Kanton Luzern: Die Hälfte bleibt nach der Lehre im Lehrbetrieb
Fast 9 von 10 Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger im Kanton Luzern finden innert drei Monaten eine Stelle. Die Hälfte davon bleibt im eigenen Lehrbetrieb.

Fast 9 von 10 Luzerner Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger nehmen innert 3 Monaten nach Ausbildungsabschluss eine Erwerbstätigkeit auf. Die Hälfte aller Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger wurde in ihrem Lehrbetrieb weiterbeschäftigt. In den folgenden Jahren wird neben der Erwerbstätigkeit häufig eine weitere Ausbildung absolviert, wie LUSTAT in einem neuen Webartikel ausführt.
Ein Grossteil der Luzerner EBA- und EFZ-Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger (72%) trat direkt im Anschluss an die Lehre eine erste Stelle an, 15 Prozent nahmen nach einem Unterbruch von höchstens 3 Monaten eine Erwerbstätigkeit auf. Weitere 8 Prozent fanden zwischen 3 und 12 Monaten nach Abschluss eine Stelle. Bei 4 Prozent dauerte der Unterbruch bis zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit mehr als ein Jahr.
Bei weniger als einem Prozent fand innerhalb von 30 Monaten kein Übergang ins Erwerbsleben statt.
Das zeigt eine Auswertung der «Längsschnittanalysen im Bildungsbereich (LABB)» für den Kanton Luzern. Untersucht wurden die Bildungsverläufe von Luzernerinnen und Luzernern, die zwischen 2018 und 2020 eine berufliche Grundbildung (EBA und EFZ, ohne Berufsmaturität) abgeschlossen haben.
Je nach Bildungsfeld erfolgt der Berufseinstieg unterschiedlich rasch. Die jungen Berufsleute des Bildungsfelds «Land- und Forstwirtschaft, Tiermedizin»
traten am häufigsten nahtlos in die Erstbeschäftigung ein (83%). Am seltensten war dies in den Gesundheitsberufen der Fall (63%). Bei den nahtlosen Übertritten zeigen sich wenig Unterschiede nach Ausbildungstyp, Geschlecht oder Herkunft der jungen Berufsleute.
Der Anteil der Personen, die spätestens 3 Monate nach Ausbildungsabschluss eine Erwerbstätigkeit aufnahmen, war bei den EBA- und den EFZ-Abgängern/-innen fast gleich gross (87% vs. 88%). Männer traten ihre erste Stelle häufiger nach mehr als 3 Monaten Unterbruch an als Frauen, was teilweise mit dem Militär- oder Zivildienst zusammenhängt. Personen in Berufen des Gesundheits- oder Sozialwesens traten am häufigsten innerhalb von 3 Monaten eine Stelle an (92% resp. 96%), Personen in den Bildungsfeldern Informatik und Künste am seltensten (82% resp. 83%).
Insgesamt befand sich jede vierte Person 30 Monate nach Lehrabschluss in einer Ausbildung. Die meisten davon waren erwerbstätig und absolvierten die Ausbildung in Teilzeit.
Im Lehrbetrieb dauert Erstbeschäftigung häufig länger
Die Hälfte der jungen Berufsleute wurden direkt in ihrem Lehrbetrieb weiterbeschäftigt.
Bei den Personen mit EFZ war dies häufiger der Fall als bei jenen mit EBA. Männer blieben häufiger im Lehrbetrieb angestellt als Frauen. In der Schweiz geborene Ausländerinnen und Ausländer wurden im Vergleich zu den Personen der anderen Migrationskategorien am häufigsten vom Lehrbetrieb weiterbeschäftigt.
Erstbeschäftigungen in Lehrbetrieben dauerten häufig länger als Beschäftigungsverhältnisse, die in neuen Betrieben aufgenommen wurden.
NEET-Situationen sind verbreitet, aber meistens von kürzerer Dauer
In den 30 Monaten nach Lehrabschluss waren 4 von 10 jungen Berufsleuten mindestens einmal in einer NEET-Situation (Not in Education, Employment or Training). Das heisst, sie waren weder erwerbstätig noch in einer Ausbildung (ohne Personen mit EO-Bezug). Für mehr als die Hälfte von ihnen dauerte der NEET-Status nur kurzzeitig, nämlich maximal 3 Monate; gut ein Drittel war zwischen 4 und 12 Monaten ohne Erwerbsarbeit und Ausbildung.
Für die Übrigen war dies für länger als ein Jahr der Fall.
14 Prozent aller Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger waren innert der betrachteten 30 Monate mindestens einmal als arbeitslos registriert gewesen. EBA-Abgängerinnen und Abgänger waren mehr als doppelt so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen gewesen wie EFZ-Absolvierende.
Der neuste LUSTAT-Webartikel beleuchtet den Übergang von der beruflichen Grundbildung in den Arbeitsmarkt von jungen Luzernerinnen und Luzernern im Zeitraum von 42 Monaten nach ihrem Ausbildungsabschluss. Im Fokus stehen unter anderem die verschiedenen Ausbildungstypen (EBA und EFZ) sowie Unterschiede nach Geschlecht, Migrationsstatus und Bildungsfeld.






