FC Einsiedeln

FC Einsiedeln zieht Lehren aus Zittersaison

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Schwyz,

Nach dem Ligaerhalt am letzten Spieltag blickt Trainer Luca Corrado kritisch zurück und fordert für die neue Saison mehr Mentalität und Einsatz.

FC Einsiedeln
Der FC Einsiedeln ist ein Fussballclub in Einsiedeln im Kanton Schwyz. Der Sportplatz Rappenmöösli ist die Heimspielstätte des Vereins. - Grafik Nau.ch

Wie der FC Einsiedeln mitteilt, war die Saison des FC Einsiedeln sportlich alles andere als ein Spaziergang. Erst am letzten Spieltag und mit Schützenhilfe konnte der Ligaerhalt in der 2. Liga gesichert werden.

Entsprechend fällt das Saisonfazit von Trainer Luca Corrado zwar positiv, aber keineswegs euphorisch aus. «Mit etwas Abstand war es eine positive Saison, denn wir haben unser Ziel erreicht», sagt er.

Nach den turbulenten vergangenen Monaten überwiege jedoch vor allem die Erleichterung. «Diese Rückrunde hat dem Trainerstaff, den Spielern, dem Verein und den Fans alles abverlangt.»

Warnsignale wurden Realität

Dass die Rückrunde so schwierig werden würde, kam für Corrado nicht völlig überraschend. Bereits während der Wintervorbereitung habe der Trainerstaff erste Warnsignale erkannt. Verletzungen, Ferien und weitere Absenzen hätten die Situation zusätzlich verschärft.

Gleichzeitig sei nach der starken Vorrunde innerhalb der Mannschaft der Eindruck entstanden, der Ligaerhalt sei praktisch schon geschafft. «Das hat sich letztlich auch in den Leistungen gezeigt.»

Einen einzelnen Knackpunkt macht der Trainer nicht aus. Vielmehr habe die Mannschaft «von Spiel zu Spiel ein Stück mehr den Faden verloren». Als Schlüsselmoment bezeichnet Corrado zwar die Niederlage gegen Red Star, spätestens nach dem Spiel gegen Wollishofen habe er aber bewusst reagiert und die Verantwortung noch stärker den Spielern übertragen.

Mentale Probleme als Hauptursache

Die Ursachen für den Leistungseinbruch sieht Corrado vor allem im mentalen Bereich. «Für mich waren es mentale und personelle Probleme. Wenn die mentale Bereitschaft fehlt, leidet automatisch auch das Spielerische.»

Für den Trainer selbst war die Situation Neuland. «Es war das erste Mal, dass ich mit einer solchen Ausgangslage konfrontiert wurde.» Zwar hinterfrage er sich nach jedem Training und jedem Spiel kritisch, dennoch sei in dieser Rückrunde vor allem die Mannschaft gefordert gewesen.

«Den Trainer verantwortlich zu machen, ist immer der einfachere Weg. Schwieriger ist es, sich selbst kritisch zu hinterfragen.» Trotz allem habe ihn die schwierige Saison weitergebracht. «Aus schwierigen Situationen lernt man oft am meisten – auch wenn sie meine Nerven teilweise stark strapaziert haben.»

Die Mannschaft glaubte an den Ligaerhalt

Bemerkenswert sei gewesen, wie das Team mit dem zunehmenden Druck umging. «Die Stimmung innerhalb der Mannschaft blieb immer positiv. Die Spieler waren stets überzeugt, dass sie den Ligaerhalt schaffen würden – ganz im Gegensatz zu ihrem Trainer», sagt Corrado mit einem Lachen.

Als Führungsspieler hebt er Dennis Räber sowie Marko Prskalo und Oli Borner hervor. Gleichzeitig ist er überzeugt, dass die Mannschaft ihr Potenzial nicht ausgeschöpft hat.

Trotz der nötigen Schützenhilfe fühlt sich der Ligaerhalt für Corrado klar wie ein Erfolg an. «Nach allem, was wir erlebt haben, dürfen wir stolz sein, dass wir unser Ziel erreicht haben.» Lehren für die neue Saison.

Die Konsequenzen aus der schwierigen Saison seien bereits gezogen worden. Die Sommer- und Wintervorbereitung soll künftig noch genauer geplant, mit Absenzen konsequenter umgegangen und gewisse Spielersituationen anders gelöst werden.

Mit neuer Mentalität in die Saison

Verbesserungsbedarf sieht Corrado weniger auf einzelnen Positionen als vielmehr in der Einstellung. «Entscheidend ist die Frage, was jeder Einzelne bereit ist, für die Mannschaft zu leisten und zu opfern. Was früher selbstverständlich war, ist heute leider nicht mehr selbstverständlich.»

Die häufig geäusserte Meinung, mit diesem Kader wäre deutlich mehr möglich gewesen, relativiert der Trainer. «Mit einem über die ganze Saison verfügbaren Kader hätten wir sicher mehr erreichen müssen. Dass wir trotz der vielen Ausfälle unser Ziel erreicht haben, spricht letztlich eher für die Mannschaft.»

Mit Blick auf die kommende Spielzeit verspricht Corrado wieder eine hungrige Mannschaft. Mit Sassi, Langhart, Mujanovic und Schiendorfer stehen vier Abgänge fest, während mit Lars Auf der Maur bereits ein erster Neuzugang verpflichtet wurde.

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