Kanton Solothurn: Polizei soll 100 zusätzliche Stellen erhalten
Der Kanton Solothurn hat eine der tiefsten Polizeidichten der Schweiz. Bis 2035 soll das Korps deshalb um rund 100 Stellen wachsen – 51 davon ab 2027.

Die Belastung der Polizei Kanton Solothurn hat in den vergangenen Jahren markant zugenommen, ohne dass die personellen Ressourcen entsprechend ausgebaut wurden. Das zeigt der «Sicherheitsbericht 26+», den der Regierungsrat verabschiedet hat. Um die Sicherheit im Kanton langfristig gewährleisten zu können, soll der Korpsbestand schrittweise um rund 100 Stellen bis ins Jahr 2035 erhöht werden.
Ausgangspunkt des «Sicherheitsberichts 26+» bildeten parlamentarische Vorstösse aus dem Jahr 2025, welche eine Überprüfung der Leistungen und Strukturen der Polizei Kanton Solothurn im Zusammenhang mit einer möglichen Korpserhöhung verlangten. Der Bericht zeigt auf, dass die Zahl der zur Anzeige gebrachten Delikte in den vergangenen zehn Jahren deutlich angestiegen ist. Besonders stark zugenommen haben Vermögensdelikte sowie die Komplexität der Strafverfahren.
Gleichzeitig entstanden neue Anforderungen etwa im Bereich der Cyberkriminalität, der Strukturkriminalität oder der Präventionsarbeit.
Die Polizei Kanton Solothurn bewältigt heute eine hohe Kriminalitätsbelastung, verfügt aber gleichzeitig über eine der tiefsten Polizeidichten der Schweiz. Im interkantonalen Vergleich weist der Kanton Solothurn eine der höchsten Anzeigenbelastungen pro Mitarbeitendem auf. Dies führt zu einer hohen Belastung des Polizeikorps und schränkt die Möglichkeiten für zusätzliche Präsenz, Prävention und Schwerpunktsetzungen ein.
Bereits heute müssen Aufgaben priorisiert oder zurückgestellt werden, was sich negativ auf die sichtbare Polizeipräsenz und die Kriminalitätsbekämpfung auswirkt.

Gestaffelter Ausbau des Polizeikorps
Der Regierungsrat anerkennt die bereits umgesetzten Effizienzsteigerungen innerhalb der Kantonspolizei. Mit organisatorischen Anpassungen und dem verstärkten Einsatz von Informationstechnologie konnten Prozesse optimiert werden. Diese Massnahmen reichen jedoch nicht aus, um die bestehenden personellen Lücken zu schliessen und den steigenden Anforderungen nachhaltig zu begegnen.
Der Regierungsrat erachtet deshalb einen gestaffelten Ausbau des Polizeikorps als notwendig. Bis im Jahr 2035 sollen rund 100 zusätzliche Stellen geschaffen werden. Um die dringendsten Lücken zu schliessen, sollen in einer ersten Phase 51 zusätzliche Stellen während der Globalbudgetperiode 2027–2029 geschaffen werden.
Dieser Schritt ermöglicht insbesondere eine stärkere Polizeipräsenz im öffentlichen Raum und eine gezieltere Bekämpfung der Strukturkriminalität. In einer zweiten Phase sollen in den Globalbudgetperioden 2030–2032 sowie 2033–2035 total weitere 50 zusätzliche Stellen geschaffen werden. Ziel ist es, die Sicherheit im gesamten Kantonsgebiet weiter zu erhöhen, die Polizeipräsenz auszubauen und neue Herausforderungen – insbesondere im Cyberraum – wirksam bewältigen zu können.
Mit dieser Aufstockung würde der Kanton Solothurn bezüglich Polizeidichte ins schweizerische Mittelfeld aufschliessen. Der Regierungsrat erachtet dies als unabdingbar. «Es ist eine Investition in die Sicherheit, die Standortattraktivität und die Lebensqualität unseres Kantons», sagt Frau Landammann Susanne Schaffner.
Ein Verzicht auf eine Korpserhöhung würde zu weiteren sicherheitspolitischen Nachteilen führen und die Erreichung der kantonalen Sicherheitsziele im Legislaturplan gefährden.










