Kanton Schwyz: Feuerverbot bleibt – Waldbrandgefahr auf Stufe 4

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Im Kanton Schwyz gilt seit dem 10. Juli 2026 die Gefahrenstufe 4. Das Feuerverbot im Wald und in Waldnähe bleibt bis auf Widerruf in Kraft.

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Kanton Schwyz: Der Fluss Muota in der Gemeinde Muotathal (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

Im Kanton Schwyz gilt seit dem 10. Juli 2026 die Waldbrandgefahrenstufe 4 «grosse Gefahr» und damit ein Feuerverbot im Wald und in Waldnähe. Doch was bedeuten die verschiedenen Gefahrenstufen und welche langfristigen Auswirkungen hätte ein grossflächiger Waldbrand im Kanton Schwyz?

Seit dem 10. Juli 2026 und bis auf Widerruf gilt im Kanton Schwyz die Waldbrandgefahrenstufe 4 «grosse Gefahr». Damit verbunden ist ein Feuerverbot im Wald und in Waldnähe sowie ein bedingtes Feuerverbot und ein Feuerwerksverbot auf der gesamtem Kantonsfläche.

In der Schweiz wird die Waldbrandgefahr auf einer Skala von 1 «geringe Gefahr» bis 5 «sehr grosse Gefahr» eingestuft. Mit jeder höheren Gefahrenstufe steigt nicht nur das Risiko eines Waldbrandes, sondern auch der Umfang der Schutzmassnahmen. Welche Massnahmen mit welcher Gefahrenstufe verbunden sind, ist schweizweit nicht einheitlich geregelt, weshalb es kantonale Unterschiede geben kann.

Jedoch haben die Zentralschweizer Kantone eine identische Definition der Gefahren- und Massnahmenstufen definiert.

Spärliche Niederschläge seit Jahresbeginn

Die aktuelle Wetterlage begünstigt Waldbrände. Seit Wochen fällt kaum Regen und auch die erste Jahreshälfte war nur spärlich mit Niederschlägen gesegnet. Die Böden sind trocken und Bäume, Gras und Pflanzen enthalten nur noch wenig Feuchtigkeit.

Ein Funke von einer weggeworfenen Zigarette oder von einem Grillfeuer kann genügen, um trockenes Gras oder Laub zu entzünden. Diesen Sommer ereigneten sich im Kanton Schwyz bereits mehrere Flurbrände. Kommt Wind hinzu, können sich die Flammen innerhalb kurzer Zeit über grosse Flächen ausbreiten und die Löscharbeiten erschweren.

Verlust der Schutzwirkung

Ein grossflächiger Waldbrand kann im Kanton Schwyz weitreichende Folgen haben. Besonders betroffen wären die zahlreichen Schutzwälder. Rund 60 % der Schwyzer Wälder haben eine Schutzfunktion.

Sie stabilisieren mit ihren Wurzeln steile Hänge, verhindern Steinschlag, bremsen Lawinen und schützen so Siedlungen, Strassen und weitere Infrastrukturen. Werden diese Wälder zerstört, wird die Bevölkerung nicht mehr geschützt. Hinzu kommt: Bis sich der Wald erholt hat, vergehen mehrere Jahrzehnte.

Ökologische Auswirkungen

Ohne die schützende Vegetation trocknet der Waldboden schneller aus, wodurch seine Fähigkeit zur Wasserspeicherung abnimmt. Dies hat zur Folge, dass das Wasser bei Starkregen abfliesst, anstatt vom Boden gespeichert zu werden. Nach einem Brand fehlen Bäume, die ebenfalls viel Wasser speichern.

Die Folgen des Baum- respektive Waldverlustes sind vermehrte Überschwemmungen. Zudem sinkt durch den fehlenden Wald die Speicherung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Nicht zuletzt verschwindet wichtiger Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten – zumindest vorübergehend.

Ebenso wäre das Landschaftsbild über mehrere Jahre sichtbar geprägt.

Wirtschaftliche Schäden

Nicht nur die Brandbekämpfung verursacht hohe Kosten. Waldstrassen und Wanderwege müssten wieder instand gestellt werden. Für die Waldeigentümer bedeutet der Verlust der Holzbestände einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden.

Der Aufwand, der für die Pflege und Durchforstung der Wälder investiert wurde, wäre vergebens gewesen und das Holz könnte nicht mehr dem Holzkreislauf zugeführt werden. Wenn Schutzwälder fehlen müssen kostspielige technische Verbauungen wie beispielsweise Hangsicherungen oder Steinschlagschutznetze erstellt werden, um die Bevölkerung vor Naturgefahren zu schützen.

Gemeinsam Waldbränden vorbeugen

Mit dem Klimawandel werden längere Trockenperioden und Hitzewellen häufiger. Dadurch steigt das Risiko von Waldbränden in der Schweiz. Noch ist der Kanton Schwyz vor einem grossen Waldbrand verschont geblieben.

Die aktuelle Trockenheit und die Meldungen aus anderen Ländern Europas zeigen jedoch, wie schnell sich die Situation ändern kann. Umso wichtiger sind vorbeugende Massnahmen. Wer Feuerverbote einhält, keine Zigaretten achtlos wegwirft und ungewöhnliche Rauchentwicklungen sofort meldet, trägt dazu bei, unsere Wälder zu erhalten.

Den Wald vor einem Waldbrand zu schützen ist eine Aufgabe, die Behörden und die Bevölkerung gemeinsam tragen.

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