Wie die Gemeinde Reichenburg mitteilt, schliesst die Jahresrechnung 2021 mit einem Ertragsüberschuss von 703'473,47 Franken ab.
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Der erste Abschluss mit dem neuen Rechnungsmodell HRM2 liegt vor. Und der erste Abschluss ist sehr erfreulich. Bei einem Gesamtaufwand von 13'524'399,61 Franken und einem Gesamtertrag von 14'227'873,08 Franken schliesst die Jahresrechnung 2021 mit einem Ertragsüberschuss von 703'473,47 Franken. Bei einem budgetierten Aufwandüberschuss von 988'200 Franken ist das eine Verbesserung von 1'691'673,47 Franken.

Im Wesentlichen zum positiven Ergebnis haben folgende Sachverhalte beigetragen: Mehreinnahmen von 738'189,81 Franken bei den Steuern, 774'800 Franken weniger Kosten bei den Ergänzungsleistungen. Auf der anderen Seite fielen Mehrkosten von 388'613,55 Franken für die Pflegefinanzierung an. Die Nettoinvestitionen betragen 227'677,12 Franken. Budgetiert wurden Nettoinvestitionen von 4'170'000 Franken. Das zweckfreie Eigenkapital beträgt per Ende 2021 8'387'885,57 Franken.

Bei der allgemeinen Verwaltung konnten gegenüber dem Budget Kosten von 210'577,05 Franken eingespart werden. Insbesondere beim Sach- und übrigen Betriebsaufwand konnte aufgrund der Budgetdisziplin aller Beteiligten die Kosten gesenkt werden. Der Bereich Bildung konnte gegenüber dem Budget um 197'287,35 Franken besser abschliessen. Dies trotz höherer Lohnkosten auf der Primarstufe, die zum Teil auch auf die Corona-Isolationsvorschriften zurückzuführen sind.

Kosten der Pflegefinanzierung werden zu 100 Prozent den Gemeinden verrechnet

Aufgrund weniger Zuweisungen konnte der Kostenanteil an den Sonderschulen um 172'490,25 Franken reduziert werden. Im Bereich Gesundheit wird die Rechnung um 334'041,91 Franken mehr belastet als vorgesehen. Verantwortlich dafür ist die Abstimmung im Jahr 2021, welche nun die Kosten der Pflegefinanzierung neu zu 100 Prozent den Gemeinden verrechnet, anstatt wie zuvor mit 50 Prozent.

Hingegen konnte der Aufwand bei der sozialen Sicherheit um 780'168,23 Franken reduziert werden. Ausschlaggebend für das bessere Abschneiden ist ebenfalls der Volksentscheid im Jahr 2021. Neu werden die Ergänzungsleistungen zu 100 Prozent vom Kanton übernommen. Aufgrund von verordneten Massnahmen musste ein Mehraufwand um 112'382,25 Franken beim Jugendschutz verzeichnet werden. Hingegen konnten die Kosten der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe aufgrund von Rückerstattungen um insgesamt 220'388,28 Franken reduziert werden.

Eigenkapital von rund 8,4 Millionen Franken

Bei den Finanzen und Steuern konnten Mehreinnahmen von 729'107,61 Franken verbucht werden. Dies hauptsächlich aufgrund von höheren Steuereinnahmen bei den Natürlichen Personen und aufgrund von tieferen Zinsen auf langfristigen Schulden. Bei der Investitionsrechnung fielen die Nettoinvestitionen um 3'897'930,61 Franken tiefer aus. Hauptgrund ist der Projekthalt beim Neubau des Alterszentrum «zur Rose» und die Nichtrealisation der Tiefgarage.

Im Bereich Verkehr verschiebt sich zudem die Sanierung der Industriestrasse ebenso wie die Sanierung des Kanzleiweges auf einem späteren Zeitpunkt. Ebenfalls wurde beim «Bürgerheim» die Dachsanierung und bei der Abwasserbeseitigung die Sanierung der Schmutzwasserleitung Kronenwis-Süsswinkel noch nicht ausgeführt.

Die Spezialfinanzierungen Feuerwehr (37'891,10 Franken) sowie Abfallbeseitigung (15'403,76 Franken) schliessen die Rechnung mit je einem Verlust ab. Bei der Abwasserbeseitigung wird ein erfreulicher Gewinn von 261'062,22 Franken verzeichnet. Die Jahresrechnung des Elektrizitätswerkes schliesst mit einem Gewinn von 69'185,72 Franken und die des Alterswohnheim «zur Rose» mit einem Ertragsüberschuss von 5587,92 Franken.

Die ausgezeichnete Haushaltssituation mit erfreulich positiver Erfolgsrechnung, einem Eigenkapital von rund 8,4 Millionen Franken bildet eine solide Ausgangslage, um die künftigen finanziellen Herausforderungen mit Zuversicht anzugehen. Es verbleibt Handlungsspielraum für bedarfsgerechte Investitionen.

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