Die Gemeinde Beringen weist für das Jahr 2020 einen Aufwandüberschuss von CHF 230’000 aus; budgetiert war ein Defizit von rund CHF 329’000.
Rechnung
Die Rechnung der Gemeinde Schüpfen fällt nicht schlecht aus. (Symbolbild) - Pixabay

Geprägt wird die Rechnung von einer aussergewöhnlichen Situation bei den Abzugsmöglichkeiten in der Steuererklärung sowie Anpassungen an HRM2.

Bei den Ausgaben hatte die Gemeinde bei jenen Positionen, welche kommunal beeinflussbar sind, die Kosten im Griff. Die Einnahmenseite zeigt bei den Steuern ein leicht unter Budget liegendes Bild.

Erster Abschluss unter HRM2

Die Umstellung auf das harmonisierte Rechnungslegungsmodell für die Kantone und Gemeinden (HRM2) ist im vollem Gange. Mit dem Abschluss 2020 ist jetzt der erste HRM2-Abschluss Tatsache. Auch wenn die Umstellung kein anderes Schlussresultat ergibt, ist es trotzdem eine spürbare Veränderung. Die Vergleichbarkeit von Detailzahlen mit den vergangen Jahren ist erschwert und das Rechnungswesen als Führungsmittel muss auf die neue Situation angepasst werden.

Der Gemeinderat geht davon aus, dass in den kommenden beiden Jahren noch Anpassungen notwendig sind. Dies können neue Regeln sein oder auch eigene Erkenntnisse, welcher Detailierungsgrad an Zahlen in welchem Bereich notwendig ist.

Eine Folge von HRM2 war die Aufwertung des Eigenkapitals der Gemeinde Beringen um rund CHF 6.9 Mio. Selbstverständlich waren diese Vermögenswerte schon vorher vorhanden, neu müssen diese jedoch auch mit effektiven Werten in der Buchhaltung ausgewiesen werden. Einen Einfluss auf die Erfolgsrechnung hat diese Anpassung nicht.

Steuereinnahmen bei juristischen Personen wurden kompensiert

Die Gesamteinnahmen im Bereich Steuern lagen bei rund CHF 13.9 Mio. Dieser Betrag ist um CHF 320'000 tiefer als budgetiert und resultiert aus geringeren Einnahmen in den Bereichen «Natürliche Personen» und «Quellensteuern». Bei den Firmen war aufgrund der Unternehmenssteuerreform mit einem tieferen Ertrag zu rechnen. Als Kompensation dieses Ertragsausfalls erhalten die Gemeinden neu einen Anteil an den direkten Bundessteuern. Dieser Ertrag von CHF 448'000 glich das Minus bei den Steuern der juristischen Personen fast komplett aus.

Höhere Abzugsmöglichkeiten reduzieren Steuerertrag

2020 konnten aufgrund von nachträglichen Anpassungen der Gesetzgebung höhere Abzüge für Versicherungsprämien sowie für die auswärtige Verpflegung geltend gemacht werden. Diese zusätzlichen Abzüge reduzierten den Steuerertrag ausserordentlich um CHF 180'000.

Bildung ist grösster Ausgaben- und Investitionsposten

Mit CHF 6.2 Mio. gab die Gemeinde Beringen mit Abstand am meisten Geld für die Bildung aus, gefolgt vom Bereich «Soziale Sicherheit». Buchhalterisch handelt es sich hierbei bei der Bildung um «Ausgaben», man könnte aber auch von Investitionen in unsere Zukunft und jene unserer Kinder sprechen. Mit rund CHF 6 Mio. erfolgte auch der grösste Teil der Investitionen im Bereich Bildung. Die Gelder flossen in die Sporthalle sowie das sanierte Schulhaus Zimmerberg. CHF 0.5 Mio. wurden im Bereich «Strassen» und CHF 2.9 Mio. im Bereich «Wasser / Abwasser» investiert.

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