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Zu hohe Kosten: Wärmeverbund Mettendorf wird gestoppt

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Gossau,

Das geplante Fernwärmeprojekt Mettendorf in Gossau wird eingestellt. Die Wirtschaftlichkeit mit fairen Preisen wäre für die Kunden nicht gewährleistet.

Die Stadt Gossau (SG).
Die Stadt Gossau (SG). - Nau.ch / Miriam Danielsson

Wie die Stadt Gossau berichtet, haben die Stadtwerke Gossau und die St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK) beschlossen, das gemeinsame Projekt «Wärmeverbund Mettendorf» nicht weiterzuverfolgen.

Das Projekt wird mit sofortiger Wirkung gestoppt. Grundlage für den Entscheid sind die Ergebnisse eines Vorprojekts der Stadtwerke Gossau und der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG (SAK). Dieses zeigt, dass ein Wärmeverbund im Mettendorf nicht wirtschaftlich betrieben werden könnte.

Seit 2024 prüften die Stadtwerke Gossau gemeinsam mit der SAK die Realisierung eines Fernwärmenetzes im Gebiet Mettendorf. Das Vorprojekt wurde Ende Dezember 2025 abgeschlossen und diente als Grundlage für die Investitionsentscheidung.

Die Energie für das Wärmenetz hätte aus der Abwärme der lokalen Industrie stammen sollen. Die bei Produktionsprozessen entstehende Abwärme wäre aufbereitet und für die Wärmeversorgung genutzt worden. Geplant war eine Wärmeleitung vom Industriegebiet in das Wohnquartier Mettendorf mit einer jährlichen Wärmelieferung von 10,8 Gigawattstunden.

Fehlende Wirtschaftlichkeit führt zum Projektabbruch

Die Ergebnisse des Vorprojekts zeigten, dass die technischen Voraussetzungen gegeben waren. Allerdings hätte für die Wärmeaufbereitung eine Energiezentrale mit Wärmepumpe sowie ein Erdsondenfeld für die Speicherung der Sommerabwärme gebaut werden müssen.

Im Vergleich zur Machbarkeitsstudie sind die Kosten für diese Investitionen deutlich gestiegen. Die lange Leitungsführung vom Abwärmelieferanten zum Wärmeabnehmer verteuerte das Projekt zusätzlich.

«Ein wirtschaftlich tragfähiger Wärmeverbund hätte Preise für Kundinnen und Kunden deutlich über dem Durchschnitt erfordert. Deshalb hat das Projektteam dem Stadtrat den sofortigen Projektabbruch empfohlen», sagt Martin Künzler, Projektleiter Wärme bei den Stadtwerken Gossau.

Stadtrat folgt Empfehlung

Der Stadtrat ist den Empfehlungen des Projektausschusses gefolgt. Damit wird der von den Stadtwerken und der SAK geplante Wärmeverbund Mettendorf nicht realisiert.

«Natürlich bedauern wir es, das Projekt abbrechen zu müssen. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit mit konkurrenzfähigen Preisen ist jedoch zentral, um ein Wärmenetz erfolgreich zu führen», sagt Adriano Tramèr, Mitglied der Geschäftsleitung SAK.

Im Mettendorf stehen den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern andere Möglichkeiten für eine CO2-neutrale Wärmeproduktion zur Verfügung, etwa Erdsonden oder Luft-Wasser-Wärmepumpen.

Andere Wärmeprojekte werden weiterverfolgt

Die Stadtwerke Gossau verfolgen weiterhin verschiedene Projekte im Bereich Wärme. Bereits im Bau ist der Grundwasserwärmeverbund Buechenwald. Damit werden verschiedene Anlagen der Sportwelt Gossau mit Wärme und Kälte versorgt. Zudem wird der Wärmeverbund Kerngebiet im Zentrum derzeit geprüft.

Andere Projekte können je nach Ausgangslage ganz andere Parameter und damit auch eine andere Wirtschaftlichkeit aufweisen. Der aktuelle Entscheid im Mettendorf zeigt, dass die Stadtwerke und der Stadtrat die Wirtschaftlichkeit sehr genau prüfen und die Investitionen priorisieren.

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