Sportzentrum erhält mehr unternehmerische Freiheit
Ab 2026 arbeitet das Sportzentrum Herisau mit einem Globalbudget. Das schafft mehr Flexibilität, schnellere Entscheidungen und neue Möglichkeiten für Angebote.

Wie die Gemeinde Herisau informiert, startet das Sportzentrum ab 1. Januar 2026 mit einer neuen Managementstrategie in die Zukunft. Was kompliziert klingt, bedeutet vor allem eines: mehr Flexibilität, schnellere Entscheidungen und neue Möglichkeiten für Nutzerinnen und Nutzer.
Wer regelmässig im Hallenbad seine Bahnen zieht, in der Eishalle trainiert oder im Bistro Overtime einen Kaffee trinkt, wird ab Januar erstmal keinen Unterschied bemerken.
Das Sportzentrum bleibt, was es ist: ein verlässlicher Partner für Sport und Freizeit. Doch hinter den Kulissen ändert sich einiges, und das zum Positiven.
Was bedeutet Globalbudget konkret
Was das Globalbudget konkret für das Sportzentrum bedeutet, erklärt Geschäftsführer Markus Rosenberger: «Der Einwohnerrat genehmigt jährlich einen Leistungsauftrag mit einem festen Finanzrahmen.
Die Gemeinde gibt politische Ziele vor, etwa zur Auslastung oder zu den Angeboten. Wie wir diese Ziele erreichen, dürfen wir selbst entscheiden: Welche Kurse wir anbieten, wie viele Mitarbeitende wir einstellen oder welche Abonnemente wir verkaufen.
Das gibt uns deutlich mehr Handlungsspielraum und gleichzeitig die Verantwortung, wirtschaftlich und effizient zu arbeiten.»
Weniger Bürokratie, mehr Handlungsspielraum
Die grösste Veränderung liegt in der gewonnenen Handlungsfreiheit. Wenn sich im Laufe des Jahres zeigt, dass ein bestimmtes Angebot sehr gefragt ist oder eine neue Trainingsmöglichkeit nachgefragt wird, kann das Sportzentrum schneller reagieren.
Ein weiterer Vorteil: Überschüsse können zur Hälfte als Rücklage für schlechtere Jahre oder für die Entwicklung neuer Angebote verwendet werden. Das schafft finanzielle Stabilität und ermöglicht vorausschauende Planung.
Ambitionierte Ziele, klare Kontrolle
Mehr Freiheit bedeutet nicht weniger Kontrolle, im Gegenteil. Zweimal jährlich legt das Sportzentrum detaillierte Berichte vor: einen Zwischenbericht im August und einen Schlussbericht im Februar.
Darin wird transparent aufgezeigt, welche Ziele erreicht wurden, wie sich die Besucherzahlen entwickelt haben und wie die finanziellen Mittel eingesetzt wurden.
Die Leistungsvereinbarung für die Jahre 2026 bis 2029 definiert klare Wirkungsziele: Mehr Besucher sollen durch attraktivere Angebote gewonnen werden. Ein vielfältigeres Kursangebot soll neue Zielgruppen ansprechen.
Erfolg wird transparent gemessen
Gleichzeitig wird eine höhere Effizienz und bessere Auslastung in allen Bereichen angestrebt. All dies dient letztlich der Stärkung der Gesundheit und Lebensqualität in der Region.
Gemessen wird der Erfolg anhand konkreter Zahlen: Besucherzahlen, Kursvielfalt, Kundenzufriedenheit und wirtschaftliche Kennzahlen wie die Kostendeckung.
Was ändert sich für die Nutzerinnen und Nutzer
Bei allen Veränderungen betont Markus Rosenberger: «Das Sportzentrum bleibt die zentrale Sport- und Freizeitinfrastruktur der Gemeinde Herisau und leistet weiterhin einen wesentlichen Beitrag zur Volksgesundheit und Lebensqualität.
Wir stellen zuverlässige Nutzungsflächen für Vereine und Schulen zur Verfügung, unterstützen sowohl den Breiten- wie auch den Leistungssport und agieren als Treffpunkt der Region.»
Die Einführung des Globalbudgets ist die Antwort auf eine Forderung des Einwohnerrats und zeigt, dass sich die Gemeinde Herisau den veränderten Anforderungen stellt. Vereine, Schulen und Privatpersonen profitieren von einem Sportzentrum, das beweglicher wird, ohne dabei seine Verlässlichkeit zu verlieren.









