Für das Vogelinventar der Gemeinde Bolligen wurden im vergangenen Jahr Anzahl und Standorte der brütenden Schwalben auf dem Gemeindegebiet genau erfasst.
Blick auf Bolligen und den Bantiger. - Bolligen
Blick auf Bolligen und den Bantiger. - Bolligen - nau.ch / Ueli Hiltpold

Wie die Gemeinde Bolligen berichtet, konnte das verantwortliche Team, welches sich fast ausschliesslich aus NUBIS-Mitgliedern (Natur und Umwelt Bolligen, Ittigen, Stettlen) zusammensetzt, trotz der schlechten Witterung im letzten Sommer bei verschiedenen Bauernhäusern insgesamt 132 Rauch- sowie 140 Mehlschwalbenbruten feststellen. Dies ist erfreulich und ermunterte NUBIS, vor der bevorstehenden Brutsaison weiteren Bolliger Landwirten Schwalbennisthilfen zu spenden, um bestehende Brutplätze zu ergänzen.

Nachdem das Vogelinventar Team von NUBIS im vergangenen Frühjahr bereits im Weiler Flugbrunnen an verschiedenen Bauernhäusern zahlreiche Schwalbennisthilfen montierte, wurden in diesem Jahr weitere bestehende Brutplätze an verschiedenen Standorten mit insgesamt 50 neuen Nestern ergänzt.

Denn auch bei Landwirten in den Weilern Geristein, Bantigen und Ferenberg sind Schwalben gern gesehene Sommergäste, und die Bauern sind bereit, an ihren Häusern zusätzliche Nester anzubringen. Damit helfen sie mit, insbesondere Mehlschwalben zu fördern, deren Bestände in der Schweiz leider über die letzten Jahrzehnte rückläufig sind.

Schwalben, aber auch Mauersegler ernähren sich von Insekten, die sie im Flug erbeuten. Die sympathischen Flugakrobaten sind auf intakte Landschaften mit Blumenwiesen, Streuobstwiesen mit alten Hochstammobstbäumen, Viehweiden, aber auch Hecken angewiesen, wo sie insbesondere auch während Schlechtwetterperioden genügend Nahrung finden.

Die Zugvögel kehren wieder ein

Nun freut sich die Gemeinde auf die Rückkehr der Schwalben und Segler aus ihrem Winterquartier in Afrika. Rauchschwalben erwartet man ab Mitte April zurück. Etwas später folgen Mehlschwalben und Mauersegler, die in der Regel Anfang Mai wieder in der Schweiz eintreffen.

Die Arbeiten für das Vogelinventar Bolligen sind auf der Zielgeraden. Sie werden Ende 2022 abgeschlossen. Im letzten Erhebungsjahr konzentriert sich das Team auf letzte Kartierungen und auf die Suche von bisher fehlenden Brutvogelarten.

Auch in diesem Jahr bittet das Team die Bevölkerung für das Vogelinventar der Gemeinde Bolligen wieder um Meldungen der Sichtung von Kuckuck, Schleiereule, Waldohreule, Waldkauz, Feldlerche, Neuntöter und Weissstorch.

Einige Brutvogelarten sind selten geworden, andere leben heimlich und sind nur schwer nachzuweisen. Deshalb ist das Vogelinventar auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Das Team bittet die Einwohner, Beobachtungen der genannten Vögel mitzuteilen.

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