Drei EM-Medaillen: Die Ostschweiz wird zur Leichtathletik-Hochburg
Die Ostschweiz wird zur Leichtathletik-Hochburg: Salomé Kora, Dominic Lobalu und Simon Ehammer holen in Birmingham drei EM-Medaillen.

Was für ein dramatisches Finale an der Leichtathletik-EM im englischen Birmingham am vergangenen Samstag: In der Staffel über 4 x 400 Meter holt sich die St. Gallerin Salomé Kora mit ihren Kolleginnen Leonie Pointet, Géraldine Di Tizio-Frey und Fabienne Hoenke Silber. Und das, obwohl der letzte Stabwechsel von Pointet auf Kora alles andere als sauber läuft.
Kora zündete den Turbo
Doch das alles scheint die Sprinterin vom LC Brühl, die im Winter auch als Anschieberin im Zweierbob (7. Platz an den Olympischen Winterspielen) zu gefallen weiss, nicht aus der Bahn zu werfen. Kora, Tochter einer Ostschweizerin und eines Beniners, zündet auf Zwischenrang 5 den Turbo und läuft am Schluss als Zweite ins Ziel. Zeit: 43,12 Sekunden.

Was für eine Erlösung nach zwei 4. Plätzen an Europameisterschaften. Kora sagt nach dem fast verpatzten Wechsel auf SRF: «Ich kann nicht erklären, wie das danach möglich war. Wir wollten diesen Erfolg heute einfach unbedingt.»
«Ein Riesen-Moment»
Der LC Brühl jubelt am Wochenende ein zweites Mal. Der gebürtige Südsudanese Dominic Lobalu läuft über 10 000 Meter auf Rang 2. Nach dem Zieldurchlauf knöpft sich Lobalu, vor zwei Jahren in Rom Europameister, eine Schweizer Fahne um den Hals.

In die TV-Mikrofone sagt er: «Ein Riesen-Moment, das freut mich.» Auf seiner Homepage beschreibt sich der ehemalige Flüchtling so: «Wenn er läuft, dann fliegt er. Wenn er siegt, dann tanzt er. Wenn er lacht, dann inspiriert er.» Nach einem Rennen 2019 in Genf als Mitglied des «Athlete Refugee Team» beantragte der Vollwaise Lobalu in der Schweiz Asyl.
Und landet danach in St. Gallen bei Leichtathletik-Trainer Markus Hagmann.
Silber für Appenzeller
Schon vor einer Woche erlöst der Appenzeller Zehnkämpfer Simon Ehammer die Schweiz mit der ersten Medaille. Im Weitsprung fliegt der Mann vom TV Teufen Leichtathletik auf 8,29 Meter – nur der Grieche Miltiadis Tentoglu segelt mit 8,44 Meter weiter. Silber für Ehammer.

Dieser Artikel ist zuerst im «Rheintaler Bote» erschienen.








