Die Heime Kriens werden anstelle des heutigen Altersheimes Grossfeld ein «Lebens- und Begegnunbszentrum» erstellen.
Kriens
Blick von der Hofmatt. - Kriens

Viel Holz, viel Behaglichkeit, begrünte Dachterrassen – und das in einer parkähnlichen Landschaft mitten im Zentrum: Die Krienser Altersversorgung wird um ein Angebot reicher.

Das heutige Heim Grossfeld wird sich in den kommenden Jahren zum Lebens- und Begegnungszentrum wandeln. In zwei Neubauten baut die Heime Kriens AG zeitgemässe neue Wohn- und Betreuungsangebote.

Wie können die Wohnbedürfnisse der immer älter werdenden Menschen in den kommenden Jahren abgedeckt werden? Vor dieser Frage steht auch die Stadt Kriens bei der Weiterentwicklung ihrer Angebote in der Alters- und Gesundheitsversorgung. Umso mehr, als sich diese Bedürfnisse in den vergangenen Jahren fundamental verändert haben. Bei der Heime Kriens AG ist dieser Wandel der Bedürfnisse Grundlage für Leitbild und strategische Ausrichtung. Und er stand am Anfang der Überlegungen, wie das heutige Altersheim Grossfeld erneuert werden könnte, um diesem Anspruch gerecht zu werden.

Siegerprojekt ermittelt

Das markante Gebäude des heutigen Heimes Grossfeld in der für seine Bauzeit typischen Sichtbetonbauweise weist Mängel auf. Die kleinräumige Struktur verhindert zeitgemässe Betreuungs- und Pflegeformen. In einem anonymen zweistufigen offenen Architekturwettbewerb haben sich deshalb Fachleute verschiedenster Spezialgebiete Gedanken gemacht, wie auf dem Areal ein zeitgemässes Wohn- und Betreuungsangebot für betagte Menschen geschaffen werden kann.

Ergänzend zu den Institutionen Zunacher 1 und 2, aber auch zu den jüngst eröffneten Wohnangeboten im Lindenpark und im Schweighof.

Jetzt wurde der Wettbewerb abgeschlossen. Das Siegerprojekt «Tre Giardini» (Drei Gärten) stammt vom Planerteam atelier ww Architekten SIA AG (Zürich) und Cadrage Landschaftsarchitekten (Zürich).

Es sieht auf dem Areal des heutigen Grossfeld-Heimes (Horwerstrasse / Grossfeldstrasse, anschliessend an die Hofmatt-Überbauung) zwei Neubauten vor: Ein Wohngebäude mit 30 Zweieinhalb-Zimmer-Pflegewohnungen sowie ein Doppelgebäude mit 56 Pflegezimmern (8 Wohnungen à je 7 Zimmer) und weiteren 16 Pflegewohnungen. Auf der Erdgeschossebene befinden sich Allgemeinräume, Infrastruktur sowie gewerblich nutzbare Räume, die das neue Grossfeld zum generationenübergreifenden Begegnungsort machen und den nahen Hofmatt-Platz quasi erweitern.

Sichtbetonbau verschwindet

Die Idee hinter dem Projekt «Tre Giardini» hat die Wettbewerbsjury überzeugt. Das neue Zentrum verzichtet bewusst auf einen zentralen Eingang und vermeidet so den «Heim-Charakter». Dieser Gedanken zieht sich über das gesamte Areal.

Wohnlichkeit und Behaglichkeit sollen den Menschen das Gefühl von Heimat und Zuhausesein vermitteln – ein wichtiges Element der inhaltlichen Ausrichtung der Heime Kriens AG. Sie stellt das Wohnen in den Mittelpunkt – der «Betrieb» des Heimes mit Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft rückt so weit wie möglich in den Hintergrund. Da ist

es geradezu symbolisch, dass der heutige Sichtbeton-Bau verschwindet. Der Umgang mit diesem Betonbau war den Planungsteams bewusst freigestellt. Zwar war das bisherige Gebäude als Vertreter einer Bauepoche als «schützenswert» eingestuft – nicht aber unter Schutz gestellt.

Das siegreiche Planungsteam war nun der Meinung, dass mit zwei Neubauten städtebaulich und betrieblich die bessere Lösung erreicht werden könne. Das fand auch die Jury, die bis zum Schluss des Wettbewerbes je ein Projekt mit Teilerhalt des heutigen Baus und ein Projekt ohne Erhalt zu bewerten hatte und sich so sorgfältig mit dem Bestand auseinandergesetzt hatte.

Holzfassaden und Dachterrassen

Geplant sind jetzt auf dem Areal zwei Gebäude. Das Wohngebäude ist dabei im vorderen Bereich des Grundstücks gegen die Horwerstrasse hin platziert. Das Haus mit den Pflegezimmern steht am Ort des heutigen Altersheims.

Die zwei symmetrisch aufgebauten Gebäudeteile werden im Zentrum durch Gemeinschaftsräume zusammengefasst, die auf allen Etagen variabel genutzt werden können. Beide Gebäude werden als sechsgeschossige Bauten erstellt, deren Holzfassaden ein wichtiges Merkmal sein werden.

Der natürliche Baustoff aus Schweizer Wäldern soll Inbegriff sein der Wohnlichkeit – und ein weiterer, bewusst gesetzter Gegenpol zu einer sterilen, unpersönlichen Heimatmosphäre. Auf beiden Häusern werden die Dachgeschosse begrünt und begehbar – für Bewohnende, ihre Besuchenden und für die Mitarbeitenden des Zentrums.

Die beiden Häuser werden durch «Baldachine» so miteinander verbunden, dass sie vom jeweils andern Gebäude aus auch wettergeschützt erreichbar sind.

Grüne Parklandschaft

Ein wichtiger Stellenwert kam im Projekt «Tre Giardini» auch der Gestaltung der Aussenräume zu. Das Projektteam trat nämlich auch mit dem Anspruch an, neben dem funktionalen Nutzen des Begegnungszentrums die Quartierstrukturen aufzuwerten. So entsteht direkt anschliessend an das Hofmatt-Areal eine parkähnliche Landschaft, welche auch das Schulhaus Grossfeld miteinbezieht.

Die Grünzonen schaffen einen Mix aus Ruhezonen und belebten Zentrumszonen. Dafür sorgen werden auch Restaurant, Cafeteria sowie Ladenlokale, die auf Erdgeschoss-Ebene aus dieser Grünzone heraus erreichbar sind.

Auf diesem Weg wird das gesamte Areal zur generationenübergreifenden Begegnungszone. Zu dieser Idee einer Grünzone gehört auch, dass die markante «Villa Grossfeld» am Kreisel Anderallmend in die Parklandschaft einbezogen wird.

Das Areal soll – bis auf eine Zufahrt– komplett autofrei sein. Die Erschliessung der neuen Tiefgarage erfolgt durch die unterirdische Hofmatt-Einstellhalle. Besuchende nutzen auch die Parkplätze dort. Oberirdische Besucherparkplätze gibt es nur sehr wenige.

Etappierter Bau vorgesehen

Das Siegerprojekt hat bereits zwei Wettbewerbsstufen und am Schluss eine Bereinigungsphase hinter sich. Nun wird es von der Stadt Kriens an die Heime Kriens zur Umsetzung übergeben (siehe Box).

Die Heime Kriens AG wird das Projekt weiterentwickeln und dann das Baugesuch dafür einreichen. Nach Vorliegen der Baubewilligung ist eine etappierte Umsetzung. Zuerst soll das neue Wohnhaus erstellt werden. Sobald dieses bezogen ist, wird mit dem Rückbau des ersten Teils des heutigen Heimes gestartet und das neue Gebäude gebaut.

Dabei werden Teile des Altbaus in Betrieb gehalten, um alle Dienstleistungen (wie etwa Wäscherei, Küche) weiterhin erbringen zu können. Als dritte Etappe schliesslich wird der Rest des Altbaus rückgebaut und die gesamte Umgebung wird erstellt.

Heime Kriens AG baut

Mit der Durchführung des Architekturwettbewerbes hat die Stadt Kriens eine ihrer letzten Aufgaben in Zusammenhang mit der Verselbständigung der Heime Kriens AG erledigt.

Sie wird jetzt wie geplant das Land und die heutigen Gebäude der Heime Kriens AG im Baurecht übertragen – mit der Verpflichtung, das Siegerprojekt des Wettbewerbes umzusetzen. Die Heime Kriens AG war im gesamten Wettbewerbsverfahren als Bestellerin und zukünftige Bauherrin eng eingebunden.

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