Zusätzlich zu den bereits genutzten 45'000 Quadratmetern Geschossfläche soll das restliche Areal des Bernaparks für eine Weiterentwicklung bereitgemacht werden.
Stettlen mit Bernapark und dem Bantiger im Hintergrund. - Stettlen
Stettlen mit Bernapark und dem Bantiger im Hintergrund. - Stettlen - nau.ch / Ueli Hiltpold

Die Gemeinde Stettlen will die Weiterentwicklung der ehemaligen Kartonfabrik Deisswil (heute: Bernapark) ermöglichen. Sie passt mit diesem Ziel Zonenplan und Baureglement an und schickt sie bis Anfang Juni in eine öffentliche Mitwirkung.

Wie die Gemeinde am Mittwoch,4. Mai 2022, mitteilte, hat bisher eine sogenannte Bestandeszone den Bau von 173 Wohnungen und Gewerberäumen mit total 45'000 Quadratmeter Geschossfläche ermöglicht. Nun soll das restliche Areal des Bernaparks für eine Weiterentwicklung bereit gemacht werden.

Die Gemeinde geht davon aus, dass das Areal Platz bietet für insgesamt 2000 Menschen und ebenso viele Arbeitsplätze. Insgesamt 260'000 Quadratmeter Geschossfläche sollen fürs Wohnen und Arbeiten letztlich zur Verfügung stehen. Der Wohnanteil darf maximal 60 Prozent betragen.

Die Bestandeszone und eine derzeit sistierte Gewerbe- und Industriezone werden nun in eine Zone mit Planungspflicht (ZPP) umgewandelt. Über die auf dieser ZPP basierende Überbauungsordnung (ÜO) entscheidet dereinst der Gemeinderat. Auch sie schickt die Gemeinde in die Mitwirkung.

Über die Bestimmungen im Zonenplan und Baureglement entscheidet hingegen das Volk, und zwar an einer Gemeindeversammlung im kommenden Jahr.

Grösstmögliche Flexibilität für Grundeigentümer

Stettlen strebt an, mit den Änderungen im Zonenplan und dem Baureglement den Grundeigentümern des Bernaparks grösstmögliche Flexibilität einzuräumen. Diese bräuchten sie aufgrund des heute unbekannten Markts, steht in der Mitteilung. Neubauten auf dem Areal sollen möglich sein.

Weitere Einzonungen sind hingegen nicht geplant und die Gemeinde strebt an, dass die innere Verdichtung des Bernapark-Areals etappiert abläuft. Auf diese Weise soll die Entwicklung dorfverträglich erfolgen und auf die Infrastruktur der Gemeinde abgestimmt sein.

Kantonale ÜO soll temporäre Schulverlegung sicherstellen

Sobald in Stettlen die neuen Planungsinstrumente genehmigt sind, wird eine kantonale ÜO in den Zonenplan der Gemeinde integriert. Dies kantonale ÜO soll sicherstellen, dass die Schule für Gestaltung Bern und Biel zehn Jahre lang nach Deisswil verlegt werden kann. Das Gebäude dieser Schule wird saniert und soll danach weiteren Schulen dienen, deren Gebäude saniert werden müssen.

Die Kartonfabrik Deisswil wurde 2010 stillgelegt. Im Juni 2010 verkaufte die österreichische Besitzerin die Fabrik einer Investorengruppe um den Berner Firmensanierer Hans-Ulrich Müller. Dieser wandelte sie zuerst in ein Industrie- und Dienstleistungszentrum mit mehreren Start-up-Firmen um.

Später wurde dieser Bernapark zu einem durchmischten Quartier mit Wohnungen, Kita, Schulraum, Gewerbe, Gastronomie und vielem mehr.

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