SP Kriens: Komitee zieht Wohninitiative zurück
Das Initiativkomitee der Krienser Wohninitiative zieht diese zurück. Der Gegenvorschlag schaffe eine Grundlage für die Förderung von preisgünstigem Wohnraum.

Das Initiativkomitee der Krienser Wohninitiative «Preisgünstigen Wohnraum erhalten – damit Wohnen in Kriens auch weiterhin bezahlbar bleibt» zieht die Initiative zurück.
Der vom Stadtparlament verabschiedete Gegenvorschlag stellt aus Sicht des Komitees einen gangbaren Weg dar und schafft erstmals eine verbindliche kommunale Grundlage für die Förderung von preisgünstigem Wohnraum.
Damit wurde dank der Wohninitiative ein wichtiger wohnpolitischer Fortschritt erzielt, von dem die Krienser Bevölkerung profitiert.
Gleichzeitig bleibt das Stadtparlament beim Schutz des bestehenden preisgünstigen Wohnraums hinter den Erwartungen des Initiativkomitees zurück. Das Initiativkomitee sieht in den folgenden Punkten wesentliche Verbesserungen.
25 Prozent Pflichtanteil für gemeinnützigen Wohnraum bei Sonderbauvorschriften
Mit der Verpflichtung zu einem Anteil von mindestens 25 Prozent gemeinnützigem Wohnraum bei Sonderbauvorschriften entsteht erstmals ein verbindliches Instrument, um bei grösseren Arealentwicklungen preisgünstigen Wohnraum langfristig zu sichern.
Förderung des gemeinnützigen Wohnbaus
Die Gemeinde setzt sich ein dauerhaftes Ziel von mindestens 10 Prozent gemeinnützigem Wohnraum. Aus Sicht des Initiativkomitees ist dies ein erster, notwendiger Einstieg, jedoch klar ein Minimalziel, das künftig erhöht werden muss.
Massnahmen gegen Kurzzeitvermietungen
Kriens gerät zunehmend unter Druck durch kurzzeitige Vermietungen über Plattformen wie Airbnb. Dass die Gemeinde hier aktiv wird, ist wichtig und dringend, um Wohnraum dem regulären Markt zu erhalten.
Es braucht «konsequentere und verbindlichere Vorgaben»
«Wir begrüssen die Förderung des gemeinnützigen Wohnraums in Kriens – insbesondere angesichts der rund 3500 neuen Wohneinheiten, die in den nächsten Jahren entstehen werden. Jedoch sind die beschlossenen Ziele zu wenig ambitioniert», sagt Zita Bucher vom Initiativkomitee und führt weiter aus: «Um heute und in Zukunft preisgünstigen Wohnraum zu sichern, braucht es konsequentere und verbindlichere Vorgaben – sowohl beim Neubau als auch beim Schutz des bestehenden Wohnraums.»
Nach Rückzug der Initiative: Engagement geht weiter
Pia Engler vom Initiativkomitee ergänzt: «Die Stadt Kriens hat es verpasst, wirksame Massnahmen zum Schutz des bestehenden bezahlbaren Wohnraums zu ergreifen. Dass bei baulichen Veränderungen, die zu einer Mietzinsanpassung führen, lediglich eine Deklarationspflicht statt einer transparenten Offenlegung der Berechnung des neuen Mietzinses verlangt wird, ist nicht effektiv und wird sein Ziel verfehlen. Hier braucht es weitere Schritte.»
Mit dem Rückzug der Initiative endet das Engagement des Initiativkomitees nicht. Es wird die Umsetzung des neuen Wohnbaureglements kritisch begleiten und weitere Schritte prüfen, um den Schutz und die Förderung von bezahlbarem Wohnraum in Kriens weiter zu stärken.










