Mit dem Dorfentwicklungsprojekt «Beatenberg belebt» will die Gemeinde den Ort verbessern und weiterentwickeln. Der Gemeinderat möchte das Projekt weiterführen.
Beatenberg belebt
Beatenberg belebt - Gemeinde Beatenberg; Roland Noirjean

Der Gemeinderat von Beatenberg schaut auf etwas mehr als zwei Jahre Dorfentwicklung namens «Beatenberg belebt» zurück und will den Prozess weiterführen. Doch um was geht es?

Zwei Hotelruinen mitten im Dorf sind ein grosser Stein des Anstosses, oder der grösste überhaupt. Das jedenfalls sagt eine Umfrage unter der Bevölkerung. Im Jahr 2019 stellte der neu eingesetzte Gemeinderat fest, dass die tolle Aussicht alleine nicht ausreicht für ein reges Dorfleben.

Im Ortskern Spirenwald muss etwas passieren, das Bild ist beeinträchtigt durch Hotelruinen, das Mehrzweckgebäude kommt ins Alter, energetisch gibt es grossen Bedarf an verschiedenen Ecken.

Fünf Schwerpunkte wurden festgelegt

Herausforderungen angenommen und Handlungsspielraum erkannt. Der Gemeinderat hat für die fachliche Unterstützung die Firma IC Infraconsult AG aus Bern beauftragt.

Sie hat für die weitere Ortsentwicklung und Belebung der Ortskerne in der Gemeinde Beatenberg drei Phasen vorgeschlagen. Unter dem Namen «Beatenberg belebt» hat der Gemeinderat vorerst mal an einer Klausur Kopfarbeit geleistet.

Fünf strategische Schwerpunkte wurden darauf festgelegt, Beatenberg TRIFFT SICH, BEWEGT, SONNT, VERDIENT und AKTIV sowie die entsprechenden Stossrichtungen und Massnahmen.

Damit wurde aufgezeigt und festgehalten, in welche Richtung sich die Gemeinde, die Siedlung und speziell der Ortsteil Spirenwald räumlich entwickeln sollten, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Das war die erste Phase.

Diese Inhalte wurden in einer Broschüre festgehalten, veröffentlicht und zur Diskussion gestellt. Damit wurde die zweite Phase eingeläutet, denn die Partizipation der Bevölkerung ist wichtig: Reger Austausch und viele Ideen an einem öffentlichen Workshop und eine Online-Umfrage zeigten einen grossen Fächer an Möglichkeiten.

Die Bevölkerung hat dem Kauf zugestimmt

Die Zusammenarbeit und tolle Mitarbeit der Bevölkerung hat viel Freude bereitet und motiviert.

Aus den Inputs hat der Gemeinderat den Mut gefasst, an der Gemeindeversammlung vom August 2020 den Liegenschaftserwerb Jungfraublick, Beauregard zu beantragen, um die Arealentwicklung proaktiv steuern zu können. Mit deutlicher Mehrheit hat die Bevölkerung dem Kauf zugestimmt.

In einer dritten Phase hat der Gemeinderat ein Umsetzungsprogramm mit acht konkreten Massnahmen ausgearbeitet: Arealentwicklung Jungfraublick, Beauregard, attraktive Freizeit- und Tourismusinfrastrukturen, Energiedorf auf Sonnenterrasse, Aufwertung der Dorfstrasse, Wirtschaftsentwicklung und Standortmarketing, Stärkung Netzwerke und Zusammenhalt, aktive Wohnraumförderung und optimale Verkehrsverbindungen.

Priorisiert wurde die Arealentwicklung Jungfraublick, Beauregard und Mehrzweckgebäude. Eine Arbeitsgruppe wurde dafür im Frühling gebildet. Sie hat in bisher vier Treffen bereits einige Schritte vollzogen. Eine Auslegeordnung für mögliche zukünftige Nutzungen wurde zusammengestellt.

Der Aufwand lohnt sich

Eine zweite Arbeitsgruppe – Freizeit- und Tourismusinfrastrukturen – wurde im Sommer ins Leben gerufen, eine dritte soll im neuen Jahr zum Bereich Energie gebildet werden. Für den ganzen mittlerweile umfangreichen Prozess wurde ein Sekretariat eingerichtet, Federführung hat das Projektbüro, eine Webseite ist entstanden.

Der Gemeinderat konnte an seiner letzten Klausurtagung erfreut feststellen, dass sich der bisherige Aufwand gelohnt hat: Durch die Mitarbeit aus verschiedenen Kreisen der Bevölkerung wurde eine grosse Dynamik ausgelöst, die Zusammenarbeit wurde gestärkt, notabene war es nicht schwierig, Leute für die Arbeitsgruppen zu finden, neue Netzwerke und Verbindungen wurden geschaffen und neue Perspektiven eröffnet.

Der Ortsentwicklungsprozess soll weitergeführt werden

Einige Sofortmassnahmen wurden umgesetzt: Es gibt eine Energieberatung vor Ort, der Dorfplatz der Gemeindeverwaltung wurde aufgewertet, es gab einen Anlass zur Vorstellung einer möglichen Gemeinde-App und Unterstützung für kulturelle Veranstaltungen.

Das ist schon mal ein Anfang. Aufgrund der positiven Erfahrungen der letzten beiden Jahre möchte der Gemeinderat den Ortsentwicklungsprozess gerne weiterführen.

Auch der weitere Verlauf des Prozesses braucht Zeit, Aufwand und Geld: An der Gemeindeversammlung vom 3. Dezember werden die Stimmberechtigten über den Kredit entscheiden, und somit auch, ob der Prozess weitergeführt werden soll.

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