Momentan erreichen pro Tag im Schnitt 30 ukrainische Kriegsflüchtlinge den Kanton Luzern. Ihre Aufnahme und Betreuung stellen den Kanton und die Gemeinden vor grosse Herausforderungen. Am Donnerstag haben sie informiert, wie sie versuchen, diese zu bewältigen.
Flüchtling
Flüchtlinge aus der Ukraine. - AFP/Archiv

«Zum zweiten Mal haben wir die Situation, dass wir im Sprintmodus in die Krisenbewältigung starten und uns gleichzeitig auf einen Marathon einstellen müssen.» Mit diesem Worten umschrieb der Luzerner Sozialdirektor Guido Graf (Mitte) am Donnerstag die aktuelle Lage an einer Medienkonferenz, die der Kanton gemeinsam mit der Stadt Luzern durchführte.

Die Dauer und die Folgen des Krieges in der Ukraine seien nicht absehbar. «Wir müssen extrem flexibel sein», sagte Graf. Die Situation ändere sich stündlich. Vergangene Woche hatte die Regierung die Notlage erklärt und den Führungsstab mit der Koordination der notwendigen Arbeit betraut.

Derzeit erreichen täglich rund 30 ukrainische Flüchtlinge den Kanton Luzern. Die Luzerner Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen erwartet, dass bis Anfang Juni dem Kanton Luzern rund 2500 Personen zugewiesen werden.

Bislang konnten im Kanton Luzern rund 530 Unterkunftsplätze akquiriert werden. Dabei bedankte sich Graf auch bei den Gemeinden und der Bevölkerung für ihre geleistete Unterstützung. «Ich zähle darauf, dass wir den Geflüchteten auch mittel- und langfristig unsere Solidarität zeigen», sagte er.

Auch wenn die Unterbringung der kriegsvertriebenen Flüchtlinge grundsätzlich Aufgabe des Kantons sei, helfe die Stadt dem Kanton, wo sie nur könne, versicherte der Stadtluzerner Sozial- und Sicherheitsdirektor Martin Merki (FDP), der an der Medienkonferenz anwesend war. Auch, um die anderen Gemeinden so gut wie möglich zu vertreten, wie er betonte. «Alle Kommunen setzen sich in der aktuellen Lage ein.»

Die Stadt unterstützt den Kanton insbesondere bei der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten. Sie sorgt aber auch für die kurzzeitigen Aufnahme in Schul- und Vereinsstrukturen. In der Volksschule der Stadt Luzern werden für Flüchtlingskinder aus der Ukraine vorerst zwei zusätzliche Aufnahmeklassen eröffnet.

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