Kanton Schwyz: Über 60 Japankäfer gefangen – Bevölkerung soll mithelfen
In den Lockstofffallen des kantonalen Pflanzenschutzdienstes gingen bereits über 60 Japankäfer – deutlich mehr als im ganzen Vorjahr. Betroffen ist vor allem die Region Arth-Goldau.

Für die Bekämpfung des Japankäfers ist der Kanton Schwyz auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. (Bild: Aline Knoblauch, Eidg. Pflanzenschutzdienst EPSD)
Die Überwachungsmassnahmen des kantonalen Pflanzenschutzdienstes zeigen Wirkung: Bei den Kontrollen der Lockstofffallen wurden im Kanton Schwyz bislang über 60 Japankäfer nachgewiesen. Die Funde stammen sowohl aus dem bekannten Befallsherd im Gebiet Sägel als auch aus Standorten innerhalb der Pufferzone.
Dass bereits zu Beginn der Flugzeit mehrere Käfer gefangen wurden, ist ein Zeichen dafür, dass das engmaschige Überwachungsnetz funktioniert und vorhandene Populationen frühzeitig erkannt werden können. Gleichzeitig zeigen die Fänge, dass der Japankäfer weiterhin im Kanton vorkommt und die Bekämpfung konsequent fortgesetzt werden muss. Die diesjährigen Fangzahlen liegen bereits deutlich über denjenigen des gesamten Vorjahres (total 9 gefangene Japankäfer).
Diese Entwicklung war aufgrund des milden Winters, der warmen Witterung sowie der zunehmenden Ausbreitung des Japankäfers in benachbarten Kantonen erwartet worden. Ziel bleibt es, eine weitere Ausbreitung möglichst zu verlangsamen und neue Befallsherde frühzeitig zu erkennen. Die Zunahme der Fänge in der Region Arth-Goldau sowie neue Befallsherde in benachbarten Kantonen zeigen jedoch, dass sich die Japankäfer-Situation weiter verschärft.
Population breitet sich innerhalb der Pufferzone aus
Die aktuellen Fänge zeigen, dass sich der Japankäfer nicht mehr ausschliesslich im bekannten Befallsherd des Naturschutzgebietes Sägel aufhält. Über 40 Käfer wurden an Standorten innerhalb der Pufferzone gefangen. Besonders betroffen sind derzeit die Gebiete rund um die Sportanlage Oberarth sowie Bifang und Sarbach.
Auch beim Bahnhof Arth-Goldau gab es dieses Jahr wieder Fänge. Bei diesen Japankäfern wird jedoch vermutet, dass es sich um blinde Passagiere handelt, welche mit dem Güterverkehr aus dem Tessin oder Norditalien über die Alpen gelangten.
Die Fallen dienen der Früherkennung und ermöglichen es, neue Befallsherde rasch zu erkennen. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, möglichst viele adulte Käfer abzufangen und die weitere Ausbreitung zu verlangsamen. Der kantonale Pflanzenschutzdienst beobachtet die Situation laufend und ist für kommende Massnahmen im intensiven Austausch mit dem Bund und Agroscope.
Die Überwachung wird an einzelnen Standorten gezielt verstärkt. Für den Sommer 2026 sind derzeit keine zusätzlichen Einschränkungen für Bevölkerung oder Landwirtschaft vorgesehen.
Warum ist der Japankäfer problematisch?
Der Japankäfer gilt europaweit als besonders gefährlicher Quarantäneschädling. Sowohl die erwachsenen Käfer als auch ihre Larven verursachen erhebliche Schäden. Die ausgewachsenen Käfer fressen Blätter, Blüten und Früchte von über 400 Pflanzenarten.
Besonders betroffen sind unter anderem Rosen, Reben, Obstbäume, Mais, Beeren sowie verschiedene Laubgehölze. Noch grösser können die Schäden durch die Larven sein. Sie leben im Boden und ernähren sich von den Wurzeln von Gräsern und Kulturpflanzen.
Dadurch können Rasenflächen, Wiesen, Sportplätze und landwirtschaftliche Kulturen grossflächig geschädigt werden. Sollte sich der Japankäfer dauerhaft in der Schweiz etablieren, wären erhebliche wirtschaftliche Folgen für Landwirtschaft, Gartenbau sowie öffentliche und private Grünanlagen zu erwarten.
Japankäfer werden über eine Lockstofffalle angelockt und gefangen. (Bild: AfL)
Bevölkerung kann entscheidend mithelfen
Der Japankäfer ist ein meldepflichtiger Quarantäneorganismus. Der kantonale Pflanzenschutzdienst bittet deshalb die Bevölkerung, verdächtige Käfer nicht freizulassen und möglichst zu melden. Typische Merkmale des Japankäfers sind:
etwa 1 bis 1.2 Zentimeter gross (etwa so gross wie eine Kaffeebohne)






