Wie die Stadt Kriens mitteilt, soll mit dem entstandenen Sportanlagenkonzept 2021 mit vielen kleinen Projekten ein Mehrwert für die Bevölkerung erreicht werden.
Ausblick über Kriens.
Ausblick über Kriens. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Wie sport- und bewegungsfreundlich ist Kriens? Dieser Frage ging die Stadt Kriens nach, als sie ihr Gemeindesportanlagen- und Spielraumkonzept (GESAK) aktualisieren liess. Das Fazit: Es gibt grosse Projekte – aber für Mehrwert in der Bevölkerung kann auch mit vielen kleinen Massnahmen viel erreicht werden.

Das GESAK für Kriens entstand in einer ersten Version im Jahr 2006 und war damals eines der ersten dieser Art in der Schweiz. Der Bundesrat hatte Ende 2000 sein sportpolitisches Konzept verabschiedet, aus dem nationale und kantonale Sportanlagenkonzepte entwickelt wurden. Die Gemeinden waren damals aufgefordert, dies auch auf kommunaler Ebene umzusetzen.

Dabei geht es um eine Erfassung aller Anlagen und Dienstleistungen, die sich mit der Bewegungs- und Sportförderung befassen. Neben den Anlagen als solche sollte auch deren Auslastung und baulicher Zustand erfasst werden.

Mithilfe von Studierenden der Hochschule Luzern

In einer vertieften Auseinandersetzung von Politik, Verwaltung und Sportanbietern sollten diese Fakten letztlich mit der existierenden Nachfrage abgeglichen werden. Auf diesem Weg sollen Gemeinden Anhaltspunkte erhalten, wo sie Bewegungs- und Sportförderungsangebote noch kundenfreundlicher gestalten können.

Nachdem Kriens im Jahr 2006 mit seinem ersten GESAK Pionierarbeit leistete, wurde das Dokument jetzt umfassend aktualisiert. Der Stadtrat erteilte den Auftrag dazu vor zwei Jahren. Und es wurde mit einem Spielraumkonzept ergänzt, das sich vertieft mit den Spielplatz-Angeboten auseinandersetzt.

Mitgewirkt haben bei der Bestandsaufnahme, den Themenworkshops und der Vernehmlassung neben Exponenten der Verwaltung auch Mitglieder der Sportkommission und der Volksschule. Das Spielraumkonzept wiederum wurde unter Mithilfe von Studierenden der Hochschule Luzern (HSLU) erarbeitet und vom Kanton Luzern finanziell unterstützt.

Konkrete Handlungsfelder

Im gut 100-seitigen Bericht sind jetzt alle Bewegungsangebote in Kriens erfasst. Zu Handen des Stadtrates hat die Arbeitsgruppe verschiedene Handlungsempfehlungen formuliert. Diese thematisieren grössere Projekte, die anstehen:

Die bestehende Stelle der Sportkoordination innerhalb der Verwaltung soll im bisherigen Umfang erhalten bleiben. Im Bereich Turnhallen besteht Sanierungsbedarf (Fenkern, Obernau, Meiersmatt). Im Bereich der Fenkernhalle soll eine Machbarkeitsstudie zeigen, welche Möglichkeiten zur Erneuerung auf dem Areal bestehen.

Die Zukunft des Hallenbades (Neubau, Sanierung, Schliessung) soll über eine Machbarkeitsstudie geklärt werden. Auf dem Allwetterplatz neben der Gallihalle soll mittelfristig eine multifunktionale Sportanlage für Vereine, Bevölkerung und Schule entstehen. Sie ersetzt die ursprünglich dort geplante Norm-Leichtathletikanlage.

Auf dem Areal Grabenhof und Schlund soll die Planung für eine Freizeitanlage, generiert aus der Mehrwertabschöpfung der Pilatusarena, aufgenommen werden. Für den Bikesport soll in Kriens die Infrastruktur aufgrund der grossen Nachfrage verbessert werden. Dies soll auch mithelfen, Nutzungs-Konflikte in geschützten Grünzonen und Naherholungsgebieten zu reduzieren.

Kleinere Massnahmen in sieben Themenbereichen

Insgesamt hat die GESAK-Überarbeitung mit der breit angelegten Vernehmlassung bei Interessierten 32 mitunter auch kleinere Massnahmen in sieben Themenbereichen ergeben. In seiner Würdigung geht der Stadtrat insbesondere auch auf diese Massnahmen ein.

Mit ihnen könnte für die Bevölkerung direkter und unmittelbarer Nutzen gestiftet werden, ohne dass die Realisierung von Ideen an der aktuell angespannten Finanzsituation scheitern.

Weiter weist der Stadtrat auf die Bedeutung der Spielplätze als wichtiges Standbein für eine familien- und bewegungsfreundliche Infrastruktur hin. Die Beratung von privaten Bauherren sowie die partizipative Planung von öffentlichen Spielplätzen sind zentrale Ansatzpunkte.

Geplanter Bau der Pilatusarena

Bezüglich Investitionen für eine zusätzliche Dreifachhalle verweist der Stadtrat auf den geplanten Bau der Pilatusarena, deren Rolle im gesamten Sportanlagen-Angebot von Kriens vertieft zu prüfen sei.

Das Konzept führt aber auch Vorschläge auf wie ein Mountainbike-Spielplatz in Siedlungsnähe, eine öffentliche Garderobe für Individualsporttreibende im Kleinfeld oder ein Openair-Fitness-Center im Parkbad.

Einzelne jetzt im GESAK aufgeführte Themen befinden sich zudem bereits in der Umsetzung oder sind im Aufgaben- und Finanzplan abgebildet. Dazu gehört die Sanierung des Zielhangs bei der Schiessanlage Stalden oder die Umnutzung der Wiese zwischen Badi und Fussballstadion.

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