Stadt Luzern

Drei neue Mitglieder in Luzerner Junggrünen Vorstand gewählt

Geteilte Meinungen zu Abstimmungsvorlagen und einstimmige Wahl neuer Vorstandsmitglieder: Das bestimmte die Mitgliederversammlung der Jungen Grünen LU am 4.9.

Junge Grüne Luzern Gruppenbild
Die Jungen Grünen Luzern trafen sich am 4. September 2026 zu einer intensiven Mitgliederversammlung samt Parolenfassung und Ersatzwahlen. - zVg

Am Abend des 4. Septembers 2026 trafen sich die Jungen Grünen Kanton Luzern in der Caféteria Barfüesser zu einer intensiven Mitgliederversammlung. Es standen drei Parolenfassungen und dazu noch Ersatzwahlen für den junggrünen Vorstand an.

In zwei der drei kantonalen Vorlagen, die am 27. September an die Urne kommen gingen die Meinungen der Jungen Grünen auseinander und es wurde lange diskutiert. Die Wahl der neuen Vorstandsmitglieder war unbestritten.

Grüne lehnen Mitte-Initiative «Gegen Fan-Gewalt» einstimmig ab

Für die Parolenfassung zur Mitte-Initiative «Gegen Fan-Gewalt» und den dazugehörigen Gegenvorschlag war Thomas Merz der Jungen Mitte Luzern zu Besuch und stellte die Initiative vor. In der Diskussion fand die Initiative dann aber keine Zustimmung und wurde einstimmig abgelehnt.

Der Gegenvorschlag wurde hingegen mit grossem Interesse diskutiert: «Der Gegenvorschlag verankert den bereits praktizierten und gut funktionierenden ‹Luzerner Weg› im Gesetz. Ihn abzulehnen könnte als Zeichen gelesen werden, dass dieser wieder angepasst werden soll, was nicht in unserem Interesse ist», äussert sich Finn Krummenacher, Co-Präsident der Jungen Grünen Luzern.

Kritik am Gegenvorschlag gab es bezüglich der Videoüberwachung. Beim Filmen von Fanmärschen können auch Personen gefilmt werden, die nichts mit dem Fussballspiel zu tun haben, was eine massive Eindringung in die Privatsphäre dieser unbeteiligten Personen heisst und Datenschutztechnisch nicht vereinbar mit der Meinung einiger Mitglieder der Jungen Grünen übereinstimmt.

Schlussendlich wurde für den Gegenvorschlag die Stimmfreigabe beschlossen, in der Stichfrage wird der Gegenvorschlag der Initiative einstimmig vorgezogen.

Nein-Parole zur Revision des Ruhetags- und Ladenschlussgesetzes

Weiter ging es in der Caféteria Barfüesser mit der Vorstellung der Revision des Ruhetags- und Ladenschlussgesetzes. Auch hier gab es eine lange Diskussion zur Vorlage.

Die anwesenden Mitglieder unterstützen, dass es eine Lösung braucht, damit kleine Hofläden zu führen nicht an die starren und oft für dieses Konzept unpraktische Öffnungszeiten gebunden ist. Auch die Möglichkeit, dass kleinere Läden mit Selbstbedienungskonzept, die regionale und Bio-Produkte verkaufen eine bessere Chance haben zu entstehen und auch bestehen bleiben, sowie die unterliegende Botschaft, dass es reine Elektrotankstellen geben kann werden als positive Auswirkungen der Revision genannt.

Gian Gabriel, Vorstandsmitglied der Jungen Grünen Luzern merkt jedoch an: «Grosse Supermarkt-Ketten profitieren von dem Angebot übermässig, da sie die sind, welche es sich leisten können, vier Elektrotanksäulen und einen kleinen Container mit Lebensmitteln hinzustellen und für die Hofläden und kleine Läden mit regionalen Produkten dann wieder eine Konkurrenz darstellen». Die Auswirkungen, die die Revision auf die Arbeitsbedingungen von Detailhändler:innen haben können und den Angriff auf den gemeinsamen freien Sonntag sprechen für die Jungen Grünen Luzern ebenfalls gegen die Revision.

In der Abstimmung wird dann die Nein-Parole zur Revision der Ruhetags- und Ladenöffnungszeiten gefasst.

Ein klares Nein auch zur Vorlage Standortförderung

Die Vorlage zur Weiterentwicklung der Standortförderung im Kanton Luzern wird von den Jungen Grünen Luzern einstimmig abgelehnt.

Maline Zimmermann, Regierungsratskandidatin der Jungen Grünen Luzern, meint dazu: «Der Kanton Luzern hat schon die tiefsten Unternehmenssteuern in der Schweiz und das Massnahmenpaket bevorzugt grosse Unternehmen gegenüber KMUs, welche die Unterstützung nötiger hätten. Das Geld, welches in Kulturförderung und Kinderbetreuung fliesst, ist nicht genügend im Vergleich zu den Subventionen für Konzerne.»

Weiter kritisieren die Jungen Grünen, dass eben dieses Geld für Kulturförderung und Kinderbetreuung besser direkt vom Kanton in soziale Projekte investiert werden soll, und dies nicht im Zusammenhang mit Subventionen für Grosskonzerne dafür eingesetzt werden soll.

Einstimmige Wahl dreier neuer Kandidierender in den Vorstand

Nachdem Ende August die drei bisherigen Vorstandsmitglieder Leo Scherer, Giulia Bucheli und Simon Leisinger, welche alle aufgrund ihres Studiums Luzern temporär verlassen, ihren Rücktritt gegeben haben, wurden drei Plätze im junggrünen Vorstand frei.

Die Jungen Grünen Luzern danken Leo, Giulia und Simon herzlich für ihr unermüdliches Engagement, welches sie für die Jungpartei über Jahre hinweg an den Tag gelegt haben. Für die drei freigewordenen Plätze stellten sich Gian Gabriel, Anouk Schindler Wright und Fabio Wettstein zur Wahl. Alle drei Kandidierenden wurden einstimmig in den Vorstand der Jungen Grünen Luzern gewählt.

Anouk Schindler Wright ist 19 Jahre alt, wohnt in der Stadt Luzern und besucht derzeit das Maturajahr an der Kantonsschule Alpenquai. Schindler Wright interessiert sich sehr für Bildung und Kultur, und möchte gerne auch in diesen Bereichen politisieren. Fabio Wettstein ist gelernter Elektroniker EFZ mit Berufsmatura und absolviert zurzeit die Rekrutenschule. Sein Kernthema, das er im Vorstand einbringen möchte, ist Sicherheitspolitik. Der 22-jährige Rothenburger setzt sich bei den Jungen Grünen auch für eine Perspektive von ländlicheren Regionen ein. Gian Gabriel ist 23 Jahre alt und Stadtluzerner. Er studiert Politikwissenschaft und Geographie an der Universität Zürich und interessiert sich politisch für Verkehrspolitik und soziale Themen.

Der Vorstand der Jungen Grünen Luzern begrüsst Anouk, Gian und Fabio herzlich in ihrem neuen Amt und freut sich auf die Zusammenarbeit mit ihnen.

In den nationalen Abstimmungen folgen die Jungen Grünen Luzern den Jungen Grünen Schweiz und kommunizieren ein klares Nein zur Neutralitätsinitiative und ein Ja für die Ernährungsinitiative.

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