Wie die Gemeinde Itingen berichtet, beeinträchtigen die sogenannten Elterntaxis die Verkehrssicherheit vor den Schulhäusern und dem Kindergarten.
Die Sissacher Fluh ist ein beliebtes Ausflugsziel. Links blickt man auf Sissach und rechts auf Itingen und die Jurahöhen.
Die Sissacher Fluh ist ein beliebtes Ausflugsziel. Links blickt man auf Sissach und rechts auf Itingen und die Jurahöhen. - Nau.ch / Werner Rolli
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«Geben Sie den Kindern mehr Raum.» – Unter diesem Motto starteten in der Vergangenheit verschiedene Baselbieter Gemeinden eine gemeinsame Kampagne, damit die Kinder den Schulweg wieder vermehrt zu Fuss oder mit dem Velo bewältigen.

Denn der Schulweg ist für Kinder wichtig. Es ist die «erwachsenenlose» Zeit zwischen zu Hause und der Schule, in der die Kinder unter keiner Aufsicht stehen.

Auf dem Schulweg müssen die Kinder zwangsläufig lernen, als eigenständige Persönlichkeiten ein Stück (Lebens)-Weg zu bewältigen.

Selbstständig Erfahrungen sammeln

Natürlich ist die Welt heute hektischer, natürlich hat es mehr Verkehr. Aber der Verzicht auf den Schulweg zu Fuss oder mit dem Velo ist keine Antwort auf diese Herausforderung.

Im Gegenteil: Das Problem verlagert sich auf später, weil das Kind den Umgang mit den heutigen Gefahren nicht erlernen kann.

Um sich in der heutigen Welt bewegen zu können, brauchen Kinder den Freiraum, selbstständig Erfahrungen sammeln zu können.

Ein Beitrag an den Umweltschutz

Kinder, die den Schulweg zu Fuss oder mit dem Velo bewältigen, werden motorisch und sozial gefördert. Sie sind gesünder und weniger übergewichtig.

Sie entdecken Pflanzen, Tiere, Menschen. Die Kinder werden selbstständiger und verantwortungsbewusster. Sie stärken ihr Selbstbewusstsein und gewinnen Sicherheit.

Sie begegnen täglich den Launen des Wetters: Sie schwitzen unter der gleissenden Sonne, sie fangen Schneeflocken mit der Zunge ein, sie springen in Pfützen.

Und nicht zuletzt leisten sie so auch einen Beitrag an den Umweltschutz.

Elterntaxis beeinträchtigen die Verkehrssicherheit vor den Schulhäusern

Auslöser der Kampagne «Geben Sie den Kindern mehr Raum» ist die Entwicklung vor den Schulhäusern.

Die sogenannten Elterntaxis beeinträchtigen mittlerweile die Verkehrssicherheit vor den Schulhäusern und dem Kindergarten.

Eltern, die ihre Kinder unter anderem aus Sicherheitsüberlegungen zur Schule fahren, gefährden die Sicherheit anderer Kinder.

Das wiederum bringt weitere Eltern dazu, ihre Kinder zur Schule zu fahren – ein Teufelskreis zum Schaden der Kinder.

Mit den Kameraden mehr Zeit verbringen

Die Kampagne «Geben Sie den Kindern mehr Raum» will Eltern zum Nachdenken anregen: «Tue ich meinem Kind wirklich einen Gefallen, wenn ich es zur Schule fahre?»

Als Anregung dazu steht die Enttäuschung der Kinder, dass sie vor und nach der Schule nicht mit ihren Kameraden und Kameradinnen Zeit verbringen können.

Sie erleben weniger gemeinsam, tauschen sich weniger untereinander aus und – auch dies gehört zum Leben – tragen weniger Konflikte selbst aus.

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