Münchwilen TG: Steuerfuss sinkt auf 56 Prozent – Budget mit Verlust
Die Politische Gemeinde Münchwilen TG rechnet für 2027 mit einem Verlust von 296'700 Franken. Der Steuerfuss soll um zwei Prozentpunkte auf 56 Prozent sinken.

Die Politische Gemeinde Münchwilen rechnet für das Budget 2027 mit einem Verlust von 296'700 Franken. Dadurch reduziert sich das Eigenkapital auf 5,168 Millionen Franken. Das Budget basiert auf einem um zwei Prozentpunkte gesenkten Steuerfuss von 56 Prozent.
Erfolgsrechnung 2027
Die Netto-Steuereinnahmen werden auf 6,690 Millionen Franken veranschlagt. Dies gestützt auf die definitiven Zahlen der Rechnung 2025 mit Berücksichtigung der prognostizierten Zahlen des laufenden Jahres 2026. Dabei ist die Steuerfusssenkung von 2 Prozent auf neu 56 Steuerprozent eingerechnet.
Eine wichtige Entlastung ergibt sich beim Finanzausgleich, welcher mit 700'000 Franken budgetiert wird. Dieser Betrag ergibt sich vor allem aus der Abgeltung der Zentrumslast und der verhältnismässig tiefen Steuerkraft.
Im Bereich Kultur, Sport und Freizeit betreffen die Mehrkosten hauptsächlich die Abschreibungen für die geplanten Investitionen bei der Turnhalle Oberhofen und beim Sportplatz (Erstellung Kunstrasen auf dem Hauptplatz). Hauptkostentreiber bleiben weiterhin das Gesundheitswesen (Pflegefinanzierung, ambulante Krankenpflege) sowie die soziale Sicherheit (Prämienverbilligung).
Investitionen
Die geplanten Nettoinvestitionen in Höhe von 2,272 Millionen Franken konzentrieren sich auf die Sanierung des Sportplatzes, Investitionen in den Strassenbau, die Kanalisation und die Planung für den Werkhof. Zudem soll bei der Haltestelle der Frauenfeld-Wil-Bahn eine Veloparkierungsanlage erstellt werden. Die Genehmigung des Budgets an der Gemeindeversammlung erfolgt unter Vorbehalt der Kreditgenehmigung für die Sanierung des Sportplatzes an der Urne im Jahr 2027.
Der Verlust in der Erfolgsrechnung und die geplanten Investitionen führen zu einer Erhöhung der Verschuldung um rund 1,754 Millionen Franken. Das Eigenkapital sinkt damit auf 5,168 Millionen Franken.
Finanzplan 2028 – 2032
Die durch den Kanton angekündigte Erhöhung des Gemeindeanteils an der individuellen Prämienverbilligung (IPV) von 40 bis 60 Prozent führt ab 2028 zu einer zusätzlichen Belastung von rund 290'000 bis 435'000 Franken pro Jahr. Gleichzeitig wird ab 2029 die Liegenschaftssteuer von rund 390'000 Franken nicht mehr erhoben. Die finanziellen Auswirkungen des Wegfalls des Eigenmietwerts sind noch nicht bezifferbar.
Diese Entwicklungen dürften in den Folgejahren zu strukturellen Defiziten führen. Eine Erhöhung des Steuerfusses in den Jahren 2028 oder 2029 wird deshalb voraussichtlich unumgänglich sein.










