Am Vorabend der Bundesfeier hat Bundespräsident Guy Parmelin (SVP) in Herzogenbuchsee an Tugenden wie Mut, Zuversicht und gegenseitige Hilfe erinnert. Mit diesen schweizerischen Werten soll das Land in die Zukunft schreiten.
Guy Parmelin
SVP-Bundespräsident Guy Parmelin. - Keystone

Dieses «Swiss made-Konzept» bewähre sich seit 730 Jahren, erklärte Parmelin in seiner Ansprache. Die Covid-19-Pandemie habe viele aus dem Gleichgewicht gebracht. Ihnen wolle er sein Mitgefühl ausdrücken. Und jenen danken, die sich im Gesundheitswesen oder zu Hause selbstlos für ihre Nächsten einsetzten.

Er denke aber auch an die jüngsten Unwetter, sagte Parmelin Die dabei gezeigte Solidarität und das Engagement der Bevölkerung bewundere er enorm. Das sage er bewusst an einem Tag, an dem sich die Schweiz auf ihre Grundwerte und ihren Nationalstolz besinne.

Von Stolz zu erzählen wirke seltsam, fuhr Parmelin fort. Das seien sich die Schweizerinnen und Schweizer nicht gewohnt und behandelten entsprechende Gefühle eher diskret. Aus vielen Gesprächen wisse er aber, dass die Bevölkerung durchaus glücklich und stolz sein könne.

Als Bundespräsident habe er erleben dürfen, wie das internationale Genf das Spitzentreffen zwischen Joe Biden und Wladimir Putin würdevoll organisiert habe. Glücklich und stolz dürfe das Land auch auf seine Fussball-Nationalmannschaft an der Europameisterschaft sein. Und auch Olympia biete Anlass zum Stolz.

Leider sei aber auch zu beobachten, dass das Auf und Ab der Pandemie die Schweiz am gelassenen Blick in die Zukunft hindere. Dennoch hofften alle, das Schlimmste sei vorbei und damit die schwere Zeit der Einschränkungen zentraler Werte.

Aufgabe der Politikerinnen und Politiker sei es, das Land zusammenzuhalten, Vertrauen zu schaffen und Begeisterung zu wecken. Als Bundespräsident sei ihm der Zusammenhalt besonders wichtig.

Parmelin hatte sich schon vor dem Beginn der Feier in der Dreifachturnhalle in Herzogenbuchsee unter die Bevölkerung gemischt. Mehrere hundert Leute nahmen an der Feier teil. Aus Pandemiegründen war die Teilnehmerzahl beschränkt. Die Musikgesellschaft umrahmte die Feier. Für den Nationalfeiertag mit Bundesratsbesuch hatte sich «Buchsi», wie das Dorf im Volksmund genannt wird, reich beflaggt.

Im Kanton Bern steigen am Sonntag in zahlreichen Ortschaften Feierlichkeiten zum 1. August. Allerdings sorgt die Pandemie auch in diesem Jahr dafür, dass die Feiern eher bescheiden und coronakonform ausfallen.

Grössere Anlässe, wie etwa das Feuerwerk «Big Bang» am Bielersee oder die traditionelle 1. August-Feier in Bern, waren bereits vor Wochen abgesagt worden.

«Bern feiert zuhause und freut sich auf 2022», teilten die Behörden seinerzeit mit. Um doch noch ein klein wenig 1.-August-Gefühl aufkommen zu lassen, hat die Bundesstadt auf ihrer eine Anleitung zum Basteln von Lampions für zu Hause aufgeschaltet.

Etwas Besonderes hat sich die Stadt Thun einfallen lassen. An ihrer Bundesfeier am 1. August auf der Lindermatte gibt sie der Bevölkerung das Wort. Fünf Thunerinnen und Thuner wurden ausgewählt, die eine je fünfminütige Rede halten werden.

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