«Vorteil naturnah»: Projekt-Ziele werden weiterverfolgt
Bunter und vielfältiger ist Kreuzlingen dank «Vorteil naturnah» geworden. Auch zwei Jahre nach Projekt-Ende tauschen die Beteiligten weiter Erfahrungen aus.

Die Idee, naturnahe Flächen im öffentlichen Siedlungsraum zu vergrössern, bleibt lebendig.
Auf Einladung des kantonalen Amtes für Raumentwicklung, Abteilung Natur und Landschaft treffen sich jährlich Vertreter der bei «Vorteil naturnah» teilnehmenden Gemeinden und Körperschaften zu einem Erfahrungsaustausch in der Region.
Dieses Jahr hat die Stadt Kreuzlingen einen Rundgang durchgeführt, wie die Stadt am 15. Juli mitteilt. Gemeinsam besichtigen die Fachpersonen aus der Praxis dabei ökologisch aufgewertete Standorte im Kreuzlinger Zentrum.
Im Mittelpunkt stehen dabei deren Entwicklung und der gemeinsame Blick der Verantwortlichen auf eine Förderung der Biodiversität.
Ökologische Aufwertungen entfalten sich oft erst nach mehreren Jahren
Begleitet wird der Rundgang, den Stefan Braun, Umweltbeauftragter der Stadt Kreuzlingen, moderiert, von Markus Allemann, Naturgarten-Experte und Projektberater, sowie Eveline Gisel, Projektleiterin «Vorteil naturnah» beim Amt für Raumentwicklung des Kantons Thurgau.
Gemeinsam mit den rund 25 Teilnehmenden diskutieren sie über die Gestaltung der Flächen, deren Pflege und die Herausforderungen, die sich im Alltag stellen.
Themen waren unter anderem der richtige Zeitpunkt für Rückschnitte sowie die Erkenntnis, dass sich ökologische Aufwertungen oft erst nach mehreren Jahren vollständig entfalten.
Infotafeln regen zur Nachahmung an
An verschiedenen Stationen werden gelungene Umsetzungen der Grundidee sichtbar. Bei den Gemeinschaftsgräbern auf dem Friedhof St. Ulrich präsentiert Simon Tobler, Leiter der Verwaltung der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen, die parkähnlich gestaltete Umgebung. Statt tief gemähter Rasen prägen heute Blumenwiesen und Eichenstämme das Bild.
«Wir haben bis jetzt nur positives Feedback erhalten. Wir finden, die Umgestaltung ist sehr gelungen», sagt Tobler. Die naturnahe Gestaltung sei nicht nur optisch ansprechend, sondern trage auch dazu bei, die Hitzeentwicklung zu reduzieren.
Beim Schulhaus Pestalozzi informiert sich die Gruppe über ein neues Biotop. Markus Allemann gibt wertvolle Hinweise, wie sich der vorgeschriebene Hag möglichst naturnah gestalten lässt. Einig sind sich die Fachpersonen aus der Praxis, dass dort, wo etwa Altgras stehen bleibt, auch Hinweise für Passanten angebracht werden sollten.
Solche Infotafeln schaffen einerseits Verständnis und regen viele zur privaten Nachahmung an.
Die Natur auch einfach mal machen lassen
Ein weiteres gutes Beispiel führt die Teilnehmenden zum naturnah gestalteten Platz zwischen dem Schulpräsidium und dem Kultur- und Sportzentrum Dreispitz. Diese bislang kaum genutzte Fläche konnte mit wenig Aufwand biodivers aufgewertet werden.
Bestehende Hecken wurden durch Tunnel ergänzt. Zudem wurden die Kiesflächen mit Sitzsteinen und einer einheimischen Bepflanzung gestaltet. So entstand ein vielseitig nutzbarer Aufenthaltsraum.
Seit der Umgestaltung werde der Platz von Schülern zum Spielen und Verweilen genutzt. «Er wird angenommen», sagt Markus Meister, stellvertretender Leiter Liegenschaften der Schule Kreuzlingen.
Die neue Bepflanzung sei mit der Zeit weniger pflegeintensiv und benötige auch keine zusätzliche Bewässerung. Gleichzeitig habe sich eine neue Dynamik entwickelt, erklärt Markus Allemann: «Man kann und soll die Natur auch einfach machen lassen, statt ihr immer einen Plan aufzwingen zu wollen.»
Ziele werden über das Projekt hinaus weiterverfolgt
Der jährliche Rundgang zeigt, dass das Projekt «Vorteil naturnah» zwar offiziell abgeschlossen ist, seine Ziele jedoch weiterverfolgt werden.
Der Austausch bietet den Beteiligten die Möglichkeit, voneinander zu lernen, Erfahrungen weiterzugeben und neue Impulse für die Förderung der Biodiversität mitzunehmen.










