger nicht zur Last gelegt. Indes muss er sich wegen versuchten Menschenhandels und versuchter Anstiftung zu Menschenhandel in Bezug auf eine minderjährige Person verantworten. Dies, weil er übers Internet Kontakt mit einer Organisation aufgenommen haben soll. Er wollte ein 9-jähriges Mädchen zwecks sexueller Ausbeutung für einige Stunden «mieten».

Auch hier sei es zu keinem persönlichen Kontakt zwischen dem Mann und einem Kind gekommen. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Mehr zum Thema:

Menschenhandel Internet Franken Chat