Rothenburg LU: 276 Millionen Franken für neues Sicherheitszentrum
Am 29. November 2026 entscheidet die Luzerner Stimmbevölkerung über den Neubau des Sicherheitszentrums in Rothenburg LU. Es geht um 276 Millionen Franken.

Am 29. November 2026 entscheidet die Luzerner Stimmbevölkerung über den Neubau des Sicherheitszentrums Rothenburg. Der Kantonsrat stimmte dem Kredit von 276 Millionen Franken in der Juni-Session einstimmig zu. Mit dem Sicherheitszentrum sollen verschiedene Dienste, Abteilungen und Fachstellen an einem Standort zusammengeführt werden.
Damit will der Kanton die Sicherheit stärken, die Zusammenarbeit verbessern und zeitgemässe Infrastrukturen schaffen.
Einheiten der Luzerner Polizei, die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz, der Veterinärdienst und eine Abteilung der Staatsanwaltschaft arbeiten heute an unterschiedlichen Standorten. Doch die Räumlichkeiten, die ihnen heute zur Verfügung stehen, wurden vor Jahren – teilweise als Provisorien – eingerichtet oder sind veraltet. Ausbildungsräume, Garagen und Werkstätten sowie Materialdepots der Luzerner Polizei sind heute auf verschiedenste Standorte aufgeteilt.
Das ist umständlich und verursacht jedes Jahr tausende Stunden Fahrzeit. Mit dem Sicherheitszentrum Rothenburg soll sich dies ändern und unterschiedliche Aufgaben und Abteilungen unter einem Dach vereinen. Das Herzstück bildet die integrierte Leitstelle für Luzern, Obwalden und Nidwalden, wo Notrufe und Einsatzkräfte koordiniert werden.
Weiter sind unter anderem Arbeitsplätze für Einheiten der Luzerner Polizei, ein Festnahmezentrum, eine Einsatzleitzentrale, eine Schiesstrainingsanlage, Werkstätten sowie das Labor der Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz vorgesehen. Das heutige dezentrale Polizeipostennetz bleibt auch weiterhin bestehen. Die Kriminalpolizei bleibt an der Kasimir-Pfyffer-Strasse, damit im Sicherheitszentrum Rothenburg genügend Raumreserven für weitere Entwicklungen erhalten bleiben.
Der vom Kantonsrat bewilligte Sonderkredit für den Neubau des Sicherheitszentrums Rothenburg beläuft sich auf 276 Millionen Franken. Für die Projektierung hatte der Kantonsrat im März 2023 bereits einen Sonderkredit von 22 Millionen Franken bewilligt.
Kurze Wege für eine bessere Zusammenarbeit
Sicherheitsarbeit braucht funktionierende Leitstellen, zeitgemässe Infrastruktur, kurze Kommunikationswege sowie geeignete Arbeits- und Trainingsmöglichkeiten. Die räumliche Zusammenführung im Sicherheitszentrum soll die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Stellen erleichtern, Doppelspurigkeit reduzieren und Abläufe besser aufeinander abstimmen. So kann sich insbesondere die Polizei noch stärker auf ihren Kernauftrag ausrichten.
Gleichzeitig können Spezialeinrichtungen gemeinsam genutzt werden.
«Sicherheit entsteht nicht erst dann, wenn ein Einsatz beginnt. Sie braucht im Hintergrund leistungsfähige Strukturen, auf die sich die Mitarbeitenden verlassen können», sagt Justiz- und Sicherheitsdirektorin Ylfete Fanaj.
Ein Zentrum mit unterschiedlichen Aufgaben
Nur rund ein Drittel der Fläche entfällt auf klassische Büroarbeitsplätze. Die übrigen Flächen werden für die bereits genannten vielfältigen Spezialräume gebraucht.
Für die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz sowie den Veterinärdienst entstehen zeitgemässe Voraussetzungen für ihre Aufgaben in den Bereichen Lebensmittelkontrolle, Tiergesundheit und Tierseuchenbekämpfung.
«Die Kontrolle von Lebensmitteln und die Überwachung von Tierkrankheiten gehören zu den Aufgaben, die im Alltag oft wenig sichtbar sind, für den Schutz der Bevölkerung aber eine wichtige Rolle spielen. Dafür braucht es geeignete Infrastruktur», sagt Gesundheits- und Sozialdirektorin Michaela Tschuor.
Gut erreichbar und langfristig ausgelegt
Das Sicherheitszentrum liegt unmittelbar beim Bahnhof Rothenburg Station und ist auch über die Autobahn gut erreichbar. Bei der Ausgestaltung des Gebäudes wird auf einen zukunftsgerichteten Betrieb geachtet. Vorgesehen sind unter anderem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, Erdsonden zum Heizen und Kühlen sowie der Einsatz von Recyclingbeton, wo dies möglich ist.
Zudem ist eine Reservefläche für spätere Entwicklungen vorgesehen.
Finanzdirektor Reto Wyss sagt: «Mit dem Projekt schaffen wir Voraussetzungen, die auf die langfristigen Bedürfnisse des Kantons ausgerichtet ist. Die verschiedenen Nutzungen werden dort gebündelt, wo dies für die Zusammenarbeit und die Nutzung der Infrastruktur sinnvoll ist.»
Volksabstimmung am 29. November 2026
Am 29. November 2026 entscheidet die Luzerner Stimmbevölkerung über den Sonderkredit von 276 Millionen Franken für den Neubau des Sicherheitszentrums Rothenburg. Der Regierungsrat und der Kantonsrat empfehlen der Luzerner Stimmbevölkerung ein Ja.
Die Inbetriebnahme des Sicherheitszentrums Rothenburg ist für Herbst 2032 vorgesehen.










