Die Frauen des FC Küssnacht lancieren am Samstag gegen den Grasshoppers Club Zürich die Rückrunde.
Captain Céline Künzli
Das Team von Captain Céline Künzli spielt in diesem Frühling um den Titel in der ersten Liga. - FCK-Archiv

Der Underdog wird um Überraschungen bemüht sein, auch wenn die Rollenverteilung heuer noch deutlicher ist.

Nach Monaten von individuellen Konditions- und Krafttrainings stellten sich die Küssnachterinnen wie viele andere Teams ab dem März auf kontaktlose Trainings in Kleingruppen ein.

Doch dann die Überraschung: Ex aequo wie bei den Männern wurde die dritthöchste Liga im Frauenfussball als semiprofessionell eingestuft und nimmt damit den Spielbetrieb wieder auf. «Wir empfinden es als grosses Privileg wieder loslegen zu dürfen und halten uns strikt an die Schutzmassnahmen, um dieses Privileg nicht zu missbrauchen», versichert Trainer Remo Zwyssig. Auf einmal waren die Ernstkämpfe greifbar nahe und es blieb nur ein Monat, um das Gefühl für Ball und Mitspielerinnen wiederzufinden.

Konditionell - auch wenn es Unterschiede gab - sei das Team Anfang März auf einem guten Stand gewesen. «Aber auch am Ball und in den Zweikämpfen war die Intensität und Qualität sehr schnell wieder vorhanden», so Zwyssig. Was im verlorenen Testspiel am Samstag gegen den «FC Oerlikon / Polizei ZH» noch etwas gefehlt habe, ist die Qualität im Abschluss. Das sei wohl auch darin begründet, dass der Fokus in der begrenzten Vorbereitungszeit nicht auf dem Torschuss lag.

GC mit Wettbewerbsvorteil

Vor dem Cup-Spiel am Samstag testeten die Frauen am Mittwoch nochmals gegen die U19 des FC Luzern. Mit diesem Spiel gegen den Spitzensport-Nachwuchs übte der FCK taktische Elemente ein, die in der Partie gegen GC wichtig seien. Wie diese Taktik ausschaut, wollte Trainer Remo Zwyssig nicht verraten. Bereits jetzt klar ist, dass die Grasshoppers mit einem grossen Vorteil ins Luterbach reisen. Weil das Team aus der Women’s Super League in den vergangenen Monaten uneingeschränkt trainieren und spielen durfte, sind die Spiesse heuer noch ungleicher. Remo Zwyssig macht sich keine Illusionen: «Ich kann mich nicht erinnern, dass ein NLA-Verein in den letzten Jahren von einem Erstligisten besiegt wurde. Das ist eine andere Kategorie».

Doch der Ball ist rund und das Spiel geht 90 Minuten. Und die FCK-Frauen profitieren möglicherweise zumindest virtuell von der heimischen Unterstützung. Die Partie wird am Samstag um 20 Uhr live im Internet übertragen und kommentiert. Darüber freue sich sein Team sehr, meint Remo Zwyssig. Allerdings sei bei all dieser Aufmerksamkeit und des Aufwandes auch eine gewisse Verlegenheit zu spüren, «die für die Bescheidenheit des Teams spricht».

Top 6 spielt um den Titel

Nach dem Cup-Spiel bleibt den Küssnachterinnen ein halber Monat, um sich auf die zwei Nachtragsspiele in der Meisterschaft vorzubereiten. Am 17. April geht es auswärts gegen das fünftplatzierte Courgevaux, zwei Wochen später empfangen die Frauen «Vuisternens/Mézières» auf dem Luterbach. Schon jetzt ist klar, dass das aktuell erstplatzierte Küssnacht in fünf Partien mit den übrigen fünf Besten der Liga um den Titel spielen wird. Die Punkte aus der Meisterschaft werden in diese Aufstiegsspiele mitgenommen. In der Rückrunde muss das Team auf die Dienste von Lena Sigrist verzichten, die Mutter wird. Am letzten Samstag hat sich zudem Gina Schilliger am Knie verletzt. Wie lange sie ausfallen wird, ist noch unklar. Ansonsten kann Remo Zwyssig am Samstag gegen GC aus dem Vollen schöpfen: «Wir haben absolut nichts zu verlieren und wollen das bestmögliche Resultat erspielen».

Hinweis: Das Spiel der FCK-Frauen gegen den Grasshoppers Club Zürich kann am 3. April um 20 Uhr unter www.cup.fckuessnacht.ch kostenlos angeschaut werden.

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