Jugendstudie zeigt: Schulstress belastet psychisch
Die Kampagne «Reinach redet» sieht sich durch die neue Pro Juventute Jugendstudie bestätigt: Hoher Schulstress und Zukunftsängste belasten Jugendliche stark.

Wie die Gemeinde Reinach BL mitteilt, hat sich «Reinach redet» im April dem Thema «psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen» gewidmet. Es ging darum, welches die Belastungsfaktoren sind und wo die Betroffenen Hilfe holen können. Nicht überraschend: Die Jugendstudie 2026 von Pro Juventute bestätigt nun die Relevanz des Themas.
Die schweizweite Studie basiert auf 960 Interviews mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen und zeigt, dass Schul- und Ausbildungsstress zu den grössten Belastungsfaktoren zählen.
Besonders häufig genannt werden Prüfungen, die berufliche Zukunft, hoher Leistungsdruck sowie die Vielzahl an Verpflichtungen im Alltag. Gleichzeitig beschäftigen viele Jugendliche gesellschaftliche Themen wie Kriege, politische Krisen und der Klimawandel.
Eltern und Freundeskreis als wichtige Stützen
Gemäss der Studie sind insbesondere junge Frauen sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund psychisch belastet. Als wichtigste Bezugspersonen gelten über alle Altersgruppen hinweg mit über 80 Prozent die Eltern.
Auch der Freundeskreis hat einen sehr hohen Stellenwert, wenn es darum geht, wem sich junge Menschen mit ihren Belastungen anvertrauen. Etwa 10 Prozent holen sich Hilfe via KI, ebenso viele bei professionellen Beratungsstellen.
Die Beziehung zu den Eltern wird von den Befragten insgesamt sehr positiv bewertet und erweist sich als zentraler Resilienzfaktor. Die grosse Mehrheit der Jugendlichen fühlt sich vom Elternhaus unterstützt. Über die Hälfte berichtet zudem von seltenen oder keinen Konflikten im Elternhaus.
Unterstützung durch Umfeld und Familie stärken
Diese Ergebnisse zeigen, dass es sehr wichtig ist, dass die Eltern Fach- und Handlungswissen zur Verfügung haben, damit sie den Kindern und Jugendlichen die nötige Unterstützung bieten können.
Unterschiede zeigt die Studie bei der Frage, wer sich wem anvertraut: Mädchen suchen häufiger das Gespräch mit Freundinnen, während Jungen seltener Unterstützung bei Gleichaltrigen oder Fachpersonen in Anspruch nehmen.
Jugendliche mit Migrationshintergrund berichten insgesamt von weniger stabilen familiären Ressourcen und einer geringeren Unterstützung im sozialen Umfeld.
Offene Gespräche helfen weiter
Die Erkenntnisse der Studie unterstreichen die Relevanz des diesjährigen Schwerpunktthemas von «Reinach redet». Veranstaltungen, die psychische Gesundheit thematisieren und gleichzeitig niederschwellige Unterstützungsangebote sichtbar machen, leisten einen wichtigen Beitrag für Kinder, Jugendliche, Eltern und die gesamte Gemeinde.









