Psychische Gesundheit der Jugend rückt ins Zentrum

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Kloten,

Kloten engagiert sich gemeinsam mit weiteren Glattaler Gemeinden für die psychische Gesundheit junger Menschen und bringt das Thema auf die politische Agenda.

Das Schulhaus Nägelimoos in Kloten.
Das Schulhaus Nägelimoos in Kloten. - Nau.ch / Miriam Danielsson

Wie steht es um die psychische Gesundheit der jungen Menschen im Glattal? Wie die Stadt Kloten informiert, sind acht glow-Gemeinden rund um den Hardwald dieser Frage im letzten November in Rümlang an einem regionalen Vernetzungsanlass nachgegangen – mit klarer Absicht: Das Thema soll stärker ins öffentliche Bewusstsein gelangen und in der politischen Planung verankert werden.

Die Vernetzungsgruppe «glow.das Glattal» befasst sich seit Jahren mit regionalen Entwicklungen – nicht nur mit wirtschaftlichen. An einem Netzwerkanlass der «Glow AG Jugend» beleuchteten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Jugendarbeit sowie die Kinder- und Jugendbeauftragten aus den Gemeinden die Lage von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Rund 40 Fachpersonen nutzten die Gelegenheit, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. In fünf Workshops wurden aktuelle Herausforderungen sowie bestehende Angebote vertieft betrachtet.

Gemeinden bündeln Wissen und Erfahrungen

So wurde unter anderem ein Methodenkoffer der OKAJ Zürich für die Jugendarbeit vorgestellt sowie das Projekt «back on track» aus dem Bezirk Dielsdorf, das Jugendlichen niederschwellig ein ambulantes Coaching bietet – mit nachweisbarem Erfolg.

Zudem konnte die Fachstelle «ÜBER18» den Anwesenden erläutern, wie ihre Beratungsstelle für junge Erwachsene im Kanton Zürich Wirkung entfaltet.

Belastungen nehmen zu – auch wegen Social Media

Wie ernst die Lage ist, zeigen Zahlen von Claudia Schmid-Weber von der kantonalen Kinder- und Jugendförderung (okaj Zürich): Jeder fünfte Jugendliche in der Schweiz fühlt sich häufig psychisch belastet.

36 Prozent berichten von Phasen tiefer Niedergeschlagenheit oder Angst. Rund neun Prozent hatten im vergangenen Jahr Suizidgedanken.

Schmid-Weber betont, dass Soziale Medien eine wichtige Rolle spielen. Der Druck, ständig präsent zu sein und Erwartungen zu erfüllen, könne Stress erzeugen.

«Hier braucht es alle – Eltern, Lehrpersonen, Schulsozialarbeit, Jugendarbeit und die Gesellschaft, um einen gesunden Umgang zu fördern», betont Regula Käser-Stöckli, Stadträtin der Stadt Kloten. Ziel sei es, Überforderung und mögliche Verhaltenssüchte frühzeitig zu verhindern.

Thema soll nach Wahlen weitergetragen werden

Für die Arbeitsgruppe «Glow AG Jugend» ist klar: Die Vernetzung soll vertieft und das Thema psychische Gesundheit langfristig verankert werden – auch mit Blick auf die anstehenden Behördenwahlen.

«Wir möchten erreichen, dass Gemeinden das Thema Ernst nehmen und zur Stärkung der psychischen Gesundheit junger Menschen aktiv Unterstützung anbieten» so Käser-Stöckli.

Der Austausch im Glattal hat gezeigt: Die Region erkennt den Handlungsbedarf – jetzt gilt es, ihn politisch festzuschreiben.

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