Glarus plant Hochwasserschutz Linth neu
Glarus treibt den Hochwasserschutz an der Linth voran, beantragt einen Zusatzkredit und startet bis 2028 die Planung eines bewilligungsfähigen Schutzprojekts.

Wie die Gemeinde Glarus mitteilt, sind die grossen Risiken und Schutzdefizite an der Linth in Glarus und Ennenda schon lange bekannt. Die Dringlichkeit für die Realisierung des Hochwasserschutzes an der Linth im Gebiet Ennenda und Glarus ist gross.
Ziel ist die Einleitung eines Bewilligungsverfahrens für ein Schutzprojekt bis ins Jahr 2029.
Erhebung von weiteren Grundlagendaten ist nötig
Die Gemeinde Glarus hat in den letzten Monaten die Planung der Projektphase bis 2028 vorbereitet. Die weitere Projektierung wird unter anderem die Erhebung von weiteren Grundlagendaten beinhalten als Grundlage für die Erarbeitung des Bau-/Auflageprojekts und eines Umweltverträglichkeitsberichts.
Weiter soll eine projektspezifische, permanente Grundwasserüberwachung eingerichtet werden, um die Auswirkungen des geplanten Hochwasserschutzes auf das Grundwasser besser abschätzen zu können.
Anstehende Arbeiten kosten mehr als der bereits genehmigte Planungskredit
Die Kosten der bevorstehenden Aufträge und Abklärungen liegen über dem von der Gemeindeversammlung 2/2015 genehmigten Planungskredit. Gründe dafür sind insbesondere zu tief berechnete Kosten einzelner Planungsschritte und zusätzliche kostenintensive Abklärungen, die zur Beurteilung der Bewilligungsfähigkeit des Projekts zwingend notwendig sind.
Bei einer Genehmigung eines Zusatzkredits in der Höhe von 1,15 Millionen Franken durch die Gemeindeversammlung 1/2026 kann im Juli 2026 mit den Projektierungsarbeiten begonnen werden. Diese Planungskosten sind subventionsberechtigt.
Es sind Beiträge in der Höhe von 65 Prozent der Planungskosten zu erwarten. Voraussetzung für die Subventionierung durch Bund und Kanton ist die Projektrealisierung.
Partizipative Planung wird angestrebt
Die Gemeinde will das Projekt im Rahmen einer partizipativen Planung weiterentwickeln. Miteinbezogen werden Vertreterinnen und Vertreter der direkt betroffenen Grundbesitzer, die Umweltorganisationen, die Landwirtschaft, die IG Hochwasserschutz Linth Glarus, der Heimatschutz, die betroffenen Werke und allfällige weitere Interessensvertreterinnen und -vertreter.
Finanzierung der Projektrealisierung ist zu klären
Vor der endgültigen Projektrealisierung ist die Finanzierung zu klären und der Gesamtprojektkredit (Baukredit) wird der Gemeindeversammlung zur Genehmigung unterbreitet. Der Landrat hat an seiner Sitzung vom 18. Februar 2026 die Motion Keller und Mitunterzeichner zum «Kantonales Wasserbaugesetz» überwiesen.
Damit ist der Auftrag für die Erarbeitung eines kantonalen Wasserbaugesetzes erteilt; verbunden mit einer Fristvorgabe bis zur Landsgemeinde 2028. Unabhängig davon ist die Planung des Schutzprojektes aber voranzutreiben.
Über die bisherige Projektentwicklung
Die früheren Gemeinden Glarus und Ennenda haben nach dem Hochwasserereignis 2005 ein Vorprojekt zur Verbesserung des Hochwasserschutzes erarbeiten lassen. Das im «Vorprojekt 1» von 2009 vorgeschlagene Konzept zur Erstellung hoher Mauern und Dämme stellte sich jedoch als nicht bewilligungsfähig heraus.
In der Folge wurde im Jahr 2014 ein alternativer Lösungsvorschlag erarbeitet, das «Vorprojekt 2». Dieses sieht als Hauptmassnahme eine Sohlenabsenkung in Kombination mit deutlich weniger hohen Mauern und Dämmen entlang der Linth vor. Dieser Lösungsvorschlag wurde von Kanton und Bund im Grundsatz akzeptiert und bildet seither die Grundlage für die Planungen.
Da eine Sohlenabsenkung negative Auswirkungen vor allem auf das Grundwasser haben kann, wurden weitergehende Untersuchungen und Abklärungen gefordert. Die ergänzenden Untersuchungen zur Hydraulik, zum Geschiebetransport sowie zu den Auswirkungen des Projekts auf das Grundwasser führten 2019/2020 zum «Vorprojekt 2».
Dieses Vorprojekt wurde 2021 den Fachstellen von Kanton und Bund (BAFU) in die Vernehmlassung gegeben. Auf Basis der eingegangenen Stellungnahmen im Jahr 2023 hat die Gemeinde Glarus die nächste Projektphase vorbereitet (Projektorganisation, Umfang Planeraufträge und Begleitmandate; Zeitplan, Kommunikation).










