Wie die Gemeinde Ingenbohl berichtet, beantragt der Gemeinderat für 2022 eine Senkung des Steuerfusses von 165 Prozent auf 160 Prozent.
Ingenbohl
Die Ortstafel von Ingenbohl und Brunnen am Donnerstag, 6. Februar 2020. - Keystone

Der Gemeinderat Ingenbohl beantragt trotz eines geplanten Defizits von rund 1.5 Millionen Franken eine Senkung des Steuerfusses von 165 Prozent auf 160 Prozent.

Der Voranschlag 2022 von Ingenbohl weist in der Erfolgsrechnung bei einem Totalaufwand von 44.8 Millionen Franken und einem Totalertrag von 43.3 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von 1.5 Millionen Franken aus.

Trotz dieses deutlichen Defizits hat der Gemeinderat entschieden, bei den Bürgern für das Jahr 2022 eine Senkung des Steuerfusses um fünf Basispunkte zu beantragen.

Steuerkraft konnte gesteigert werden

Dies ist einerseits dadurch gerechtfertigt, dass die Vorjahre wie aber auch das laufende Jahr deutlich besser abgeschlossen haben bzw. abschliessen wird als geplant und andererseits die Steuerkraft erfreulich gesteigert werden konnte.

Dieser an und für sich positive Effekt der verbesserten Steuerkraft hat für den Voranschlag jedoch nicht nur positive Folgen. So fällt der Finanz- und Lastenausgleich des Kantons zugunsten von Ingenbohl um zwei Millionen Franken geringer aus als im Jahr 2021.

Verschuldung im Auge behalten

Ab dem Jahr 2021 fällt für die Gemeinden der Beitrag an die Ergänzungsleistungen weg. Dies entlastet die Gemeinderechnung um rund 1.8 Millionen Franken.

Allerdings fällt im Gegenzug die Rechnung des Kantons für die Beiträge an die Pflegefinanzierung um fast eine Million Franken höher aus. Der Gemeinderat hat sich jedoch nicht nur mit der Erfolgsrechnung auseinandergesetzt, sondern sich auch intensiv über die Fremdfinanzierung Gedanken gemacht.

Die anstehenden grossen Herausforderungen erfordern es, dass der Finanzbedarf für die nächsten Jahre laufend analysiert und die Verschuldung im Auge behalten wird. Die anstehenden Grossprojekte Neugestaltung des Bahnhofareals, Erschliessung von Brunnen Nord wie aber auch die Strategie Schulliegenschaften werden sich in den nächsten Jahren stark auf das Fremdkapital auswirken.

Anlagen und Bauten gezielt instand setzen

Die Gemeinde ist jedoch überzeugt, durch die gewählte Finanzstrategie die intern gesetzte Zielsetzung einer Nettoschuld von weniger als 5'000 Franken pro Einwohner einhalten zu können. Der Finanzplan für die Jahre 2023 bis 2025 zeigt aber auch, dass es dem Gemeinderat wichtig ist, die bestehenden Anlagen und Bauten gezielt instand zu stellen.

So ist die Sanierung der Damm- und Gersauerstrasse vorgesehen, die Umsetzung der zweiten Etappe der Seeufergestaltung soll nach dem positiven Volksentscheid vorangetrieben werden und die in die Jahre gekommenen Fahrzeuge des Werkdienstes werden wo nötig ersetzt.

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