Neue Wege gegen Littering zeigen Wirkung
Die Stadt Romanshorn senkt dank Kreativmassnahmen wie witzigen Abfallsprüchen die Müllmenge an Grill- und Spielplätzen nachhaltig um bis zu 50 Prozent.

Wie die Stadt Romanshorn informiert, nahm sie 2025 an einer Feldstudie gegen Littering teil. Sie zeigt, dass Massnahmen vor Ort und Sensibilisierung die Abfallmenge um bis zu einem Drittel deutlich senken können.
Diese Resultate stammen aus der «Grossen Schweizer Littering-Studie». Diese wird vom Schweizer Kompetenzzentrum gegen Littering IGSU gemeinsam mit der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW durchgeführt.
Untersucht wurde während zehn Wochen, welche Massnahmen Littering am besten verhindern.
Massnahmen an drei Plätzen
Neben Romanshorn nahmen Bern, Chavannes-près-Renens, Genf, Luzern, Olten, Regensdorf, Yverdon-les-Bains und Zürich teil. Die Experimente unterschieden zwischen situationsspezifischen Massnahmen und Sensibilisierung.
In Romanshorn wurden im Seepark am Grillplatz beim Asco-Brunnen, bei der Wakepark-Anlage und beim Spielplatz Hydrel Massnahmen getroffen.
Eingesetzt wurden ein überdimensionierter Pfeil, der auf bestehende Abfallkübel hinwies, die Beschriftung der Kübel mit witzigen Sprüchen sowie Plakate zur Sensibilisierung.
Erfreuliche nachhaltige Rückgänge
Für die Studie wurden die Abfallmengen im Sommer 2025 vor Beginn der Massnahmen, während der Umsetzung und danach gemessen. In Romanshorn erzielten Abfallkübel mit Sprüchen den deutlichsten Rückgang, beim Wakepark zeitweise um rund die Hälfte.
Grosse Pfeile führten beim Spielplatz zu einem Rückgang von 33 Prozent und beim Grillplatz zu 41 Prozent. Auch die beiden Plakate zeigten Wirkung, beim Spielplatz etwa mit einem Rückgang von 44 Prozent, beim Grillplatz immerhin noch um 7 Prozent.
Erfreulich war auch die Nachhaltigkeit: Auch zwei Wochen nach Ende des Tests hielt der Effekt noch an.
Positives Echo der Bevölkerung
Baulich umgesetzt wurden die Massnahmen in Romanshorn vom städtischen Werkhof. Die Mitarbeitenden seien während ihrer Arbeit immer wieder positiv darauf angesprochen worden, sagt Stadträtin Ursula Bernhardt, Ressortverantwortliche Energie und Umwelt.
Sie bewertet die Teilnahme und die Resultate als zukunftsführend: «Littering ist ein grosses gesellschaftliches Thema, gegen das auch Romanshorn seit Jahren kämpft. Die innovativen Methoden zeigen nun einen Weg, den wir weiterverfolgen wollen.»
Die nächsten Feldexperimente sind 2026 in «Verpflegungszonen rund um Take-Aways» geplant. 2027 folgen Tests entlang von Überlandstrassen.
Die Studie wurde mit Unterstützung des Bundesamts für Umwelt verfasst. Weitere Beiträge kamen von Städten, Organisationen und Kantonen, darunter dem Thurgau. Die Stadt Romanshorn unterstützte die Umsetzung der Feldexperimente vor Ort.






