Die Genossenschaft Fleischhuis erhält Geld vom Kanton Obwalden, um in Kerns OW ein neues Schlachthaus zu bauen. Der Kantonsrat hat am Freitag einen Objektkredit von maximal 954'400 Franken mit 43 zu 0 Stimmen bei 3 Enthaltungen genehmigt.
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Kantonsrat Obwalden. - Keystone

Der Neubau soll den einzigen verbliebenen Schlachtbetrieb im Kanton Obwalden, das Schlachthaus Ei in Sarnen, ersetzen. Dieses ist in die Jahre gekommen und stösst aufgrund steigender Schlachtzahlen - rund 4000 pro Jahr - an seine Grenzen. Die Genossenschaft als Mieterin des Schlachthauses entschied sich für einen Neubau in Kerns, der 8,4 Millionen Franken kostet.

Geplant ist ein dreigeschossiges Gewerbegebäude an der Industriestrasse. Die Schlachthalle befindet sich im Erdgeschoss, Büros, Aufenthaltsräume und ein Gewerberaum für Dritte ist im zweiten Stock vorgesehen und im Dachgeschoss werden zwei Wohnungen realisiert.

Der Bund stellte einen Beitrag von 1,06 Millionen Franken in Aussicht, weil er gemeinschaftliche Bauten für die Verarbeitung, Lagerung und Vermarktung regionaler landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Berggebiet unterstützt. Der Kanton muss eine Gegenleistung in der Höhe von 90 Prozent erbringen.

Der Beitrag war im Rat nicht umstrittene, mehrere Rednerinnen und Redner wiesen darauf hin, dass damit lange Transportwege für Tiere entfielen, was dem Tierwohl zugute kommen und die Wertschöpfung in der Region erhöhe.

Angesichts des sinkenden Fleischkonsums und der Konkurrenz durch Grossverteiler stelle sich allerdings die Frage, ob eine Umsatzsteigerung realistisch sei, die für eine Wirtschaftlichkeit nötig wäre, gab Helen Keiser (CSP) zu bedenken. Peter Seiler (SVP) erwiderte, die Nachfrage nach regionalem Konsum sei ebenfalls ein Trend, daher komme das Projekt zum richtigen Zeitpunkt.

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