Wie die Gemeinde Ingenbohl mitteilt, wurde Alois Lüönd (Mosi-Wysel) mit dem Kulturpreis 2022 als bedeutende Innerschwyzer Volksmusikpersönlichkeit gewürdigt.
Die Gemeinde Ingenbohl im Kanton Schwyz.
Die Gemeinde Ingenbohl im Kanton Schwyz. - Nau.ch / Simone Imhof
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Alois Lüönd (Mosi-Wysel), geboren 1951 in Unterschönenbuch, lebt seit jeher in der Gemeinde Ingenbohl. Mit 15 Jahren erlernt er durch seine musikalischen Verwandten die ersten Griffe auf dem Schwyzerörgeli.

Das Spielen erarbeitet er sich autodidaktisch nach Gehör. Ab den 1970er-Jahren spielt er unter anderem viele Male mit dem Örgelidoktor Martin Nauer. Dieser überliefert ihm dabei viele alte Tänze von Josef Stump und Balz Schmidig aus der Zeit um 1911.

Bereits 1970 gründen Mosi-Wysel und sein Bruder Paul Lüönd das «Schwyzerörgeliduo Lüönd». Ab 1976 formiert sich das Duo unter der Verstärkung des jüngsten Bruders Daniel Lüönd am Bass zum bekannten Schwyzerörgelitrio «Mosibuebä». Ab 1999 wird das Trio mit Daniel Gwerder und Philipp Schuler zum Quartett.

Nebst eigenen Titeln spielen die Mosibuebä hauptsächlich, und akribisch genau, Kompositionen der beiden Altmeister Balz Schmidig und Josef Stump. Die Formation «Mosibuebä» besteht bis zum Tod von Mosi-Pauli während 38 Jahren (1976–2014). Nach der Auflösung der «Mosibuebä» entsteht die «Mosi-Musig».

Mosibuebä-Stil wird dank Mosi-Wysel nachgeeifert

Mosi-Wysel ist der Hüter der Tänze aus den Anfangszeiten des Schwyzerörgelis. Viele Tänze von Josef Stump und Balz Schmidig sowie Ernst Inglin werden von Mosi-Wysel ab Schellackplatte geübt und wiedergegeben. Denn Noten dieser Stücke existieren erst seit ein paar Jahren. Mosi-Wysel komponiert auch viele eigene, unverkennbare Musikstücke.

Im Jahr 2009 beteiligt er sich massgeblich an der Produktion der Volksmusikhaus CD «Projekt Stump-Schmidig». Zusammen mit den «Mosibuebä» hat er acht Tonträger veröffentlicht sowie Einspielungen auf vielen Produktionen geliefert.

Letztes Jahr veröffentlichte er zu seinem 70. Geburtstag eine Doppel-CD mit 36 Neuaufnahmen davon 14 Neukompositionen. Mosi-Wysel ist ein Kenner und Sammler von alten Schwyzerörgeli Kostbarkeiten. Er ist ein virtuoser Interpret und grosser Liebhaber der alten Innerschwyzerörgeli-Musik.

Seit seiner Pensionierung verbringt er viel Zeit mit dem Musizieren und gibt jungen Musikern Tipps und Tricks der alten Tänze weiter. Dank ihm gibt es viele junge Interpreten, die heute dieses Repertoire spielen und dem unverkennbaren Mosibuebä-Stil nacheifern.

Kulturpreis als Überraschung überreicht

Der Kulturpreis der Gemeinde Ingenbohl ist mit 5000 Franken dotiert und wurde dem Musiker Mosi-Wysel als Überraschung anlässlich des Auftrittes der «Mosi-Musig» am 1. August 2022 überreicht. Mit dem Kulturpreis wird insbesondere auch diese Vermittlung von wichtigem Kulturgut an eine nächste Generation gewürdigt.

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