Vor 30 Jahren ist in Luzern die nach dem Brand neu aufgebaute Kapellbrücke eingeweiht worden.
Vor 25 Jahren in der Nacht auf den 18. August 1993 fällt die Kapellbrücke in Luzern einer Feuersbrunst zum Opfer. Ein Grossteil der historischen Holbrücke und viele der originalen Giebelbilder verbrennen.
Vor 25 Jahren in der Nacht auf den 18. August 1993 fällt die Kapellbrücke in Luzern einer Feuersbrunst zum Opfer. Ein Grossteil der historischen Holbrücke und viele der originalen Giebelbilder verbrennen. - Keystone

Acht Monate zuvor, in der Nacht auf den 18. August 1993, war die 200 Meter lange, aus Holz gebaute, überdachte und mit Bildtafeln geschmückte Fussgängerbrücke über die Reuss in Flammen aufgegangen und zu drei Vierteln verbrannt. Der Brand des 650 Jahre alten Bauwerks machte weltweit Schlagzeilen.

Die Kapellbrücke mit dem Wasserturm ist für Luzern identitätsstiftend, für den Tourismus hat das Ensemble einen unbezahlbaren Wiedererkennungswert. Noch am Brandtag entschied die Stadt, das Wahrzeichen neu aufzubauen.

Für den Wiederaufbau der Brücke wurden 160 Kubikmeter Holz verarbeitet und 29'000 Ziegel ersetzt. Total kostete die Wiederherstellung 3,4 Millionen Franken.

Am 14. April 1994 verfolgten 15'000 Personen, darunter Bundesrat Flavio Cotti und 200 Medienleute aus aller Welt, das Eröffnungsspektakel. Das Fernsehen übertrug den Anlass live.

Mit einem Urknall fiel die weisse Umhüllung vom Bauwerk, das unter Glockengeläut eingesegnet wurde, und auf das ein Flugzeug Blumen regnen liess. Die Brücke sah damals mit ihrem neuen hellen Holz ungewohnt aus. Dies ist heute nicht mehr der Fall.

Spuren noch immer sichtbar

Noch immer sind aber Spuren des Brandes sichtbar. Dieser hatte den Grossteil der 111 dreieckigen Bilder, die aus dem 17. Jahrhundert stammen und in den Giebeln des Daches aufgehängt sind, zerstört.

Weil die Brücke im 19. Jahrhundert verkürzt worden war, gab es noch eingelagerte Bilder, mit denen ein Teil der zerstörten Bilder ersetzt werden konnte. Ein Teil der Giebel blieb aber leer oder wurde mit brandgeschädigten Bildern ausgestattet.

Die Stadt wollte damit, im Einklang mit der Denkmalpflege, die Geschichte der Brücke sichtbar machen. Dies gefiel nicht allen. Ein Anwalt liess Kopien der zerstörten Bilder anfertigen, eine Volksinitiative wurde lanciert – die Lücken aber blieben.

Dabei dürfte es auch bleiben. Von der Stadt werde keine Änderung der aktuellen Hängeordnung angestrebt, teilte der Stadtarchitekt auf Anfrage mit.

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