Reinach BL: Budget 2027 rechnet mit 4,3 Millionen Franken Verlust
Die Gemeinde Reinach BL budgetiert für 2027 einen Verlust von 4,3 Millionen Franken. Trotz höherem Steuerfuss brechen die Erträge der Firmen deutlich ein.

Die finanzielle Lage der Gemeinde Reinach bleibt angespannt. Mit ein Grund sind Mindereinnahmen bei den Steuern, trotz der beschlossenen Erhöhung des Steuerfusses auf 58.5 Prozent.
Es resultiert ein Verlust von CHF 4.3 Mio., der ohne die Weiterführung der Sofortmassnahmen aus den Jahren 2025–26 noch höher ausgefallen wäre. Unter dem Strich fällt das Ergebnis um CHF 1.2 Mio. schlechter aus als im Budget 2026, das einen Verlust von CHF 3.1 Mio.
Steigende Kosten bei gesetzlichen Aufgaben
Der finanzielle Druck entsteht massgeblich bei den Aufgaben, die die Gemeinde nur begrenzt beeinflussen kann. Die grösste Mehrbelastung betrifft die gesetzliche Sozialhilfe inklusive Asyl (Stichwort:
Entlastungspaket 27 des Bundes) mit rund CHF 1.49 Mio.
Weitere Kostensteigerungen ergeben sich bei der ergänzenden Sozialarbeit (+ CHF 0.21 Mio.), der Mobilität (+ CHF 0.22 Mio.), dem Musikunterricht, dem Kindes- und Erwachsenenschutz sowie im Gesundheitsbereich.
Auch auf der Ertragsseite verschärft sich die Situation. Bei den Steuererträgen wird gegenüber dem Budget 2026 mit Mindereinnahmen von CHF 1.7 Mio. gerechnet. Während die Steuererträge bei den natürlichen Personen um rund CHF 0.8 Mio. steigen, sinken die Erträge bei den juristischen Personen um rund CHF 2.5 Mio. Dies ist unter anderem auf die Senkung des kantonalen Gewinnsteuersatzes von 6.5 auf 4.4 Prozent sowie die unsichere wirtschaftliche Situation zurückzuführen.
Zudem wirkt sich die erste Abschreibung für das Haus der Musik ab 2027 auf die Erfolgsrechnung aus.
Mehrere hundert Sparmassnahmen geprüft
Der Gemeinderat hatte bereits im Frühling 2025 Sofortmassnahmen eingeleitet, um die Gemeindefinanzen möglichst bald wieder ins Lot zu bringen. Diese führen im Rechnungsabschluss 2025 zu Einsparungen von rund CHF 1.5 Mio. und sind im Budget 2026 mit rund CHF 2.5 Mio. berücksichtigt. Einige der Sofortmassnahmen werden auch im Jahr 2027 beibehalten.
Für die Ausarbeitung der Finanzstrategie 2027 plus wurde die Beratungsfirma BDO beigezogen. Inzwischen wurden im Bereich der Verwaltung mehrere hundert mögliche weitere Sparmassnahmen identifiziert. Die Massnahmen werden derzeit schrittweise mit Vertreterinnen und Vertretern der Parteien und Kommissionen aus dem Einwohnerrat diskutiert.
Ziel ist es, mögliche Massnahmen auf ihre politische Mehrheitsfähigkeit zu prüfen, damit anschliessend der Gemeinderat die entsprechenden Vorlagen dem Einwohnerrat zur Beschlussfassung vorlegen kann.
Investitionen weiter reduziert
Die Investitionstätigkeit wurde bereits massiv reduziert. Für 2027 sind noch CHF 3.8 Mio. Bruttoinvestitionen vorgesehen. Die Investitionen konzentrieren sich insbesondere auf Verkehrsinfrastruktur, ICT der Schulen sowie Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Für die Jahre 2027 bis 2031 sind.
Gemeinde Reinach Medienmitteilung der Gemeinde Reinach vom 21. Oktober 2026 insgesamt lediglich CHF 17.1 Mio. Nettoinvestitionen geplant. Projekte werden konsequent auf ihre Notwendigkeit und Dringlichkeit geprüft.
Finanzstrategie soll nachhaltige Lösungen schaffen
Die Finanzstrategie 2027 plus soll die Grundlage für eine nachhaltige Stabilisierung des Gemeindehaushalts schaffen. Im Zentrum stehen weitere Kostensenkungen – wo notwendig auch mit Leistungsabbau –, die Stärkung der Einnahmen sowie eine klare Priorisierung von Leistungen, Projekten und Investitionen.
Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass die finanzielle Situation schwierige Entscheide erfordert. Die bisherigen Massnahmen und die Steuerfusserhöhung haben die Entwicklung zwar gebremst, reichen jedoch noch nicht aus, um ein positives Ergebnis zu erzielen. Ziel bleibt es, den Gemeindehaushalt dauerhaft ins Gleichgewicht zu bringen und die finanzielle Handlungsfähigkeit von Reinach langfristig zu sichern.










