Da sich die Sicherheit auf der Brünigstrasse erhöht hat, haben Kanton und Gemeinde beschlossen, die Kernfahrbahn zu behalten und Verbesserungen zu prüfen.
Dorfzentrum Sachseln.
Dorfzentrum Sachseln. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen, realisierten Kanton und Gemeinde im April 2021 auf der Brünigstrasse durch Sachseln gemeinsam einen einjährigen Versuch mit einer Kernfahrbahn.

Mit der als Sofortmassnahme geplanten Kernfahrbahn wollten sie die vermehrt auftretenden Konfliktsituationen zwischen Velofahrenden auf dem Trottoir und Fussgängern vermeiden und Unfälle von einmündenden Autos mit Velofahrenden auf dem Trottoir verhindern.

Hierfür wurde den Velofahrenden ein markierter Teil der Fahrbahn zur Verfügung gestellt, welcher auch gefährliche Überholmanöver durch Automobilisten reduzieren soll.

Monitoring stellt Verbesserungen fest

Ein Monitoring durch Verkehrsexperten begleitete den einjährigen Versuch. Sie erfassten die Situation vor der Umstellung und beobachteten das Verhalten aller Verkehrsteilnehmenden in anonymisierter Form während des Versuchs.

Dazu gehörten auch Befragungen und die Auswertung der eingegangenen Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Eine Auswertung der Daten hat ergeben, dass sich sowohl die objektiv messbare Verkehrssicherheit als auch das subjektive Sicherheitsempfinden verbessert haben.

Ausserdem beobachteten sowohl die Experten wie auch die Verkehrs- und Sicherheitspolizei, dass sich Auto- und Velofahrende nach kurzer Umstellungszeit grossmehrheitlich gut an die neuen Verkehrsregeln der Kernfahrbahn halten. Deshalb haben sich der Kanton und die Einwohnergemeinde Sachseln entschlossen, die Kernfahrbahn beizubehalten.

Verbesserungspotenzial wurde identifiziert

Sowohl das Monitoring als auch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung haben Verbesserungspotenziale aufgezeigt. Insbesondere die Schulwegsicherheit der Schüler ist noch nicht für alle zufriedenstellend.

Deshalb hat die Einwohnergemeinde Sachseln in Zusammenarbeit mit der Schule und den Eltern ein Mobilitätskonzept Schule erstellt. Dieses steht kurz vor dem Abschluss und wird an einer öffentlichen Orientierungsveranstaltung der Gemeinde vor den Sommerferien vorgestellt.

Kleinere Verbesserungen sollen, abgestimmt auf das Mobilitätskonzept Schule, bereits als Sofortmassnahme umgesetzt werden können.

Ganzheitliche Betrachtung als nächster Schritt

Eine ganzheitliche Betrachtung, wie sie der kantonale Richtplan 2019 mit der siedlungsverträglichen Gestaltung der Ortsdurchfahrten fordert, ist bereits im aktuellen Bauprogramm Kantonsstrassen 2022 bis 2027 für die Brünigstrasse in Sachseln vorgesehen.

Hierfür werden Gemeinde und Kanton wie bereits in Sarnen und Kerns in einem ersten Schritt ein Betriebs- und Gestaltungskonzept erarbeiten. Dieses zeigt den Handlungsbedarf auf und leitet daraus die notwendigen Massnahmen ab.

Das Betriebs- und Gestaltungskonzept bezieht dabei auch anstehende Sanierungen der Beläge und Werkleitungen mit ein und optimiert das Synergiepotenzial. Der Projektstart ist 2023/2024 vorgesehen.

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