Kanton Luzern: Denkmaltage rücken bedrohtes Kulturerbe in den Fokus
Am 12. und 13. September 2026 öffnen im Kanton Luzern Baudenkmäler ihre Türen. Die Denkmaltage fragen unter dem Titel «In Gefahr?» nach Bedrohungen.

Im Zentrum stehen das gefährdete kulturelle Erbe und die Frage, welchen Bedrohungen es ausgesetzt ist. Die Denkmalpflege Luzern greift das Thema anhand vielfältiger Orte und Fragestellungen auf.
Kulturelles Erbe ist nicht statisch. Gebäude, historische Ensembles, Parks und Kulturlandschaften verändern sich und müssen sich immer wieder klimatischen, gesellschaftlichen und funktionalen Veränderungen stellen. Damit verbunden sind Fragen der Pflege und Erneuerung: Was braucht es, damit wertvolle Bauten und Anlagen langfristig erhalten bleiben?
Wie können Veränderungen ermöglicht werden, ohne das kulturelle Erbe und seine Qualitäten zu verlieren?
Die Europäischen Tage des Denkmals 2026 nehmen diese Fragen zum Anlass, unterschiedliche Perspektiven auf das gefährdete Kulturerbe sichtbar zu machen.
Zwischen Stadt und Landschaft: Kulturerbe unter Druck
Im Kanton Luzern wird das Thema «In Gefahr?» an ganz unterschiedlichen Schauplätzen erlebbar. In Beromünster stehen der Umgang mit dem historischen Stiftsbezirk und der Hochwasserschutz an der Wyna im Fokus. In Entlebuch zeigen Rundgänge, wie sich ein historisches Ortsbild weiterentwickeln lässt, während in Emmenbrücke und Horw die Sanierung und Weiternutzung jüngerer Baudenkmäler thematisiert werden.
In der Stadt Luzern geht es unter anderem um den Schutz von Kulturgütern, den Erhalt von Kapell- und Spreuerbrücke und das gefährdete Schlössli Schönegg. Daneben wird mit der Führung «Fanny Brun-Herzog – Die erste Baulöwin in Luzern» auf das Kulturerbe von Frauen aufmerksam gemacht. Weitere Veranstaltungen in Meggen, Römerswil und Willisau ergänzen das vielseitige Programm.
Der öffentliche Eröffnungsanlass der Denkmaltage in der Zentralschweiz findet am 8. September 2026 um 18. 30 Uhr im Stattkino in Luzern statt und widmet sich der Wechselwirkung von Tourismus und Kulturerbe. Baudenkmäler und Ortsbilder prägen die Attraktivität eines Ortes, zugleich stellt sich die Frage, welche Chancen der Tourismus für deren Pflege und Erhalt bietet und wo er selbst zur Herausforderung werden kann. Zwischen Nutzung, Inszenierung und Schutz eröffnet sich ein Spannungsfeld, das neue Perspektiven auf das baukulturelle Erbe ermöglicht.
Das Inputreferat von Florian Eggli (Hochschule Luzern) führt in die Thematik ein. Im anschliessenden Podiumsgespräch diskutieren Florian Eggli, Korintha Bärtsch, Baudirektorin Stadt Luzern, Florine Sommerhalder, Geschäftsführung Hotel Terrasse Vitznau, Ferdinand Zehnder, Präsident Tourismusforum Luzern, sowie Thomas Brunner, Denkmalpfleger Kanton Uri, über Chancen, Grenzen und Zukunftsperspektiven im Zusammenspiel von Tourismus und Kulturerbe. Anmeldung unter Veranstaltungen Detail — Netzwerk Kulturerbe Schweiz Die Europäischen Tage des Denkmals machen das kulturelle Erbe für ein breites Publikum zugänglich.
Die kantonalen Fachstellen für Denkmalpflege und Archäologie stellen gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern ein vielfältiges Programm zusammen und ermöglichen Einblicke in ihr Tätigkeitsfeld.
Das Programm der Europäischen Tage des Denkmals 2026 ist auf der nationalen Plattform kulturerbe-entdecken.ch verfügbar. Ergänzend steht eine gemeinsame Zentralschweizer Programmbroschüre zur Verfügung.






