Der Schutzdamm Blänggliruus in Netstal wird erweitert
Die Arbeiten zur Erweiterung des Schutzdamms an der Blänggliruus in Netstal werden in den kommenden Wochen aufgenommen. Das Ziel: ein besserer Hochwasserschutz.

Die Schutzwirkung der Schutzbauten an der Blänggliruus ist derzeit eingeschränkt und es besteht Handlungsbedarf zur Wiederherstellung der Rückhaltekapazität, wie die Gemeinde Glarus informiert.
Mit dem Felssturz im Februar 2016 hat sich der Charakter im Einzugsgebiet der Blänggliruus verändert. Bei Hochwasser können grosse Geschiebemengen am Fuss des Wiggis mobilisiert und talwärts verfrachtet werden. Dies hat das Ereignis vom 26. Juli 2025 eindrücklich gezeigt.
Ohne die Schutzwirkung, der im Jahr 2019 fertiggestellten Schutzdämme und erfolgten Interventionen am höhergelegenen Gerinnelauf wäre es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Ausbrüchen und Schäden im Dorf Netstal gekommen.
Lokale Verwendung des Runsenmaterials
Bei den Arbeiten in den kommenden Wochen wird für die Dammschüttung das vor Ort liegende Runsenmaterial verwendet.
Dadurch wird die Rückhaltekapazität an der Blänggliruus für kommende Hochwasserereignisse wiederhergestellt und gleichzeitig entfallen zahlreiche LKW-Transportfahrten über die Waldstrassen und durch Dorfgebiete sowie Deponiekosten.
Für die Schüttung des Schuttdamms muss vorgängig Waldfläche gerodet werden. Die Rodungsarbeiten werden in den kommenden Wochen durch den Forstbetrieb der Gemeinde Glarus durchgeführt.
Übergeordnetes Hochwasserschutzkonzept Butzi- / Blänggliruus
Die Hochwasserschutzmassnahmen an der Butzi- und Blänggliruus müssen aufeinander abgestimmt sein.
Dafür besteht ein übergeordnetes Hochwasserschutzkonzept. Dieses sieht verschiedene Teilmassnahmen vor, um den Hochwasserschutz für das Dorf Netstal schrittweise zu verbessern und den bestehenden Schutzdefiziten entgegenzuwirken.
Mit der Realisierung der Schutzdammerweiterung an der Blänggliruus wird eine weitere Teilmassnahme umgesetzt.
Die Schutzmassnahmen an der Butziruus befinden sich derzeit noch in Planung. Im Frühling 2027 soll ein bewilligungsfähiges Hochwasserschutzprojekt vorliegen.
Projektkosten / Finanzierung
Die Kosten für die Erweiterung des Schutzdamms belaufen sich auf 215’000 Franken (plus/minus 15 Prozent). Kanton und Bund beteiligen sich voraussichtlich mit 65 Prozent , das entspricht rund 140’000 Franken, an den Gesamtkosten.
Bei der Finanzierung der Restkosten müssen die Nutzniesser von Hochwasserschutzmassnahmen nach Massgabe der kantonalen Gesetzgebung «angemessen» beteiligt werden. Nach Artikel 23 der kommunalen Verordnung über den Hochwasserschutz in der Gemeinde Glarus ist eine Aufteilung der Restkosten zwischen der Gemeinde und den Nutzniessern vorzusehen. Der Kostenteiler ist noch nicht festgelegt.
Die Gemeinde Glarus wird voraussichtlich ein Veranlagungsverfahren, unter Berücksichtigung der Kosten aller Teilmassmahnen gemäss dem Hochwasserschutzkonzept Butzi- und Blänggliruus, durchführen.
Weitere Informationen zum übergeordneten Hochwasserschutzprojekt Butzi-/ Blänggliruus sind über einen Link auf der Webseite der Gemeinde Glarus einsehbar.










