Neuer Tiefenbrunnen sichert die Trinkwasserversorgung
Mit dem Tiefenbrunnen Mooswies erschliessen die Stadtwerke Gossau eine zusätzliche Wasserquelle und stärken so die Versorgung für künftige Trockenperioden.

Wie die Stadtwerke Gossau mitteilen, investieren sie in die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung. Mit dem neuen Tiefenbrunnen Mooswies erschliessen sie eine zusätzliche Wasserquelle. Damit wappnet sich die Stadt für künftige Trockenperioden und stärkt die lokale Wasserversorgung.
Während der langanhaltenden Trockenheit im Sommer 2018 brach die lokale Wassergewinnung in Gossau zeitweise um rund 30 Prozent ein. Zum Schutz der Wasserquelle standen alle Gossauer Pumpwerke über mehrere Wochen still.
Die Stadtwerke mussten vermehrt Bodenseewasser von der Regionalen Wasserversorgung St. Gallen (RWSG) beziehen. Diese Erfahrung hat gezeigt, dass zusätzliche, möglichst unabhängige Wasserressourcen notwendig sind, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten.
Neue Wasserquelle in tieferem Grundwasserleiter
Der neue Tiefenbrunnen Mooswies befindet sich nur wenige Meter neben der Grundwasserfassung Mooswies und nutzt einen zweiten, tiefer liegenden Grundwasserleiter rund 50 Meter unter der Erdoberfläche.
Dieser reagiert deutlich weniger empfindlich auf Trockenperioden als die bereits genutzten oberen Grundwasserleiter. Langzeit-Pumpversuche haben bestätigt, dass der Tiefenbrunnen über mehrere Wochen eine stabile Fördermenge von rund 1000 Kubikmetern Wasser pro Tag liefern kann.
Dies entspricht einem wesentlichen Teil des täglichen Wasserbedarfs der Stadt Gossau. Eine spätere Erhöhung der Fördermenge ist technisch möglich.
Ausbau des Pumpwerks Mooswies
Im Zusammenhang mit dem neuen Tiefenbrunnen wird das bestehende Pumpwerk Mooswies erweitert. Geplant ist ein Anbau mit einem neuen Rohrkeller sowie einem Zwischenbehälter zur Sauerstoffanreicherung des Rohwassers.
Die Aufbereitung erfolgt mittels UV-Anlage, bevor das Wasser direkt ins Versorgungsnetz eingespeist wird. Zwei Hochdruckpumpen sorgen für Redundanz und Betriebssicherheit.
Die äussere Gestaltung des Anbaus wird an das bestehende Gebäude angepasst, sodass sich die Anlage harmonisch ins Ortsbild einfügt.
Bauphase mit geringen Einschränkungen
Die Bauphase für den Tiefenbrunnen und den Ausbau des Pumpwerks dauert rund eineinhalb Jahre und soll im Sommer 2027 abgeschlossen sein. Grundsätzlich bleiben die Gehwege rund um das Gebiet während der gesamten Bauphase begehbar.
Zeitweise kann es dennoch zu punktuellen Einschränkungen kommen. Mit grösseren Lärmbelästigungen für die Anwohnerinnen und Anwohner ist nicht zu rechnen.
Ergänzung zur regionalen Wasserversorgung
Der Anschluss an die RWSG bleibt weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Versorgungssicherheit. Bodenseewasser kommt insbesondere dann zum Zug, wenn eines oder mehrere Grundwasserpumpwerke kurzzeitig nicht zur Verfügung stehen.
Zudem nutzen die Nachbargemeinden Flawil und Andwil Bodensee-Wasser, das über die Leitungen der Stadtwerke Gossau zugeführt wird.
Nachhaltige Investition in die Zukunft
Die Investitionskosten für den Bau des Tiefenbrunnens Mooswies und den Ausbau des Pumpwerks belaufen sich auf insgesamt 1.48 Millionen Franken. Der Betrag wird als Investitionskredit vollständig von den Stadtwerken Gossau getragen.
Mit dem Tiefenbrunnen Mooswies investieren die Stadtwerke Gossau gezielt in eine nachhaltige und widerstandsfähige Wasserversorgung. Die zusätzliche Wasserquelle erhöht die Versorgungssicherheit, reduziert Abhängigkeiten und schafft planbare Kosten – auch im Hinblick auf künftig häufiger auftretende Trockenperioden.










