Vor der Sommerpause: Gemeinderat widmet sich diversen Geschäften

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Vor der Sommerpause hat das Kreuzlinger Stadtparlament zwei Botschaften verabschiedet und sieben Vorstösse behandelt.

Aussicht über den Bodensee.
Aussicht über den Bodensee. - Nau.ch / Miriam Danielsson

Das Kreuzlinger Stadtparlament hat am Donnerstagabend, 2. Juli 2026, entschieden, dass die stadträtliche Kommission zur Förderung der Biodiversität ihre Arbeit weiterführen soll. Das teilt die Stadt Kreuzlingen am Freitag, 3. Juli 2926, mit.

Die Kommission geht zurück auf die Motion «Schutz der Artenvielfalt in der Stadt Kreuzlingen» vom 4. Juli 2019. Am 1. April 2021 hatte der Stadtrat die Kommission eingesetzt.

In diesen fünf Jahren konnten deren Mitglieder, welche sich aus Fachexperten und Gemeinderäten zusammensetzen, viel Erfahrung sammeln und einiges bewirken. Beispielsweise hat die Kommission die Naturgartenberatung angestossen oder den jährlichen Wildhecken-Aktionstag initiiert.

Damit diese Entwicklung nicht endet, beantragte der Stadtrat dem Gemeinderat, die Kommission auf unbestimmte Dauer einzusetzen. Die zugrunde liegende Motion hingegen kann als erledigt abgeschrieben werden. Der Gemeinderat folgt dem Antrag mit 35 Ja-Stimmen zu 1 Nein-Stimme.

Grundstücke im Eigentum der Stadt werden umgewidmet

Zustimmend äussert sich das Stadtparlament auch zu buchhalterischen Umwidmungen von vier Grundstücken im Eigentum der Stadt Kreuzlingen.

Die Parzellen 892 (Fohrenhölzli Schiessanlage), 2961 (Nationalstrasse 1, Musikschule) und 5991 (Heinrichhalle) werden vom Finanzvermögen ins Verwaltungsvermögen überführt. Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass die Grundstücke der Erfüllung von öffentlichen Aufgaben dienen und keine Absicht besteht, sie zu verkaufen.

In der Folge müssen sie jedoch in der städtischen Buchhaltung abgeschrieben werden. Die Parzelle 5794 (Wiese Werftstrasse) wird vom Landkreditkonto ins übrige Finanzvermögen überführt. Sie ist für die strategische Weiterentwicklung wertvoll und bleibt somit im Liegenschaftsportfolio der Stadt. Durch die Entlastung des Landkreditkontos wird der Spielraum des Stadtrats für künftige Landkäufe erhöht.

Der Gemeinderat folgt den Anträgen des Stadtrats jeweils deutlich (Fohrenhölzli: 35 Ja-Stimmen zu 1 Nein-Stimme; Nationalstrasse 1: 28 Ja zu 8 Nein; Heinrichhalle: 28 Ja zu 8 Nein; Wiese Werftstrasse: 35 Ja zu 1 Nein).

Postulat «Eigenleben der Energie Kreuzlingen» wird abgelehnt

Im weiteren Verlauf behandelt das Stadtparlament diverse Vorstösse.

Das Postulat «Eigenleben der Energie Kreuzlingen», eingereicht am 13. November 2025 von Gemeinderat Alexander Salzmann (FDP) und 17 Mitunterzeichnenden, lehnt das Stadtparlament äusserst knapp mit 16 Nein- zu 15 Ja-Stimmen bei 5 Enthaltungen ab.

Der Stadtrat hatte in seiner Beantwortung mit Empfehlung zur Ablehnung festgehalten, dass die Unterschiede zwischen Energie Kreuzlingen und den übrigen Abteilungen der Stadtverwaltung auf gesetzliche, regulatorische und betriebliche Anforderungen eines modernen Energieversorgers zurückzuführen sind. Sie seien keineswegs Ausdruck einer «Sonderrolle».

Kein mobiler Soccer Court im Seeburgpark

Ebenfalls lehnt der Gemeinderat mit 23 Nein- zu 12 Ja-Stimmen bei 1 Enthaltung das Postulat «Errichtung eines mobilen Soccer Courts im Seeburgpark» ab. Eingereicht wurde es am 13. November 2025 von Gemeinderat Osman Dogru (SP/GEW/JUSO) mit 18 Mitunterzeichnenden.

In seiner Stellungnahme mit Empfehlung zur Ablehnung hatte der Stadtrat betont, dass der vorgeschlagene Standort im Seeburgpark ungeeignet und nicht bewilligungsfähig sei, weil eine solche Anlage dem behördenverbindlichen Richtplan widerspreche.

Der Stadtrat wies allerdings darauf hin, dass ein Soccer Court grundsätzlich eine Bereicherung für das Sport- und Freizeitangebot in der Stadt darstellen würde und beispielsweise auf dem Gebiet Klein Venedig denkbar wäre.

Die Kosten von rund 200'000 Franken könnten im Rahmen des Budgets 2027 bewilligt werden.

Lichtimmissionen: «Nur beleuchten, was beleuchtet werden muss»

Der Stadtrat hat zudem vier Interpellationen aus den Reihen des Gemeinderates beantwortet.

Die Interpellation «Lichtverschmutzung und gesetzlicher Schutzauftrag» wurde eingereicht von Gemeinderat Bruno Leitz (FL/G/GLP) am 13. November 2025. Der Stadtrat schreibt in seiner Antwort, dass er den Schutz der natürlichen Dunkelheit als wichtige Aufgabe erachte und die Problematik übermässiger Lichtimmissionen erkannt habe.

Er folge etwa dem 7-Punkte-Plan des Bundesamtes für Umwelt, der unter anderem die Grundsätze berücksichtige: «Nur beleuchten, was beleuchtet werden muss» oder «Nur so hell beleuchten, wie nötig». Einen konkreten Handlungsbedarf für zusätzliche Regulierungen sieht der Stadtrat aktuell nicht.

Verkehrssicherheit für Fussgänger und Velofahrende gezielt erhöhen

Der Stadtrat und die Bauverwaltung setzen alles daran, die Situationen für die schwächsten Verkehrsteilnehmenden weiter zu verbessern, heisst es in der Beantwortung zur Interpellation «Mehr Sicherheit im Rad- und Fussverkehr», die am 13. November 2025 von Gemeinderat Ruedi Herzog (SP/GEW/JUSO) und 23 Mitunterzeichnenden eingereicht wurde.

Für zusätzliche Massnahmen fehlten die personellen Ressourcen, schreibt der Stadtrat.

Mit mehreren anstehenden Strassensanierungen und Massnahmen aus dem Agglomerationsprogramm werde die Verkehrssicherheit, insbesondere für Fussgänger sowie Velofahrende, aber gezielt erhöht.

Kreuzlinger Jahrmarkt weiterhin Ende Oktober

Der Stadtrat möchte am bewährten Termin des Kreuzlinger Jahrmarkts – am letzten Montag im Oktober – festhalten, wie er in der Beantwortung der Interpellation «Prüfung einer Vorverschiebung des Kreuzlinger Jahrmarkts» festhält.

Der Vorstoss vom 13. November 2025 von Gemeinderat Osman Dogru (SP/GEW/JUSO) mit 15 Mitunterzeichnenden zielte darauf ab, dem Traditionsanlass besseres Wetter zu bescheren.

Abklärungen der Stadt ergaben, dass eine Vorverschiebung des Jahrmarkts nicht gewünscht ist und stattdessen zu Terminkonflikten führen würde.

Stadtrat will Gastronomie am See langfristig sichern

In der Beantwortung der Interpellation «Zukunft Restaurant und Biergarten Fischerhaus», die am 13. November 2025 von Gemeinderat Ruedi Herzog (SP/GEW/JUSO) und 17 Mitunterzeichnenden eingereicht wurde, legt der Stadtrat die aktuelle Situation der beliebten Gastronomie am See dar.

Aktuell laufen Verhandlungen mit dem langjährigen Pächter über einen Baurechtsvertrag. Sollte dieser nicht zustande kommen, kann eine mögliche Sanierung der Gebäude durch die Stadt angegangen werden, heisst es in der Antwort des Stadtrats auf eine entsprechende Frage der Interpellanten. In diesem Fall müsste das vorliegende Sanierungsprojekt jedoch stark redimensioniert werden.

Eine Verlängerung des bis Ende 2028 laufenden Pachtverhältnisses sei ebenfalls eine denkbare Option. Der Stadtrat verfolgt im Grundsatz das Ziel, die Gastronomie wirtschaftlich tragfähig zu ermöglichen und langfristig zu sichern.

Feuerschutz: Kreuzlingen ist vorbildlich aufgestellt

Anlässlich der Gemeinderatssitzung legt der Stadtrat die Beantwortung der Schriftlichen Anfrage «Feuerschutz in Kreuzlingen und Revision des Feuerschutzreglements» vor. Sie wurde am 22. Januar 2026 von Gemeinderat Rico Dufner namens der Fraktion Mitte/EVP mit fünf Mitunterzeichnenden eingereicht.

Der Stadtrat zeigt die aktuelle Situation bezüglich Verantwortlichkeiten beim Feuerschutz, Brandschutzkontrollen und der Revision des Feuerschutzreglements auf und kommt zum Schluss, dass Kreuzlingen vorbildlich aufgestellt ist.

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