Sempach

    Sempach: Zugvögel passen ihre Flughöhe dem Hindernis an

    Vogelwarte Sempach
    Vogelwarte Sempach

    Ruswil,

    Eine neue Studie der Schweizerischen Vogelwarte in Sempach zeigt, dass Zugvögel ihre Flughöhe je nach Hindernis drastisch ändern – etwa über der Sahara.

    Steinrötel Migration Zugvogel
    Der Steinrötel ist eine Vogelart, die die Wüste in grosser Höhe überquert. Wahrscheinlich tut er das, um Überhitzung aufgrund seines dunklen Gefieders zu vermeiden. (Symbolbild) - Depositphotos

    Wie schaffen es Zugvögel, die feindlichsten Umgebungen der Welt zu durchqueren? Eine neue Studie der Schweizerischen Vogelwarte zeigt, dass die Vögel ihre Flughöhe je nach Hindernis drastisch ändern. Vogelzug ist bei weitem nicht nur eine Frage der Ausdauer, sondern hängt auch vom Gleichgewicht zwischen Aerodynamik und Wärmeregulation ab.

    Im Rahmen der Studie wurden 67 Kleinvögel von 17 Arten mit Geolokatoren ausgestattet. Die Analyse der Daten zeigt, dass die Flugstrategie je nach Hindernis verschieden ist. Über der Sahara fliegen die Vögel deutlich höher: Im Schnitt in 1600 Metern Höhe nachts und in 2800 Metern Höhe tagsüber. Manche Individuen flogen fast 6000 Meter hoch.

    Warum tun sie das? In der Höhe ist es kühler, so vermeiden es die Vögel, dass sie während der langen Wüstenquerung überhitzen.

    Über dem Meer kehren sie die Strategie um: Die Vögel fliegen sehr viel niedriger, im Schnitt 750 Meter hoch, manchmal sogar nur knapp über dem Wasser, um Energie zu sparen und Luftströmungen effizient zu nutzen.

    «Wir waren überrascht, dass diese Strategien in Verbindung stehen mit der Morphologie der Vögel», sagt Paul Dufour, Erstautor der Studie und Vogelzugforscher an der Schweizerischen Vogelwarte. So fliegen Vogelarten mit längeren und breiteren Flügeln allgemein hoch, während Vögel mit dunklem Gefieder besonders über der Wüste in grosse Höhen aufsteigen. Denn ihre dunklen Federn absorbieren mehr Sonnenstrahlung, was verstärkten Hitzestress zur Folge hat.

    «Beim Vogelzug geht es also nicht nur um Ausdauer und Orientierung, sondern auch um ein feines Gleichgewicht zwischen Aerodynamik, Wärmeregulation und evolutionärer Anpassung», fasst Paul Dufour zusammen. Es gibt also noch viel zu erforschen über die Vögel und den Vogelzug.

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    Kommentare

    User #1812 (nicht angemeldet)

    Wäre ja dumm, wenn sie das nicht täten! Bei all den Häusern die hier rumstehen!

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