Kanton Glarus: Was tun mit den leeren Gäden? Bevölkerung kann mitreden
Der Bund unterstützt den Kanton Glarus bei neuen Nutzungen für leerstehende Gäden. Die Bevölkerung kann bis zum 20. Oktober 2026 Ideen einreichen.

Der Bund unterstützt den Kanton Glarus bei der Entwicklung von zukunftsfähigen Nutzungen für die Glarner Gadenlandschaften. Im Rahmen eines nationalen Modellvorhabens sollen gemeinsam mit Eigentümerinnen und Eigentümern, Gemeinden und weiteren Akteuren neue Perspektiven für heute teilweise ungenutzte Gäden entwickelt und in konkreten Testgebieten erprobt werden. Nun ist auch die Bevölkerung eingeladen, ihre Ideen einzubringen.
«Dass der Kanton Glarus für beide eingereichten Modellvorhaben den Zuschlag erhalten hat, ist eine grosse Chance. Bei den Gadenlandschaften können wir gemeinsam mit dem Bund, den Gemeinden und den lokalen Akteuren nach neuen Lösungen für eine Herausforderung suchen, die gerade für einen Bergkanton von grosser Bedeutung ist.»Ein «Gadä» ist im Glarner Dialekt die Bezeichnung für ein ländliches Nebengebäude, also ein Stall oder eine Scheune. Gäden prägen das Landschaftsbild im Glarnerland seit Jahrhunderten. Doch der Substanzverlust schreitet voran.
Das soll sich mit einem Projekt ändern, bei dem sich der Bund im Rahmen der Modellvorhaben «Nachhaltige Raumentwicklung 2025–2030» beteiligt. Das Ziel besteht darin, Gadenlandschaften durch tragfähige, neue Nutzungen zu bewahren – für einen sanften Tourismus, für die Landwirtschaft und für die Region.
Gäden als Teil der Glarner Kulturlandschaft
Seit Jahrhunderten prägen Gäden das Landschaftsbild des Glarnerlands. Aufgrund der Veränderungen in der Landwirtschaft werden heute jedoch zahlreiche dieser Gebäude nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck benötigt. Viele stehen leer und bei fehlender Nutzung und Unterhalt besteht die Gefahr, dass die historische Bausubstanz langfristig verlorengeht.
Mit dem revidierten Raumplanungsgesetz RPG 2 verändern sich gleichzeitig die Rahmenbedingungen für Bauten ausserhalb der Bauzone. Damit gewinnt die Frage zusätzlich an Bedeutung, welche Zukunftsperspektiven für nicht mehr landwirtschaftlich benötigte Gebäude bestehen. Das Modellvorhaben setzt hier an: Anstatt einzelne Gäden isoliert zu betrachten, sollen die Gadenlandschaften als Ganzes untersucht und Möglichkeiten für ihren langfristigen Erhalt entwickelt werden.
Gesucht sind Lösungen, die mit den raumplanerischen und weiteren gesetzlichen Rahmenbedingungen vereinbar sind und gleichzeitig einen Mehrwert für die Region schaffen.
Von der Bestandsaufnahme zum Praxistest
Das Projekt wird von einem interdisziplinären Fachteam bearbeitet. Begleitet wird es von verschiedenen Stellen des Bundes und des Kantons, den drei Glarner Gemeinden sowie weiteren Organisationen und lokalen Akteuren. In einem ersten Schritt wird eine Wissensbasis zu den Gadenlandschaften aufgebaut.
Mittels Geoinformationen und Begehungen werden Bestand und räumliche Zusammenhänge untersucht und geeignete Gebiete für die weitere Bearbeitung ausgewählt.
Parallel dazu sollen tragfähige Organisations- und Betriebsmodelle entwickelt werden. Ziel ist es, Lösungen zu finden, die nicht nur während des Modellvorhabens funktionieren, sondern auch langfristig weitergeführt werden können.
Ideen aus der Bevölkerung gesucht
Ein wichtiger Bestandteil des Modellvorhabens ist die Mitwirkung der Bevölkerung. Das Wissen der Einheimischen, die Bereitschaft der Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Ideen von Vereinen, Unternehmen und weiteren Interessierten sollen direkt in das Projekt einfliessen. Die Bevölkerung ist bis zum 20. Oktober 2026 eingeladen, Ideen für mögliche Nutzungen von Gäden einzureichen oder sich als mögliche spätere Umsetzerinnen und Umsetzer einzubringen.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Mitwirkung finden sich unter www.gadenlandschaften.ch Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) hat 2025 eine Ausschreibung für das Modellvorhaben «Nachhaltige Raumentwicklung 2025–2030» durchgeführt. Es verbindet Fragestellungen aus Raumplanung, Landwirtschaft, Landschaftsschutz, Baukultur, Tourismus und Regionalentwicklung. Bund, Kanton, Gemeinden und weitere lokale Akteure arbeiten dabei fachübergreifend zusammen. Diese breite Zusammenarbeit ermöglicht es, neue Lösungsansätze gemeinsam zu entwickeln und direkt in der Praxis zu erproben.
Der Kanton Glarus hat zwei Projekte eingereicht. Beide wurden ausgewählt. Nachdem bereits über das Modellvorhaben zur mobilitätsverträglichen Innenentwicklung informiert wurde, startet nun das zweite Glarner Modellvorhaben der Gadenlandschaften. Nachdem bereits über das Modellvorhaben zur mobilitätsverträglichen Innenentwicklung informiert wurde (s. Medienmitteilung 3.3.2025), startet nun das zweite Glarner Modellvorhaben der Gadenlandschaften.
Dieses widmet sich der Frage, wie die für das Glarnerland charakteristischen Gadenlandschaften langfristig erhalten und mit neuen, tragfähigen Nutzungen belebt werden können.
Reto Fuchs, Atelier Freienstein, Projektleiter: «Die Reanimation der Gäden schafft dreifachen Mehrwert: Sie bewahrt prägende Glarner Kulturlandschaften, schont durch Bausubstanz-Erhalt wertvolle Klima-Ressourcen und belebt die Region kulturell wie auch wirtschaftlich.»










