Meisterschwanden

Meisterschwanden: Wenn die Betreuung des Ehemanns den Alltag bestimmt

Ursula Sutter aus Meisterschwanden AG betreut ihren kranken Mann und arbeitet weiter im Spital. Der Entlastungsdienst des SRK gibt ihr dabei Sicherheit.

Meisterschwanden
Ursula Sutter betreut ihren Mann zu Hause und arbeitet daneben zu 50 Prozent im Spital. - zVg

Die Betreuung ihres Mannes prägt den Alltag von Ursula Sutter. Damit sie weiterhin arbeiten kann und ihr Mann trotzdem fachkundig und herzlich begleitet ist, setzt sie auf den Entlastungsdienst zu Hause. Die Unterstützung gibt ihr Sicherheit und ermöglicht ihrem Mann ein Leben in den eigenen vier Wänden.

Meisterschwanden – Als ihr Mann vor einigen Jahren zunehmend gesundheitliche Probleme bekam, veränderte sich auch das Leben von Ursula Sutter. Diabetes, wiederkehrende Infektionen, Stürze und eine Demenzerkrankung machten es immer schwieriger, den Alltag zu bewältigen. Trotzdem stand für beide fest: Er möchte zu Hause bleiben.

Zwischen Betreuung, Haushalt und Beruf

«Für uns war schnell klar, dass es ihm zu Hause am besten geht», erzählt Frau Sutter. Die Betreuung ihres Mannes bringt jedoch viele Herausforderungen mit sich. Neben dem Haushalt und administrativen Aufgaben liegt die gesamte Organisation des Alltags in ihrer Verantwortung.

Gleichzeitig arbeitet Frau Sutter weiterhin zu 50 Prozent im Spital. Diese Tätigkeit ist für sie weit mehr als nur ein Beruf: Sie bietet ihr Austausch, Wertschätzung und einen wertvollen Ausgleich zum Betreuungsalltag. «Die Arbeit ist mir sehr wichtig. Ich habe dort ein Umfeld, das mir guttut. Das möchte ich noch nicht aufgeben.»

Entlastung, die Sicherheit gibt

Auf der Suche nach Unterstützung empfahl ihr eine Arbeitskollegin den Entlastungsdienst zu Hause. Heute begleiten zwei Mitarbeiterinnen des SRK Kanton Aargau ihren Mann zwei bis drei Mal pro Woche. Sie gehen mit ihm spazieren, einkaufen oder zur Physiotherapie und kochen gemeinsam mit ihm.

«Wenn ich weiss, dass um zehn Uhr jemand kommt und ich nichts höre, dann weiss ich: Es ist alles gut.» Diese Sicherheit entlastet sie sehr: Sie könne sich auf ihre Arbeit konzentrieren, während ihr Mann aktiv begleitet wird.

Unterstützung annehmen

Trotzdem bleibt die Situation herausfordernd. Viele gemeinsame Aktivitäten sind nicht mehr möglich, spontane Unternehmungen gehören der Vergangenheit an. «Man wird ein bisschen einsam. Viele Leute verstehen nicht, wie schwierig es wirklich ist, einen Angehörigen zu betreuen

Deshalb rät sie anderen betreuenden Angehörigen, Unterstützung anzunehmen, bevor die Belastung zu gross wird: «Man hat oft das Gefühl, man sei stark genug. Aber man muss auch merken, wenn man an seine Grenzen kommt.»

Der Entlastungsdienst zu Hause

Eine nahestehende Person zu betreuen und pflegen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel Kraft erfordert. Das Schweizerische Rote Kreuz Kanton Aargau kann Sie entlasten. Ausgebildete Mitarbeitende übernehmen Ihre Betreuungsaufgaben regelmässig oder an einzelnen Tagen.

So bekommen Sie Zeit für sich und Ihre Bedürfnisse und Interessen: Sie können Freunde treffen, in Ruhe einkaufen, sich eine Pause gönnen und neue Kräfte sammeln. Die Entlastung soll Ihnen und auch der betreuten Person guttun. Der Entlastungsdienst zu Hause hilft, dass die betreuten Personen möglichst lange in der gewohnten Umgebung bleiben können.

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