Zum 19. Mal zeigt das Filmfestival Pink-Panorama in Luzern queer Filme aus aller Welt. Die diesjährige Ausgabe des Festivals im November nimmt auch Bezug auf die «Black Lives Matter»-Bewegung und will mit Queer-Porn den heterosexuell-männlich dominierte Blick auf Sexualität erweitern.
Stadt Luzern
Die Stadt Luzern. (Symbolbild) - Keystone

Eröffnet wird Pink-Panorama am Donnerstag, 12. November um 18.30 Uhr im Bourbaki Panorama in Luzern mit dem Dokumentarfilm «Indianara». Dieser führt in die Welt der brasilianischen Transaktivistin und Politikerin Indianara Siqueira ein.

Das Festival dauert sieben Tage und präsentiert nach eigenen Angaben Filme, die alle Menschen der bunten und vielfältigen Gesellschaft zeigen würden. Mit «queer» wird die Zugehörigkeit zu einer nicht heterosexuellen Geschlechteridentität bezeichnet.

Die diesjährige Ausgabe nimmt auch auf die Antirassismusbewegung «Black Lives Matter» Bezug. «Black & Queer» sei mehr als nur ein Akt der Solidarität, führte eine Festivalsprecherin auf Anfrage aus.

So laufen zwei Filme unter dem Fokusthema: der Klassiker «The Watermelon Woman» von der schwarzen und lesbischen Filmemacherin Cheryl Dunye und «Our Dance of Revolution». Letzter ist ein Dokumentarfilm, in dem Mitglieder der Schwarzen Queer-Gemeinschaft in Toronto von ihrem fortdauernden Kampf gegen Ausgrenzung und Gewalt erzählen.

Nach der Filmvorführung findet ein Gespräch über die Situation in der Schweiz statt. Daran werden Serena Dankwa, die Co-Geschäftsleiterin der Lesbenorganisation Schweiz LOS, und Angela Addo, Mitorganisatorin der Kundgebung «Black Lives Matter», teilnehmen.

Weil das «Queergestreift-Filmfestival» in Konstanz wegen Corona abgesagt werden musste, bietet Pink-Panorama in diesem Jahr den Organisatoren eine Plattform an: Am 16. November werden in Luzern Queer-Porn-Shorts gezeigt.

Dabei gehe es auch darum, neue und humorvolle Horizonte auf das Begehren und auf das Queersein zu erschliessen.

Die Kurzfilme setzten sich «verspielt und kunstvoll» mit Sexualität und Sinnlichkeit auseinander. Der heterosexuell-männlich dominierte Blick auf Sexualität solle dadurch erweitert werden, denn Queer-Porn mache eine Vielzahl von Geschlechtsidentitäten, Körperlichkeiten und sexuellen Orientierungen sichtbar.

Die Kurzfilm-Reihe wird dem Publikum auf zwei Ebenen näher gebracht: In einer Performance stellt die Künstlerin Jeanne Jacob Fragen zu sexuellen Vorlieben und Erwartungen. Zudem wird vor den Filmprojektionen Alizé Rose-May Monod, Kuratorin des queer-feministischen Kinos in der Reitschule Bern, eine Einführung in das Genre geben.

www.pinkpanorama.ch

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